IBM sieht sich in Indien mit Monopolvorwürfen konfrontiert
Fast klingt es wie ein Déjà-vu: IBM soll den Mainframe-Markt beherrschen und Wettbewerber behindern. Diesmal geht es allerdings um den indischen Markt und nicht um den US-Markt wie in den 1970er Jahren. Laut einem Bericht der indischen Economic Times(öffnet im neuen Fenster) werfen zwei indische Forschungsorganisationen – das Indian Council for Research on International Economic Relations (ICRIER) und Indicus Analytics – in einem aktuellen Bericht dem US-Mainframe-Spezialisten den Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung in Indien vor.
IBM soll bei Mainframes einen Marktanteil von 50 Prozent haben. Auf den Rängen folgen HP mit 33 Prozent und Sun mit 17 Prozent. Die beiden Forschungsorganisationen fordern eine Untersuchung von IBMs Verhalten. Speziell sollte ermittelt werden, ob IBM seinen Kunden überhöhte Preise in Rechnung gestellt und technologische Innovationen vorenthalten habe.
IBM wehrt sich gegen die Vorwürfe und verdächtigt Microsoft, hinter dem Angriff zu stecken. Der Bericht mit den Vorwürfen wurde von einer Organisation namens Openmainframe.org(öffnet im neuen Fenster) in Auftrag gegeben. In einer Pressemitteilung erklärt IBM(öffnet im neuen Fenster) : "Openmainframe.org wird von Microsoft und anderen Wettbewerbern bezahlt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass [im Bericht] gegen IBM argumentiert wird. Der Bericht kann nicht ernst genommen werden."
Die Auseinandersetzung findet vor dem Hintergrund einer Entscheidung der indischen Regierung aus dem vergangenen Jahr statt, zusammen mit der Einführung eines Personalausweises ein zentrales Personenregister in Indien aufzubauen. Im Rahmen des Projekts Unique Identification Card(öffnet im neuen Fenster) (UID Card) werden in dem bevölkerungsreichen Land umfangreiche Kapazitäten zur zentralen Datenverarbeitung benötigt. Aus technischen Gründen bietet es sich an, einen Großteil der Aufgaben durch Mainframes bewältigen zu lassen. [von Robert A. Gehring]