Spieletest: Sonic & Sega All-Stars Racing - Igel am Steuer

Anstelle von Mario und Yoshi sind es im Fall von Sonic & Sega All-Stars Racing jede Menge Sega-Helden, die in kunterbunten Fahrzeugen Platz nehmen - vom namensgebenden Igel über Ryu aus Shenmue oder Billy Hatcher bis hin zum Affen Aiai ist eine ganze Riege mehr oder weniger bekannter Protagonisten auf der Piste. Auch die Kurse sind von Sega-Klassikern inspiriert: Abgedrehte Strecken im Super-Monkeyball-Design, Kurse mit Samba-De-Amigo-Flair oder die Stadtareale von Jet Set Radio: Abwechslung wird großgeschrieben. Das Design von fast jedem Parcours überzeugt dank liebevoller Details, überraschend steiler Kurven oder witziger Fallen.

Wie es sich für einen Funracer gehört, beschränkt sich die Bedienung auf das Nötigste: Viel mehr als Gas geben und lenken ist nicht zu tun. Vor allem spätere Wettbewerbe sind dennoch alles andere als einfach. So gilt es, durch geschicktes Driften einen Turbo aufzuladen - neben einer guten Kenntnis der Kurse ist häufige Nutzung dieses Extras in den späteren Rennen unabdingbar für den Sieg. Gegenstände wie Powerups oder das eine oder andere sammelbare Mittel, um die Kontrahenten von der Ideallinie abzubringen, finden sich ebenso.















Auch bei den Modi hat Sega einiges integriert: Einzelrennen, Zeitfahrten, Meisterschaften, aber auch ein Missionsmodus, in dem bestimmte Aufgaben zu erfüllen sind, gehören zum Spielumfang. Den größten Reiz entwickelt der Titel im Multiplayermodus: Wie bei Mario Kart ist es auch hier nicht nur möglich, gegeneinander Rennen zu fahren, sondern auch, sich in anderen Wettbewerben wie etwa einer Arena auszutoben und in einer Art rollendem Deathmatch Jagd auf die konkurrierenden Fahrzeuge zu machen.
Mit Erfolgen lassen sich weitere Extras freischalten, etwa zusätzliche Fahrer oder Kurse, aber auch Musik - Letztere natürlich ebenfalls inspiriert von zahllosen Sega-Oldies. Optisch ist der Titel auf der Höhe der Zeit: Die Strecken sind detailliert und liebevoll, das Geschwindigkeitsgefühl überzeugt, wenn auch von Zeit zu Zeit Ruckler den Gesamteindruck trüben.















Sonic & Sega All-Stars Racing ist ab sofort für Xbox 360, Playstation 3 und Windows-PC erhältlich und kostet 50 (Konsolen) beziehungsweise 40 Euro (PC). Die Xbox-360-Version wartet übrigens mit einem netten Bonus auf - hier sind exklusiv auch die Rare-Helden Banjo und Kazooie als spielbare Charaktere vertreten. PC-Spieler benötigen mindestens einen Rechner mit einer 3,2-GHz-CPU, 1 GByte unter Windows XP und 2 GByte unter Vista und 7. Die Grafikkarte muss über 256 MByte RAM verfügen und DirectX 9.0c beherrschen. Auf der Festplatte belegt das Programm rund 7 GByte.
Fazit
Sonic & Sega All-Stars Racing muss sich die Kritik gefallen lassen, in fast allen Punkten sehr offensichtlich bei Mario Kart abgekupfert zu haben. Das allerdings auf überzeugende Art: Das Spiel ist ein vielseitiger und gelungener Funracer geworden, der vor allem im Mehrspielermodus bestens unterhält. Der Konkurrent von Nintendo hat zwar bei Dauermotivation, Balancing und der Charakterauswahl die Nase vorn. Besitzer von PS3, Xbox 360 oder eines PCs dürfen aber dank mangelnder Konkurrenz trotzdem mit gutem Gewissen zugreifen.



