Cebit 2010: Besucherzahlen leicht angestiegen

Einen leichten Besucheranstieg von 3,7 Prozent im Fünftagesvergleich zu 2009 konnte die Cebit-Leitung bis einschließlich Samstagabend vermelden und zeigte sich hochzufrieden. Trotzdem blieb mit 334.000 Besuchern die Besucheranzahl insgesamt hinter der des Vorjahres (495.000) zurück, denn der Messesonntag fehlte. Das Wetter wollte ebenfalls nicht mitspielen. Gegen Freitagabend begann es in Hannover zu schneien und niedrige Temperaturen mit Wind dürften den ein oder anderen Besucher abgeschreckt haben. Trotzdem war die Messe auch am Samstag gut besucht.
Der Wegfall des Messesonntags hatte zudem einen großen Nachteil für die Samstagsbesucher. Insbesondere in den Hardwarehallen fingen die Aussteller schon am frühen Nachmittag an, ihre Stände abzubauen. Dazu gehörten auch Größen wie MSI und Gigabyte, die zwischen 16 und 17 Uhr vor allem mit Einpacken beschäftigt waren. Gegen 17 Uhr waren schon einige Stände verlassen oder abgesperrt.
Kürzere Laufwege, bessere Organisation
Das diesjährige Hallenkonzept ist allerdings aufgegangen. Rund um das zentral gelegene Convention Center wurden die Hallen gut befüllt und auch in Richtung der jeweiligen Ausgänge gab es benutzte Hallen. Auf halbleere und weit entfernte Ausstellungsorte wie im Vorjahr verzichtete die Messe und verkürzte so die Wege. Fachbesucher konnten sich auf den großen Planet-Reseller-Bereich in den Hallen 14 und 15 freuen. Allerdings wurde es im Endkundenbereich der Halle 15 stellenweise etwas eng, da den Besuchern keine Ausweichmöglichkeiten geboten wurden. Hier sollte die Messeleitung das Konzept überarbeiten und gleich eine gesamte Halle für Fachbesucher reservieren.
Auch die Open-Source-Gemeinde war in diesem Jahr verstärkt auf der Cebit vertreten. In Halle 2 präsentierten sich Aussteller zahlreicher Open-Source-Projekte. Darüber hinaus bot unter anderem das Open-Source-Forum Vorträge zu freien Projekten an.
Sehr praktisch waren auch die mit GPS-Empfängern ausgestatteten Buslinien auf dem Messegelände. Mit einer iPhone-Anwendung konnten Besucher so beispielsweise die Busse verfolgen und selbst abschätzen, ob es sich lohnte, auf den Bus zu warten.
Leichter Rückgang der Ausstellerzahlen
Insgesamt hat die Cebit 185.000 qm mit Ausstellern belegen können. Dazu kommen laut Messeleitung noch etwa 40 Prozent für die Laufwege zwischen den Ständen. 4.157 Unternehmen aus 68 Ländern hatten sich an der Cebit 2010 beteiligt, ein Rückgang um 150 Aussteller im Vergleich zum Vorjahr.
Laut Ernst Raue, Vorstand der Deutschen Messe AG, vermeldeten zahlreiche Unternehmen Zuwächse von bis zu 30 Prozent mehr Geschäftskontakten auf den Ständen im Vergleich zum Vorjahr. Investitionen im Volumen von mehr als zehn Milliarden Euro seien angeschoben worden. "Die Cebit 2010 hat aus Wachstumshoffnungen konkrete Geschäfte gemacht. Die Branche lässt jetzt die Krise hinter sich und startet durch" , sagte Raue.
Laut Messeleitung blieb der Anteil der professionellen Besucher mit mehr als 80 Prozent stabil. Bis zum Freitagabend kam jeder fünfte Cebit-Besucher aus dem Ausland nach Hannover. Während etwas weniger Gäste aus Amerika anreisten, stieg die Zahl der Teilnehmer aus Asien. Die Besucherzahlen aus europäischen Ländern änderten sich im Vergleich zum Vorjahr nicht.
Mit der Premiere der Cebit Sounds! ist die Messeleitung ebenfalls zufrieden. "Die Resonanz im Markt war überzeugend. Schon jetzt steht fest, dass wir die Cebit Sounds! weiterführen werden. Sie wird künftig an der Schnittstelle zwischen Musikbranche und ITK-Industrie den Takt vorgeben" , sagte Raue.
Messeleitung optimistisch für die Zukunft
Laut Raue ist auch das Konzept, mit Kernthemen auf die Innovationskraft der ITK-Branche aufmerksam zu machen, aufgegangen und wird im kommenden Jahr weiterverfolgt. "Cebit pro" werde die professionellen Anwender von Informationstechnologie und Telekommunikation ansprechen. "Cebit gov" soll eine Plattform für für Behörden und öffentliche Einrichtungen bieten, während "Cebit lab" an Aussteller internationaler Forschungsinstitute und Universitäten gerichtet ist. Die "Cebit life" hingegen wird die neue Plattform für Hightech-interessierte Verbraucher. [von Jörg Thoma und Andreas Sebayang]