Dell verklagt Displayhersteller wegen Preisabsprachen

Der Computerhersteller Dell hat die Displayhersteller Hitachi, Toshiba und Sharp wegen Preisabsprachen bei LCDs verklagt. Auch Seiko Epson und der taiwanische Hersteller HannStar stehen auf der Liste der Firmen, die gegen das Kartell- und Wettbewerbsrecht verstoßen hätten, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) . Die Klageschrift wurde am 12. März 2010 bei einem Gericht in San Francisco eingereicht, bestätigte ein Sprecher von Dell Japan.
Die Firmen hätten geheime Absprachen getroffen, um ihre Produkte seit 1996 zu überhöhten Preisen an Dell abgeben zu können. Sharp und Hitachi hätten gegenüber dem US-Justizministerium bereits eingeräumt, überhöhte Preise von Dell gefordert zu haben, heißt es in der Klageschrift. Sharp habe 2008 eine Strafzahlung in Höhe von 120 Millionen US-Dollar geleistet, Hitachi Displays zahlte im Jahr 2009 eine Strafe in Höhe von 31 Millionen US-Dollar. Dell fordere nun Schadensersatz in dreifacher Höhe.
In einem ähnlichen Fall verklagen Nokia und der Telekommunikationskonzern AT&T die südkoreanischen Hersteller Samsung und LG wegen illegaler Preisabsprachen. Hierbei geht es um Displays für Mobiltelefone und andere mobile Endgeräte. Der finnische Konzern und AT&T wandten sich an das gleiche Gericht in San Francisco. LG Display, nach Samsung der zweitgrößte LCD-Hersteller, Chunghwa Picture Tubes und Sharp haben sich zu Preisabsprachen bekannt und Ende 2008 585 Millionen US-Dollar Strafe gezahlt.