Ausprobiert: Sound Blaster World of Warcraft Headset

In der Verpackung des Sound-Blaster-World-of-Warcraft-Headsets befinden sich neben dem Kopfhörer der zugehörige USB-Funksender, ein Mikrofon, ein USB-Kabel zum Aufladen und eine Ledertasche. Dazu kommt Software für Mac OS X und Windows, die neben fünf THX-Effekten die üblichen Equalizer-Einstellungen sowie 17 Stimmverzerrer (VoiceFX) bietet. Mit diesen kann die eigene Stimme im Sprachchat mit den Mitspielern dann beispielsweise wie die des Lich-Königs klingen.
Mit verschiedenen Musikstücken war der Klangeindruck des Headsets durchwachsen. Trotz der geschlossenen Bauweise erreicht es keinen echten Tiefbass, die Höhen wirkten auf unserem Testmuster leicht überzogen. Bei maximaler Lautstärke neigt das WoW-Headset bei modernen Produktionen, die durch starke Dynamikkompression eine hohe Lautheit erzeugen, zu leichten Verzerrungen.
Der Pegel, den das Gerät dabei erzeugt, ist jedoch sehr hoch, sodass es zur Vermeidung von Hörschäden nie ganz aufgedreht verwenden sollte. Bei akustischen Aufnahmen von Solosängern stellte das Headset die Stimmen sehr frei, was sich auch mit reinen Sprachaufnahmen zeigte: Ganz offensichtlich ist das Gerät auf Sprache optimiert, was bei vielen Headsets der Fall ist, da sie zur Kommunikation von Spielern untereinander dienen. Der Musikgenuss bleibt dabei etwas auf der Strecke, auch wenn mit den THX-Effekten des Treibers der Klang etwas aufgewertet werden kann.
Die Reichweitentests im Kongresszentrum des Hannoveraner Messegeländes überzeugten nicht. Schon nach weniger als zehn Metern verlor das Headset die Verbindung. Dabei sind die Wände in Leichtbauweise konstruiert und mit zahlreichen Fenstern versehen. Unter gleichen Bedingungen kam das Bluetooth-Headset BH-503 von Nokia mehr als doppelt so weit. Immerhin nahm das WoW-Headset die Verbindung zuverlässig wieder auf, wenn die Distanz verringert wurde. Dabei gab es jedoch noch einige Sekunden lang deutliche Störgeräusche.
Das Headset sitzt zwar angenehm auf dem Kopf und umschließt die Ohren gut. Die Verarbeitungsqualität konnte beim Ausprobieren aber nicht ganz überzeugen, das Plastik sieht nicht edel, sondern eher billig aus und der Kopfhörer knarzt leicht beim Aufsetzen. Tasten zur Steuerung von Musikwiedergabesoftware gibt es nicht. Die beiden schmalen Lautstärkeschalter am linken Teil des Kopfhörers müssen beim ersten Mal gesucht werden.
Das an der linken Seite ansteckbare Mikrofon für die Sprachchats kann zwar nicht am Headset hochgeklappt werden, aber seine Entfernung zum Mund lässt sich verändern und am Klang gibt es hier nichts zu meckern. Ein Knopf zum Stummschalten findet sich über der Buchse für das Mikro am Kopfhörer. Mit dem als separates Zubehör verkauften Steuerpedal Sound-Blaster-World-of-Warcraft-Voice-Tap kann der Sprachchat ebenfalls gestartet, beendet oder ein Makro zugeordnet werden, was beide Hände für das Spielen frei hält.
Mit dem Headset leuchtet der WoW-Fan zudem im Dunkeln - die links und rechts am Kopfhörer auf die Lampen gesteckten Allianz-Logos lassen sich gegen ebenfalls mitgelieferte Horde-Logos austauschen. Sie werden mit dem beiliegenden Schlitzschraubenzieher ausgehebelt und lassen sich dann einfach anstecken. In den Lampen stecken LEDs, die pulsierende Farbwechsel vollziehen - mit der Software lässt sich die Beleuchtung der Logos nach den eigenen Wünschen konfigurieren oder abschalten.
Bis zu acht Stunden soll das Sound-Blaster-World-of-Warcraft-Headset mit einer Akkuladung durchhalten. Das Laden des Akkus über USB ist auch während des Spielens möglich.
Das Headset ist ab Mitte März 2010 zu haben - eine exklusive Vorbestellaktion mit Amazon lief bereits. Die 120 Euro für die Kabelvariante und die 160 Euro für Wireless wirkten nach dem Ausprobieren zu hoch - der Preis ist wohl eher mit den Lizenzen für WoW und THX zu erklären als durch die Hardware. WoW-Fans wird das aber vermutlich nicht schrecken. [von Nico Ernst, Michael Wieczorek und Christian Klaß]



