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Test: Alienware M11x - kleiner Kraftprotz für Spieler

Mit UMTS-Option und langer Laufzeit auch für unterwegs geeignet. Zwei Kilo leicht, für fast alle Spiele gerüstet und über sieben Stunden Laufzeit? Ein solches Notebook gibt es jetzt. Das M11x der Dell-Tochter Alienware überzeugte Golem.de im Test in fast allen Punkten. Da es keine Konkurrenz für dieses Gerät gibt, ist sogar der Preis vertretbar.
/ Andreas Sebayang
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Alienware M11x
Alienware M11x

Wer ein Subnotebook der 12-Zoll-Klasse kauft, kann das Spielen normalerweise vergessen. Bestenfalls alte Titel funktionieren mit halbwegs akzeptabler Geschwindigkeit. Typische Spieler, die ein kleines Notebook brauchen, entschieden sich daher bislang meist für einen herkömmlichen Desktop-PC als Ergänzung. Mit dem Alienware M11x kann sich das ändern.

Es handelt sich um ein 11,6-Zoll-Notebook, das Spieletauglichkeit und Portabilität vereinen will. Golem.de hat das Notebook ausführlich getestet und überprüft, ob Subnotebook-Besitzer endlich auch spielen und auf einen Zweitrechner verzichten können.

Alienware M11x – Spielenotebook von Dell – Test
Alienware M11x – Spielenotebook von Dell – Test (02:37)

Ausstattung und Konstruktion

Das von Dell gestellte Testmuster war üppig ausgestattet. Das Gehäuse mutet etwas dick an, wiegt aber knapp unter 2 Kilogramm und hat eine Grundfläche von 287 x 237 mm. Darin befindet sich ein übertakteter Core 2 Duo SU7300 mit Penryn-Kern, der bis zu 1,73 GHz erreicht. Der Prozessor ist der SU9000-Serie recht ähnlich, die Intels ehemalige High-End-ULV-CPUs darstellte. Anders als von Dell auf der CES angekündigt , ist das M11x noch nicht mit dem aktuellen Arrandale-Prozessor alias Core i3 und i5 ausgestattet.

Außerdem stecken eine Geforce GT 335M und der in den Chipsatz integrierte Grafikkern GMA 4500MHD im Alienware-Notebook. Im BIOS kann der Anwender selbst bestimmen, ob zwischen den Grafiklösungen überhaupt umgeschaltet werden kann.

Ist diese Möglichkeit aktiviert, findet der Wechsel mit einer eigenen Taste innerhalb weniger Sekunden ohne Neustart statt. Nvidias Optimus-Technik zur automatischen und einfachen Grafikumschaltung bietet das Alienware M11x nicht. Spieler dürften daher leicht vergessen, den Grafikkern per Tastenkombination umzuschalten.

Eine 256 GByte fassende und PM800 genannte SSD von Samsung befand sich ebenfalls in unserem Testmuster. Sie beherrschte sogar den Trim-Befehl. Ein optisches Laufwerk fehlte jedoch. Das ist für den Steam-Spieler eigentlich egal, aber diverse kopiergeschützte Spiele fordern ein Laufwerk, das dann extern an das Gerät angeschlossen werden muss. Den Platz braucht Dell offenbar für die Kühlung der Komponenten, denn besonders dünn ist das Subnotebook mit 32,5 mm nicht. Auch aufgrund des Designs wirkt es etwas bullig.

Das Display bietet eine Auflösung von 1.366 x 768 Pixeln im 16:9-Format und ein doppelt spiegelndes Display. Panel und Frontschreibe zeigen heftige Reflexionen, was den Einsatz in einem hellen Büro einschränkt. Die Displaybeleuchtung kommt zumindest tagsüber gegen die Spiegelungen nicht gut an. In typischer Spielatmosphäre, also einem eher abgedunkelten Raum, ist das Display brauchbar.

Anschlüsse und Optionen des Alienware M11x

An der Vorderkante des Rechners befinden sich die Lautsprecher. Subnotebook-Nutzer können in der Regel froh sein, wenn es Stereo-Quäker gibt, in einigen Fällen ist Mono das Höchste der Gefühle. Nicht so beim M11x. Die beiden Lautsprecher klingen erstaunlich gut, strahlen aber nach unten ab, obwohl die beiden Kühlergrills an den Ecken etwas anderes suggerieren. Kopfhörer sind immer noch vorzuziehen, vor allem wenn etwas Bass dabei sein soll. Aber die Lautsprecher sind zum Spielen epischer Abenteuer durchaus geeignet und erreichen auch höhere Lautstärken. Windows-Anwender sollten nicht vergessen, die Windows-Startsounds zu deaktivieren, sonst könnte es im Café oder Zug ziemlich peinlich werden.

Bei den Anschlüssen ist vorgesorgt. Es gibt Displayport, HDMI und natürlich VGA, also eine Mischung aus moderner, Multimedia- und Business-Nutzung. Der HDMI-Ausgang funktioniert übrigens nur, wenn die Geforce GT 335M aktiviert ist. Bei Nutzung der Intel-Grafik schaltet das Notebook beim Einstecken eines HDMI-Kabels automatisch um. Die WLAN-Karte (802.11a/b/g/n) funkt erfreulicherweise auch im 5-GHz-Band. Nicht ins Konzept passt die auf Fast-Ethernet beschränkte Netzwerkbuchse. Weil das Laufwerk fehlt, müssen Daten ab und zu über das Netzwerk bewegt werden – was mit einem 100-MBit-Netzwerk eine langwierige Aktion ist. Die eSATA-Schnittstelle fehlt dem Gerät auch, dafür gibt es aber eine vierpolige Firewire-Schnittstelle (IEEE1394a) und drei USB-2.0-Ports, etwa um eine Maus anzuschließen.

Das Notebook bietet eine angenehm zu bedienende Tastatur und ein großzügig dimensioniertes Touchpad (80 x 43 mm) mit rauer Oberfläche und präzise bedienbaren Mausersatztasten. Wer seine Maus vergessen hat, kann damit im Notfall in einigen Genres halbwegs spielen.

Die Konstruktion des Geräts ist solide. Der Displaydeckel wirkt stabil und das Gehäuse ist weitestgehend verwindungssteif. Die Tastatur gibt zwar leicht nach, aber Auswirkungen auf das Tippgefühl hat diese Schwäche nicht. Die gut geführten Tasten (16,5 x 17 mm) bieten einen präzisen und nicht zu weichen Anschlag. Die glatte Oberfläche der einzelnen Tasten ist jedoch Geschmackssache und die recht hohe Handballenauflage erschwert das Tippen am Tisch etwas.

Ausstattungsvielfalt

Das Alienware M11x lässt sich umfassend den eigenen Bedürfnissen anpassen. So kann der Anwender zwischen normalen 2,5-Zoll-Festplatten (7.200 U/min) und einer 256 GByte fassenden SSD wählen. In den USA ist auch ein langsamerer Pentium SU4100 (Single Core) erhältlich, der aber lieber nicht bestellt werden sollte, denn zumindest zwei Kerne nutzen alle aktuellen Spiele. Dementsprechend gibt es hierzulande nur Dual-Core-CPUs mit dem SU7300(öffnet im neuen Fenster) als Topmodell. Dieser ist zudem auf 1,73 GHz übertaktet und damit das bisher schnellste CULV-Modell. Allerdings zeigten nicht alle CPU-Werkzeuge den Wert korrekt an. Eine aktuelle Arrandale-CPU (Core i3, i5, i7) der Calpella-Plattform gibt es nicht.

Auch die Arbeitsspeicherslots lassen sich besser bestücken, maximal können 8 GByte (2 x 4 GByte) verbaut werden. Es kommt beim Alienware M11x die 64-Bit-Version von Windows 7 zum Einsatz. Dell installiert Windows 7 als Home Premium, Professional oder Ultimate auf dem Rechner.

Sogar ein UMTS-Modem ist geplant, was die Möglichkeit des Arbeitens unterwegs nochmals verbessert. Der SIM-Karten-Schacht ist praktisch von außen zugänglich an der linken Seite über dem SD-Karten-Leser. Noch kann das Modem aber nicht bestellt werden; wann es erscheint, steht nicht fest. Im Inneren unseres Testgeräts war zwar ein Schacht für ein Modem vorhanden, aber die Antennen fehlten.

Auf der Unterseite befindet sich eine Namensplatte, die eigentlich auf Wunsch den eigenen Namen oder den Nickname erhalten soll, der per Laser eingraviert wird. Im deutschen Dell-Shop fehlt diese Option allerdings.

Spielereien und Praxistauglichkeit

Eine nette Funktion ist das Einloggen per Webcam, was auf Anhieb funktionierte. Der Rechner erkennt das Gesicht des Gamers und gewährt ihm Zugang zum Alienware-System. Ob das sicher ist, konnten wir nicht testen und empfehlen, eher ein gutes Passwort zu nutzen.

Das M11x ist zudem mit zahlreichen LED-beleuchteten Teilen bestückt und hinterlässt damit den coolen Eindruck eines tiefergelegten Notebooks. Praktisch ist die Tastaturbeleuchtung, die Spielen im Dunklen zuverlässig ermöglicht. In der Standardeinstellung ist sie blau, aber über das Alienware Command Center sind weitere Farben auswählbar. Auch Verläufe zwischen zwei Farben sind möglich, ebenso ein nervtötendes Geblinke. Beleuchtet sind auch zwei Stellen vorn am Gehäuse, die wie Lautsprecher aussehen, und das Alienware-Logo in der Innenseite und am Displaydeckel – wohl eher eine Spielerei. Zum Glück lässt sich die Lichtorgel auch komplett abschalten.

Selbst der Lüfter auf der Unterseite des Notebooks ist beleuchtet. So erkennt der Spieler, ob sich das Schaufelrad gerade dreht oder nicht. Es ist lastgesteuert, das Notebook bleibt beim Nichtstun angenehm leise. Sporadisch springt der Kühler leider doch an, vor allem wenn Nvidias Grafikkern aktiviert ist, um etwas warme Luft nach außen zu befördern. Unter Last macht er sich selbst in einer Büroumgebung deutlich bemerkbar.

Umschaltung zwischen den Grafikkernen des M11X
Umschaltung zwischen den Grafikkernen des M11X (00:48)

Spielen in der Praxis...

Die Versorgung des Notebookdisplays stellt den Geforce-Grafikkern selten vor Probleme, sofern die Einstellungen der Spiele etwas heruntergeschraubt werden. Den Intel-Grafikkern haben wir für den Test der Spieleleistung nicht berücksichtigt. Damit laufen bestenfalls ältere Spiele flüssig. Keiner der Titel, die wir für die GT 335M ausgesucht haben, ist für den Intel-Grafikkern geeignet. Die Nvidia-Karte hingegen zeigte, was sie in verschiedenen Spielen bewerkstelligen kann.

Mirror's Edge ließ sich beispielsweise gut spielen. Da das Spiel von hoher Geschwindigkeit lebt, mussten die Details etwas reduziert werden. Sonst liegt die Bildrate bei 15 bis 20 Bildern, was nur zu Beginn des Spiels ausreichend ist. Auch in der Beta von Starcraft 2 ließ uns das M11x in mittleren Einstellungen nicht im Stich. Höhere Einstellungen sind nur dann auf kleinen Karten ausreichend, wenn nicht zu viele Einheiten zu erwarten sind.

Titel wie Call of Duty: Modern Warfare 2 und Battlefield: Bad Company 2 stellten das Notebook auch nicht vor große Schwierigkeiten. Hier waren die Einstellungen auf hohe Werte gesetzt.

Alienware M11x in den Benchmarks

Das M11x reicht damit für Gelegenheitsspieler aus, um aktuelle Titel zu spielen. Für den ambitionierten Spieler mit gut gefülltem Geldbeutel kommt es eher als Zweitsystem infrage. Einen Spieledesktop kann das 11,6-Zoll-Notebook nicht vollständig ersetzen.

... und in der Theorie

Mit 3.223 Punkten im synthetischen Benchmark 3DMark Vantage (Performance, GPU-Score) erreicht das kleine Notebook einen beachtlichen Wert, auch wenn die gezeigten Szenen des Benchmarks eine wahre Ruckelorgie waren. Gegenüber einer aktuellen Mittelklasse-Grafikkarte, wie der Radeon 5770 , ist das allerdings weniger als die Hälfte. Auf einem Desktoprechner mit dieser Grafikkarte sind mehr als 8.000 Punkte möglich.

Interessant ist dabei der Vergleich mit AMDs externer Grafiklösung XGP, die auch für kleine Notebooks infrage kommen würde. Der externe Graphics Booster von Fujitsu, den Golem.de getestet hat, schaffte vor gut einem Jahr mit fast 3.500 Punkten nur wenig mehr als das M11x. Fujitsus Grafikexperiment ist allerdings eingestellt worden, wie der Hersteller auf der Cebit 2010 angab. Und auch bei AMD ist es in Bezug auf XGP-Lösungen still geworden.

Beim Benchmarktest mit Anno 1404 zeigte sich ebenfalls, dass das M11x nicht an einen Desktop heranreicht: Die Radeon 5770 eines Desktops erreicht 66 Bilder pro Sekunde (SXGA), während die Notebookgrafik GT 335M auf 24,3 Bilder pro Sekunde kommt.

Mit GTA 4 wurden im Benchmark (Einstellungen: hoch, 26, 45, 29, 3) etwa 19 Bilder pro Sekunde in der nativen Auflösung des Displays gemessen. Ein paar Anpassungen nach unten sind also bei den Details notwendig. Aber selbst mit mittleren Einstellungen ruckelt der Spieler im Pkw durch die Stadt. Da GTA IV sich nicht unbedingt durch stabile Bildraten auszeichnet, muss der Spieler damit auskommen – dem Notebook ist das nicht anzulasten.

Diese Messungen sollten aber nicht überbewertet werden. Dass ein kleines Notebook nicht an einen Desktop herankommt, sollte jedem Käufer des M11x klar sein. Bis vor kurzem war das Erreichen der Hälfte der Leistungsfähigkeit einer Desktopgrafikkarte der Mittelklasse mit einem Subnotebook ein nicht erfüllbarer Traum. Zudem laufen mit dem Gerät alle Spiele, die getestet wurden, zuverlässig, was für Intels integrierte Grafik nicht immer gilt.

Sparsamer Prozessor und lange Akkulaufzeiten

Nicht unerheblich ist die vergleichsweise schwache ULV-CPU, die Dell aber kräftig übertaktet. Mit 1,73 GHz steht dem Anwender dennoch nur die Hälfte der Ressourcen eines Desktop oder eines schnellen Workstation-Notebooks zur Verfügung. Dementsprechend niedrig fallen die CPU-Benchmarks aus. Beim Cinebench R10 (32 Bit) sind es 3.029 Punkte. Wird die Übertaktung abgeschaltet, was der Anwender im BIOS tun kann, bricht der Wert sogar auf 2.351 Punkte ein. Zum Vergleich: Schon der günstige Core 2 Duo E8500 für den Desktop schafft etwa 6.500 Punkte. Auf die 3DMark-Werte der GPU hatte das Übertakten der CPU erwartungsgemäß keine Auswirkungen.

Die schwache CPU hat im Alltagsbetrieb kaum negative Auswirkungen. Sie ist schnell genug. Allerdings ist es schade, dass die Umschaltung der Taktfrequenz der CPU nur im BIOS möglich ist. Im Regelfall bleibt der Prozessor wohl übertaktet.

Große Auswirkungen auf die wahrgenommene Gesamtleistung hat die SSD. Das System fühlt sich fast immer schnell an und bei Ladezeiten in Spielen schlägt es eine 7.200er Platte aus einem Desktop manchmal recht deutlich nieder. Dieser eigentlich positive Punkt macht Spielevorspänne mit unendlich vielen Logos umso nerviger. Der Anwender gewöhnt sich an die Geschwindigkeit und erwartet sie dann auch vom Spiel.

Die Benchmark-Werte sind für eine OEM-SSD teilweise recht hoch. Immerhin fast 200 MByte/s können von der Samsung PM800 gelesen werden. Schreibend sind es maximal 120 MByte/s. Mangels passender Schnittstellen wie Gigabit-Ethernet oder USB 3.0 lassen sich diese hohen Transferraten allerdings nicht nach außen hin nutzen. Es profitieren in erster Linie nur installierte Programme von den hohen Datenraten.

Spielen mit dem Akku und kleine Probleme des M11x

Das Alienware M11x ist ein feines Gerät, aber nicht ohne Einschränkung. In der Grundinstallation hatten wir Probleme mit dem Standby-Modus (STR, S3): Das M11x konnte aus diesem Modus nicht immer korrekt aufwachen. Das Problem hängt nicht mit der Übertaktung der CPU zusammen. Auch mit Standardtakt wollte das Gerät häufig nicht mehr korrekt aufwachen. Der Ruhezustand (STD, S5) lief zuverlässig und sollte als Alternative vorgezogen werden. Dank SSD ist das Versetzen in den Tiefschlaf schnell durchgeführt. Nach einer Wiederherstellung des Systems war das Problem aber behoben.

Allerdings fiel dabei eine äußerst unangenehme Designschwäche des Backupprogramms Data Safe für Notfälle im Wiederherstellungsbereich auf. Wer ein Verzeichnis sichern möchte, sollte das nicht der Automatik überlassen, die vor Ordnern Häkchen setzt. Diese Ordner und dort drin liegende Dateien und Ordner sind dann nur teilweise anhand der Dateierweiterung selektiert. Will der Nutzer alles sichern, zum Beispiel seinen Steam-Ordner, muss zuerst der Ordner deselektiert und dann wieder selektiert werden. Unglücklicherweise wird sowohl für eine Teilselektierung (bestimmte Dateien eines Ordners) als auch für die vollständige Selektierung (alle Dateien eines Ordners) dasselbe Symbol verwendet. Ob der Nutzer 10 oder 100 Prozent sichert, sieht er nicht. Ein Datenverlust ist programmiert.

Der 63-Wh-Akku kann nicht ohne Abnehmen einer Abdeckung ausgewechselt werden, bietet aber erstaunlich lange Laufzeiten für ein Spielenotebook, so dass der Bedarf an Wechselakkus gering sein dürfte. Sogar im Akkubetrieb lässt sich spielen. Gut 2 Stunden hielt das Alienware M11x in einem Starcraft-2-Match im Test gegen die KI durch. Die Helligkeit war während des Tests auf Maximum gestellt, WLAN und Bluetooth waren aktiv. Zudem versorgte das Notebook eine Maus und natürlich die zahlreich vorhandenen LED-Beleuchtungen am Gehäuse.

Zu bedenken ist beim Spielen mit Akku allerdings der Einbruch der Framerate, da der Test mit ausbalancierten Grafikeinstellungen lief. Bei Starcraft 2 lag der Verlust bei etwa 30 Prozent gegenüber dem Spielen mit Netzteil. Auch 3DMark Vantage brach stark ein: Mit knapp erreichten 1.500 Punkten ist sogar mehr als die Hälfte der Punkte im synthetischen Test verloren gegangen. Wer will, kann die GPU auch im Akkubetrieb mit der Höchstleistung laufen lassen, sie ist dann genauso schnell wie bei Nutzung des Netzteils. Unser Starcraft-Match reduzierte sich in dieser Einstellung um nur etwa 15 Minuten. Den enormen Leistungseinbruch muss der Spieler für eine Viertelstunde mehr Spielzeit nicht unbedingt hinnehmen.

Im Ruhemodus oder mit leichten Arbeiten sind knapp 5 Stunden bei gleichen Einstellungen mit der Nvidia-GPU geboten. Mit abgeschalteter diskreter Grafik erhöhte sich die Zeit auf 7 Stunden und 19 Minuten. Aufgrund der spiegelnden Oberfläche gingen wir beim Test davon aus, dass die Displaybeleuchtung schon bei geringer Umgebungshelligkeit auf Maximum gestellt werden sollte, denn sonst sieht der Anwender nur sich selbst.

Wenn der Akku kaputt ist, kann er laut Dell vom Anwender getauscht werden, ohne dass die Garantie gefährdet wird. Der Akku soll im Shop bestellt werden können. Zu den Kosten konnte Dell noch keine Angaben machen, sie werden aber wohl bei etwas mehr als 100 Euro liegen – der übliche Preis für Notebookakkus dieser Kapazität.

Ein gutes Notebook für den besonders mobilen Spieler

Das Alienware M11x lässt sich bereits bestellen, es ist ab 799 Euro erhältlich. Die Ausstattung des Testmusters liegt preislich bei etwa 1.300 Euro. Vor allem die SSD ist mit rund 350 Euro für diesen Preisunterschied verantwortlich. Wer mit einem M11x mit UMTS-Option liebäugelt, muss noch warten, denn das Modem ist noch nicht verfügbar.

Fazit

Spielen mit dem Alienzwerg macht Spaß. Das M11x ist schnell genug, um aktuelle Titel mit hinnehmbaren Einschränkungen zu genießen. Für diejenigen, die nur gelegentlich und mit Freunden an einem Netzwerkspiel teilnehmen möchten, gibt es eigentlich nichts Besseres. Aber auch für längere Aufenthalte in einem Netzwerkspiel ist es ein schönes Gerät, weil es das Geschleppe aktueller Spielehardware erspart.

Verglichen mit einem Business-Subnotebook der Oberklasse ist das M11x nicht sehr viel teurer. Zwar bietet es nicht ganz so viel, aber dank der Modemoption ist es durchaus eine Alternative für Gamer, die auch einem Beruf nachgehen. Da das Notebook so ungewöhnlich aussieht, dürften schräge Blicke der Kollegen und Geschäftspartner garantiert sein.

Störend ist die heftig spiegelnde Oberfläche des Displays, auch wenn sich der Nutzer beim Arbeiten danach richten kann: Das Gerät ist klein und leicht genug, um auch ungewöhnliche Sitzpositionen damit einzunehmen. Beim Spielen allerdings sollte der Nutzer lieber im Dunkeln bleiben, denn hier sind Kompromisse bei der Sitzposition keine gute Idee.

Das M11x erfüllt den Traum von einem portablen Notebook, das spieletauglich ist. Hier ist das System ohne Alternative. Es ist zu hoffen, dass auch andere Notebookhersteller dieses Konzept aufgreifen. Das M11x ist ein gelungener Kompromiss zwischen Mobilität und Spieleleistung.


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