Abo
  • Services:
Anzeige

Britische Lords contra Youtube und eBay?

Entwurf zum Digital-Economy-Gesetz verschärft

Auf Initiative der Liberaldemokraten hat das britische Oberhaus eine Änderung des Entwurfs für das Digital-Economy-Gesetz beschlossen. Der Zugang zu Websites wie Youtube oder eBay könnte damit für Surfer aus Großbritannien per Gerichtsbeschluss blockiert werden.

Die britische Regierung gibt sich alle Mühe, es der Musik- und Filmindustrie im Lande so heimelig wie möglich zu machen. Dazu sollte mit Urheberrechtsverletzern kurzer Prozess gemacht werden. Wer illegal Tauschbörsen nutzt, sollte nach zweifacher Verwarnung beim dritten Erwischtwerden den Internetzugang verlieren. Entsprechende Pläne wurden in einen Entwurf für das Digital-Economy-Gesetz (Digital Economy bill) gegossen. Dabei setzte die Regierung radikal auf das Sippenhaft-Prinzip und plante, gleich ganzen Familien den Zugang zum Netz zu kappen, sollte sich auch nur ein Mitglied in Tauschbörsen herumtreiben. Auch sollte die Regierung das Urheberrecht jederzeit ohne Parlamentsbeschluss verschärfen können, um so auf neue Entwicklungen reagieren zu können.

Anzeige

Den britischen Liberaldemokraten ist es nun gelungen, im House of Lords, dem Oberhaus des Parlaments, die entsprechenden Passagen aus dem Gesetzentwurf streichen zu lassen. Stattdessen haben sie aber einen Änderungsvorschlag eingebracht, der es in sich hat. Nach übereinstimmenden Berichten britischer Medien soll künftig ein Richter des High Court auf Antrag von Rechteinhabern den Zugang zu ganzen Websites sperren lassen können, wenn dort mutmaßlich "ein nennenswerter Teil der verfügbaren Inhalte Urheberrechte verletzt". Es obläge dem Richter zu entscheiden, ab welchem Umfang urheberrechtsverletzender Inhalte eine Totalsperre verhängt wird. Britische Internetprovider müssten die Sperre durchsetzen. Die Gerichtskosten müsste der betroffene Diensteanbieter tragen.

Websites wie The Pirate Bay, aber auch Youtube oder eBay, wo Nutzer ohne Vorabkontrolle durch die Betreiber Inhalte - auch urheberrechtsverletzende Inhalte - anbieten können, wären unmittelbar von einer Blockade bedroht, sollte das Gesetz in der aktuellen Form verabschiedet werden. Kritiker wie Jim Killock von der Open Rights Group oder der Autor Cory Doctorow kritisieren den Änderungsvorschlag heftig. Sie warnen vor einer "Machtverschiebung zu Gunsten großer Rechteverwerter" und einer "Förderung der Zensur".

Cory Doctorow beschreibt den Änderungsvorschlag in einem Kommentar für die Website der Tageszeitung The Guardian als "schädlich für das Vereinigte Königreich, schädlich für das Urheberrecht und schädlich für die Freiheit". [von Robert A. Gehring]


eye home zur Startseite
Tachchen 16. Mär 2010

Nur so nebenbei: "Sippenhaft" macht keinen Sinn, da wird ja nicht die ganze Familie in...

Wikifan 09. Mär 2010

Gabs da nicht mal was, wo eine Regierung Gesetze beschließen konnte, wie sie Lust hatte...

DarthVader666 09. Mär 2010

"Diejenigen, die sich beruflich mit der akademischen Disziplin der Philosophie...

Anonymer Nutzer 08. Mär 2010

Mal sehen wie sich das entwickelt, sobald immer mehr Seiten geschlossen werden, bei denen...

schaumermal 08. Mär 2010

an was erinnert mich dieses Zensurgehabe immer nur wieder...??? aaaah...an die Zeiten der...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Computacenter AG & Co. oHG, veschiedene Einsatzorte
  2. Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, verschiedene Standorte
  3. Elektror airsystems GmbH, Ostfildern bei Stuttgart
  4. Daimler AG, Stuttgart


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 39,99€
  2. (-3%) 33,99€
  3. 15,29€

Folgen Sie uns
       


  1. Alexa und Co.

    Wirtschaftsverband sieht Megatrend zu smarten Lautsprechern

  2. Apple TV

    Deutsche TV-App startet mit nur vier Anbietern

  3. King's Field 1 (1994)

    Die Saat für Dark Souls

  4. Anheuser Busch

    US-Brauerei bestellt 40 Tesla-Trucks vor

  5. Apple

    Jony Ive übernimmt wieder Apples Produktdesign

  6. Elon Musk

    Tesla will eigene KI-Chips bauen

  7. Die Woche im Video

    Lauscher auf!

  8. Entlassungen

    Kaufland beendet Online-Lieferservice für Lebensmittel

  9. DigiNetz-Gesetz

    Unitymedia überbaut keine Glasfaser in Fördergebieten

  10. Telekom

    Mobilfunk an neuer ICE-Strecke München-Berlin ausgebaut



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Samsung Gear Sport im Test: Die schlaue Sportuhr
Samsung Gear Sport im Test
Die schlaue Sportuhr
  1. Wearable Fitbit macht die Ionic etwas smarter
  2. Verbraucherschutz Sportuhr-Hersteller gehen unsportlich mit Daten um
  3. Fitbit Ionic im Test Die (noch) nicht ganz so smarte Sportuhr

Skyrim VR im Test: Reisekrank durchs Rollenspiel
Skyrim VR im Test
Reisekrank durchs Rollenspiel
  1. Bethesda Survivalmodus für Skyrim veröffentlicht

Minecraft Education Edition: Wenn Schüler richtig ranklotzen
Minecraft Education Edition
Wenn Schüler richtig ranklotzen

  1. Re: Überflüssig.

    AllDayPiano | 07:09

  2. Re: solange der Kram in der cloud läuft

    motzerator | 07:03

  3. Re: Warum IoT pöse ist (Kritische Masse)

    motzerator | 07:01

  4. Re: Einseitiger Artikel

    serra.avatar | 06:58

  5. Re: Wie viele Fahrzeuge hat Anheuser Busch?

    VigarLunaris | 06:58


  1. 10:59

  2. 09:41

  3. 08:00

  4. 15:44

  5. 14:05

  6. 13:09

  7. 09:03

  8. 19:18


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel