LHC: Verfassungsrichter weisen Weltuntergangsszenario ab

Verfassungsbeschwerde gegen LHC wissenschaftlich nicht ausreichend begründet

Eine in der Schweiz lebende Deutsche ist vor dem Karlsruher Bundesverfassungsgericht mit einem Antrag gegen den Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider gescheitert. Die Klägerin habe nicht nachweisen können, dass die Experimente am LHC tatsächlich zum Weltuntergang führen können.

Artikel veröffentlicht am ,
LHC: Verfassungsrichter weisen Weltuntergangsszenario ab

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat eine Verfassungsbeschwerde gegen den Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider (LHC) abgewiesen (Aktenzeichen 2 BvR 2502/08). Die Beschwerdeführerin, eine in Zürich lebende Deutsche, wollte durch einen Eilantrag die Bundesrepublik Deutschland dazu verpflichten, die Versuche am LHC zu stoppen.

Lebensgefährliche Experimente

Inhalt:
  1. LHC: Verfassungsrichter weisen Weltuntergangsszenario ab
  2. LHC: Verfassungsrichter weisen Weltuntergangsszenario ab

Die Klägerin befürchtet, dass die Versuche, die am LHC durchgeführt werden, zu schweren Unfällen führen, wenn nicht sogar den Weltuntergang einleiten können. Darin sieht sie einen Verstoß gegen den zweiten Artikel des Grundgesetzes, der "das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit" garantiert. Die Richter nahmen die Verfassungsbeschwerde nicht zur Entscheidung an, da die Klägerin nicht ausreichend darlegen konnte, dass die Teilchenkollisionen am LHC tatsächlich eine Katastrophe heraufbeschwören können.

Die Richter begründeten ihre Entscheidung, es müssten stichhaltige Argumente und nicht "ein generelles Misstrauen gegenüber physikalischen Gesetzen" vorgebracht werden, um die Bundesregierung zum Handeln gegen den LHC aufzufordern. Auch wenn nach Meinung der Klägerin viel auf dem Spiel stehe - "die (vermeintliche) Größe eines Schadens - hier die Vernichtung der Erde -" enthebe sie nicht von der Pflicht, einen möglichen "Zusammenhang zwischen der Versuchsreihe und dem Schadensereignis" ausreichend zu begründen.

Widerspruch nicht ausreichend begründet

Diese Anforderung habe die Klägerin jedoch unterschritten, indem sie "diverse Hilfserwägungen ('Atto-Quasar', 'Superfluidität')" vorgebracht habe, die "nach ihrem eigenen Vortrag bislang weder wissenschaftlich publiziert noch auch nur in Umrissenen theoretisch ausgearbeitet sind", so die Richter. "Die schlüssige Darlegung einer Warnung kann jedenfalls nicht auf solche Hilfserwägungen abstellen, die ihrerseits mit dem bewährten, anerkannten Hintergrundwissen des jeweiligen Faches in Widerspruch stehen."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
LHC: Verfassungsrichter weisen Weltuntergangsszenario ab 
  1. 1
  2. 2
  3.  


trelis 27. Jul 2010

Gegen die Vollständigkeit und nicht-Lokalität der Quantenmechanik hat sich Einstein Zeit...

Überlegung 11. Mär 2010

Man kann es auch etwas anders sehen. Wenn man sich nur auf die Natur beruft und sagt, die...

Steuerzahler 11. Mär 2010

Das BVergG hat sich aber nicht für unzuständig erklärt. Immerhin wird da deutsches...

Mangel 11. Mär 2010

Aber ein Loch ist ja nur deshalb ein Loch, weil dort ein Mangel herrscht. Hätte es einen...

PulLMulll 11. Mär 2010

nicht zwangsläufig. nach meinem verständnis von Schwarzen löchern ist deren größe...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Blender Foundation
Blender 3.0 ist da

Die freie 3D-Software Blender bekommt ein Update - wir haben es uns angesehen.
Von Martin Wolf

Blender Foundation: Blender 3.0 ist da
Artikel
  1. Whatsapp, Signal, Telegram: Innenminister stellen sich bei Verschlüsselung gegen Ampel
    Whatsapp, Signal, Telegram
    Innenminister stellen sich bei Verschlüsselung gegen Ampel

    Während die Ampelkoalition ein Recht auf Verschlüsselung plant, fordern die Innenminister den Zugriff auf die Kommunikation von Messengerdiensten.

  2. 4 Motoren und 4-Rad-Lenkung: Tesla aktualisiert Cybertruck
    4 Motoren und 4-Rad-Lenkung
    Tesla aktualisiert Cybertruck

    Tesla-Chef Elon Musk hat einige Änderungen am Cybertruck angekündigt. Der elektrische Pick-up-Truck wird mit vier Motoren ausgerüstet.

  3. Tesla Network: Tesla-App gibt Hinweise auf kommende Carsharing-Funktion
    Tesla Network
    Tesla-App gibt Hinweise auf kommende Carsharing-Funktion

    Im Update der Tesla-App sind Hinweise auf Carsharing entdeckt worden. Tesla will schon seit Jahren ein solches Netzwerk einführen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Saturn-Advent: SanDisk Ultra 3D 1 TB 77€ • KFA2 Geforce RTX 3070 OC 8GB 1.019€ • Alternate (u. a. AKRacing Core SX 269,98€) • Sharkoon PureWriter RGB 44,90€ • Corsair K70 RGB MK.2 139,99€ • 2x Canton Plus GX.3 49€ • Gaming-Monitore günstiger (u. a. Samsung G3 27" 144Hz 219€) [Werbung]
    •  /