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Mebot - der gestikulierende Telepräsenzroboter

Kleiner Kommunikationsroboter bewegt den Kopf und gestikuliert mit den Armen. Ein Doktorand am Media Lab des Massachusetts Institute of Technology hat einen Telepräsenzroboter entwickelt, der nicht nur einen Sprecher an einem anderen Ort vertritt. Er kann auch mit den Armen gestikulieren und den Kopf bewegen. So soll die Kommunikation intensiviert werden.
/ Werner Pluta
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Telefon- oder Videokonferenzen werden irgendwann der Vergangenheit angehören. Wer nicht persönlich an einer Besprechung teilnehmen kann, schickt einen Telepräsenzroboter, der ihn vertritt. Sie bestehen heute meist aus einem Monitor auf einem besenstielgroßen Träger. Der Mebot, den der Isländer Sigurdur Adalgeirsson, Doktorand am Massachusetts Institute of Technology, entwickelt hat, ist zwar nur so groß, dass auf dem Konferenztisch zum Einsatz kommen kann. Dafür zeigt er aber nicht nur das Gesicht des abwesenden Sprechers, sondern kann auch gestikulieren.

"Der Mebot ist ein semiautonomer robotischer Avatar, der es einer Person ermöglicht, aus der Ferne auf eine Art und Weise mit anderen zu kommunizieren, die per Telefon- oder Videokonferenz nicht möglich ist" , erklärt Adalgeirsson auf der Website des Projektes(öffnet im neuen Fenster) . Er besteht aus einer 30 cm großen Plattform, auf der sich ein Monitor und zwei Arme befinden. Auf dem Monitor erscheint das Gesicht des Sprechers, mit den Armen vollführt der Roboter Gesten, genau wie der echte Mensch. Zudem verfügt der Mebot über Rollen, damit er sich auf einem Tisch bewegen kann, um den sich mehrere Personen versammelt haben, etwa bei einer größeren Besprechung.

Webcam erkennt Kopfbewegungen

Die Kopfbewegungen übernimmt der Roboter automatisch vom Nutzer: Per Webcam erkennt der Computer die Bewegungen des Kopfes und übersetzt sie in Steuerbefehle für den Roboter. So sollen Bewegungen wie Kopfnicken oder -schütteln oder Blicke ganz natürlich umgesetzt werden. Drei Freiheitsgrade des Kopfes ermöglichen es dem Roboterführer, sein Gegenüber direkt anzusprechen, Blickkontakt mit ihm zu halten oder dem Gesagten mehr Nachdruck zu verleihen, indem er beispielsweise beim Sprechen den Kopf nach vorne beugt. Über die Steuerung der Arme des Mebot macht Adalgeirsson keine Angaben. Das Video lässt jedoch den Schluss zu, dass sie manuell über zwei Joysticks gesteuert werden.

Auf seinem Bildschirm hat der Nutzer eine Reihe von Informationen, die er braucht, um den Roboter zu steuern: Dazu gehört beispielsweise eine Karte der Umgebung, also des Konferenztisches, auf dem sich der Roboter bewegt. So kann der Nutzer sehen, wer an welcher Stelle am Tisch sitzt, damit er ihn direkt ansprechen kann. Außerdem sieht er eine dreidimensionale Darstellung des Roboters, um kontrollieren zu können, was dieser gerade macht.

Engagierter kommunizieren

Anders als der Texas Robot eignet sich der kleine Mebot zwar nicht für einen Klatsch auf dem Büroflur. Dafür scheinen sich die Nutzer aber auf einen gestikulierenden Roboter mehr einzulassen als auf einen statischen, schreibt Adalgeirsson. Das lege ein Experiment der Personal Robot Group am Media Lab des MIT nahe. Sprecher und Angesprochene hätten das Gespräch engagierter verfolgt und mehr genossen, wenn sie mit einem gestikulierenden Telepräsenzroboter interagierten.

Adalgeirsson hat den Mebot in der vergangenen Woche auf der Konferenz Human-Robot Interaction(öffnet im neuen Fenster) im japanischen Osaka vorgestellt.


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