Internetzensur: Türkei und Russland auf der Liste

Reporter ohne Grenzen zum Welttag gegen Internetzensur

Reporter ohne Grenzen (ROG) hat anlässlich des Tages gegen Internetzensur den Bericht "Feinde des Internets" veröffentlicht. Erstmals wurden Russland und die Türkei wegen Verletzung der Meinungsfreiheit unter Beobachtung gestellt. Deutschland ist nicht auf der Liste.

Artikel veröffentlicht am ,
Logo des Welttags gegen Internetzensur
Logo des Welttags gegen Internetzensur

Im Jahr 2009 haben rund 60 Staaten das Internet zensiert. Die Zahl der inhaftierten Blogger, Internetnutzer und Onlinedissidenten war noch nie so hoch, berichtet Reporter ohne Grenzen (ROG). Fast 120 sind inhaftiert, im März 2009 waren es rund 70. In China sind 72 Internetnutzer inhaftiert, gefolgt von Vietnam mit 17 und dem Iran mit zwölf Häftlingen. Der Bericht Feinde des Internets wurde anlässlich des Welttages gegen Internetzensur vorgelegt.

Stellenmarkt
  1. UX Designer / Interaction Designer (w/m/d)
    ING Deutschland, Frankfurt am Main
  2. IT-Administrator (w/m/d) mit Schwerpunkt MS 365 / Azure
    XENON Automatisierungstechnik GmbH, Dresden
Detailsuche

Auf der Liste der Feinde des Internets stehen erneut China, Iran, Birma, Nordkorea, Turkmenistan, Kuba, Saudi-Arabien, Ägypten, Usbekistan, Syrien, Tunesien und Vietnam. In diesen Ländern werden Internetnutzer systematisch politisch verfolgt und unerwünschte Onlineinformationen mit zumeist hohem technischem Aufwand zensiert. In China und Usbekistan werden immer mehr Maßnahmen umgesetzt, um das Internet im Inland abzuschotten. In Nordkorea, Birma und Turkmenistan ist ein Großteil der Bevölkerung sogar komplett vom World Wide Web abgeschnitten. An der Grenze zwischen China und Nordvietnam gibt es deshalb einen Schwarzmarkt für Telekommunikationsgeräte, so der Bericht.

Neben den zwölf Ländern auf der Liste "Feinde des Internets" stellt Reporter ohne Grenzen eine Reihe von Staaten unter Beobachtung. In diesen Ländern würden Maßnahmen ergriffen, die den Übergang zu einschneidenden Zensurmaßnahmen anzeigen können. In dieser Gruppe finden sich erstmals Russland und die Türkei. In der Russischen Föderation wurden 2009 mehrere Blogger festgenommen und unabhängige Websites gesperrt, die in Berichten Polizeiterror und Übergriffe des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB angeklagt hatten. In der Türkei wurden mehrere tausend Websites gesperrt, weil sie Informationen zur Unterdrückung der Kurden, Kritik an Übergriffen der Armee oder satirische Darstellungen von Mustafa Kemal Atatürk enthielten. Die Blogger und Autoren müssten mit juristischer Verfolgung rechnen. Auch Australien und Südkorea finden sich auf der Liste.

Anja Viohl, Sprecherin von Reporter ohne Grenzen, sagte Golem.de, Deutschland stehe trotz Vorratsdatenspeicherung und Plänen zu Internetsperren im Jahr 2009 nicht auf der Liste der Staaten unter Beobachtung. "Dabei handelt sich um eine ausgewählte Gruppe von Ländern, in denen die Internetzensur schon sehr massiv ist. Frankreich hat auch einen Filter gesetzt und ist nicht auf der Liste. In Australien ist die Filterung sehr intensiv." Das gebe es in Deutschland nicht. Da hierzulande das Gesetz zu Internetsperren nicht zur Anwendung kam, sei Deutschland nicht auf die Liste gekommen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


IhrName9999 17. Apr 2010

Und was hat der Franzmann mit Deutschland zu tun?

Trollgo 13. Mär 2010

Naja in Serbien macht eh jeder nur was er will. Arbeiten? Glaube sowas kennen die da...

Sichern 13. Mär 2010

was so alles aus den troll höhlen hervorsteigt ist schon abartig...

antares 12. Mär 2010

Ne, Frankreich macht sich das einfacher: Die haben ein Three-Strikes-Modell. Damit...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Eichrechtsverstoß
Tesla betreibt gut 1.800 Supercharger in Deutschland illegal

Teslas Supercharger in Deutschland sind wie viele andere Ladesäulen nicht gesetzeskonform. Der Staat lässt die Anbieter gewähren.

Eichrechtsverstoß: Tesla betreibt gut 1.800 Supercharger in Deutschland illegal
Artikel
  1. Bitblaze Titan samt Baikal-M: Russischer Laptop mit russischem Chip ist fast fertig
    Bitblaze Titan samt Baikal-M
    Russischer Laptop mit russischem Chip ist fast fertig

    Ein 15-Zöller mit ARM-Prozessor: Der Bitblaze Titan soll sich für Office und Youtube eignen, die Akkulaufzeit aber ist fast schon miserabel.

  2. THQ Nordic: Alone in the Dark bietet neuen Horror
    THQ Nordic
    Alone in the Dark bietet neuen Horror

    Rund 30 Jahre nach dem ersten Alone in the Dark soll es frischen Grusel im Herrenhaus Derceto Manor geben - und altbekannte Hauptfiguren.

  3. Maschinelles Lernen und Autounfälle: Es muss nicht immer Deep Learning sein
    Maschinelles Lernen und Autounfälle
    Es muss nicht immer Deep Learning sein

    Nicht nur das autonome Fahren, sondern auch die Fahrzeugsicherheit könnte von KI profitieren - nur ist Deep Learning nicht unbedingt der richtige Ansatz dafür.
    Von Andreas Meier

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Günstig wie nie: Palit RTX 3080 Ti 1.099€, Samsung SSD 2TB m. Kühlkörper (PS5) 219,99€, Samsung Neo QLED TV (2022) 50" 1.139€, AVM Fritz-Box • Asus: Bis 840€ Cashback • MindStar (MSI RTX 3090 Ti 1.299€, AMD Ryzen 7 5800X 288€) • Microsoft Controller (Xbox&PC) 48,99€ [Werbung]
    •  /