US-Armee testet Roboterhubschrauber

Bislang setzt die US-Armee Drohnen hauptsächlich zur Aufklärung oder im Kampf ein. Bald könnten unbemannte fliegende Transportroboter hinzukommen: Der vom Flugzeughersteller Boeing entwickelte Robocopter A160T Hummingbird(öffnet im neuen Fenster) hat in der vergangenen Woche eine Reihe von Tests absolviert und sich dabei laut Boeing als unbemanntes Transportmittel für das Militär qualifiziert.

Der bereits vor einigen Jahren entwickelte Hummingbird, zu deutsch Kolibri, ist gut 10 Meter lang und hat einen Rotor, der knapp 11 Meter Durchmesser hat. Damit fliegt er bis zu 260 km/h schnell und kann bis in eine Höhe von 20.000 Fuß (rund 6 km) aufsteigen. Die Nutzlast, die der Hubschrauber transportieren kann, beträgt 1,1 Tonnen. In einem Dauertest 2008 blieb der A160T 18,7 Stunden ohne Auftanken in der Luft.
Test bei US-Armee
Einen solchen Langstreckentest hatte die US-Armee nicht verlangt. Stattdessen musste der unbemannte Flugroboter (Unmanned Aerial Vehicle, UAV) auf dem Dugway Proving Ground im US-Bundesstaat Utah seine Transportfähigkeit in insgesamt sieben Tests unter Beweis stellen.
Dazu gehörte, beispielsweise in sechs Stunden eine 560 kg schwere Ladung von einer Basis zu einer knapp 140 km entfernten und wieder zurück zu fliegen. Die Route wurde dabei vorher einprogrammiert, alles Weitere musste der Hubschrauber selbstständig machen. In einem anderen Test wurde verlangt, dass das UAV der 560-kg-Ladung zwei Minuten in über 3.600 Metern Höhe schweben kann. Ebenfalls auf dem Programm stand ein Nachtflug.
Flexibel einsetzbar
Das Ergebnis sei zufriedenstellend gewesen, resümierte Vic Sweberg, Chef der UAV-Abteilung bei Boeings Militärflugzeugsparte. Wie erwartet habe der A160T alle Tests bestanden. Der A160T Hummingbird kann nach Angaben von Boeing nicht nur als Transporter, sondern auch als Aufklärer, als fliegende Kommunikationsstation oder im Kampf eingesetzt werden.



