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Bei Apple herrscht Kriegsstimmung gegen Google

Internetkonzern ist derzeit das Feindbild auf Apples Meetings. Auf den Sitzungen des Apple-Managements ist der einstige Verbündete Google derzeit der Hauptfeind. Steve Jobs könnte aus Feindschaft zu den Google-Chefs Schmidt, Brin und Page sogar ein Bündnis mit Microsoft eingehen.
/ Achim Sawall
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Nexus One mit Multitouch
Nexus One mit Multitouch

Die Rivalität zwischen Apple und Google wächst. Bei dem Elektronikhersteller herrscht eine regelrechte Kriegsstimmung gegen den Suchmaschinenbetreiber. "So etwas habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen" , sagte ein Apple-Mitarbeiter der New York Times(öffnet im neuen Fenster) . "Ich bin in sehr vielen Besprechungen, wo so viele Salven abgefeuert werden. Das ist sehr befremdlich."

2001 hatten Apple-Chef Steve Jobs und der Google-Vorstandsvorsitzende Eric Schmidt noch gemeinsame Ziele. Sie wollten gemeinsam verhindern, dass Microsoft seine PC-Vorherrschaft auf die Bereiche Onlinedienste und mobile Endgeräte ausweitet. Schmidt bekam 2006 einen Sitz im Apple-Aufsichtsrat. Ein Jahr später stürmte Schmidt während der MacWorld Expo in San Francisco auf die Bühne, um Jobs' Hand zu schütteln. Gemeinsam hatten die Firmen Such- und Mappingdienste auf das iPhone gebracht. Die Partnerschaft sei so tiefgehend, scherzte Schmidt, dass die beiden Firmen zu AppleGoo verschmelzen könnten.

Jobs gilt sogar als Mentor der Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page, berichtet die Zeitung unter Berufung auf einen früheren leitenden Apple-Manager. Die beiden besuchten Jobs regelmäßig in seinem Büro in Cupertino. Brin unternahm zudem ausgedehnte Spaziergänge in der Nähe von Jobs' Haus in Palo Alto, auf denen Zukunftstechnologien besprochen wurden und Gemeinschaftsunternehmungen, die nie zustande kamen, wie eine gemeinsame Entwicklung der Windows-Version des Safari-Browsers von Apple und Google. Laut einem früheren Google-Manager sei Jobs ein großes Vorbild für die beiden jüngeren Männer gewesen. Sie seien nun enttäuscht über die Entwicklung der Beziehungen.

Die Rivalität begann, als Google Android entwickelte. Bei einem Treffen mit Google habe Jobs verärgert erklärt, dass Apple klagen werde, wenn Android Multitouch bekäme. Inzwischen hat Apple Patentklage gegen den Android-Smartphone-Hersteller HTC eingereicht und Google hat HTC seine Unterstützung zugesichert.

Da Google immer tiefer in Apples Terrain vordrang, antwortete Apple im Herbst 2009 mit dem Versuch, den Spezialisten für mobile Werbung Admob für 600 Millionen US-Dollar zu übernehmen. Google bot 25 Prozent mehr plus Aktienoptionen für die Admob-Beschäftigten und kaufte Admob schließlich im November 2009 für den möglicherweise überhöhten Preis von 750 Millionen US-Dollar. Das Geschäft wird derzeit von der US-Wettbewerbsbehörde überprüft.

Apple und Google sind bei aller Rivalität weiterhin Partner. Google zahlt Apple jährlich Millionen US-Dollar dafür, dass seine Suchmaschine in Apples Browser, auf dem iPhone und vielleicht künftig auch auf dem iPad als Standardsuche voreingestellt ist. Jobs prüft jedoch Wege, diese Partnerschaft durch einen Wechsel zu Microsofts Suchmaschine Bing zu beenden. Ein Apple-Beschäftigter sagte der New York Times, dass Qi Lu, President von Microsofts Online-Services-Sparte, deswegen bereits zu Verhandlungen bei Apple war. Besprochen wurde, Bing zur Standardsuche auf dem iPad zu machen.


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