Abo
  • IT-Karriere:

Nvidia verliert Versteckspiel um GTX 480 auf der Cebit

Ausdrücklich verboten ist den offiziell immer noch "Boardpartnern" genannten Firmen, andere Programme als die installierten zu zeigen, oder die Karte in einem anderen Rechner zu betreiben oder sie gar selbst zu zeigen. Folglich fotografierten einige Journalisten durch die Lüftungsschlitze der Rechner, um zumindest einen winzigen Ausschnitt der Platine zeigen zu können, auf welcher der GF100 sitzt.

Stellenmarkt
  1. awinia gmbh, Freiburg
  2. operational services GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main, Wolfsburg, Braunschweig, Berlin

Manche Pressevertreter wollten dieses Spiel nicht mitspielen, und so fotografierte zuerst Martin Fischer von Heise Online die GPU der GTX 480 - und zwar ohne Kühlkörper. Andere Journalisten wollten noch eins draufsetzen, und so gibt es auf der niederländischen Webseite Tweakers.net Bilder der gesamten Grafikkarte. Sie ist 26,7 Zentimeter lang, verfügt über einen acht- und einen sechspoligen Stromanschluss sowie laut Tweakers.net 1,5 GByte Speicher.

 

Warum Nvidia die Karten selbst nicht zeigen will, ist angesichts dieser Bilder rätselhaft: Das Gerät sieht serienreif aus, und sichere Rückschlüsse auf die ach so geheimen Daten (Benchmarks, Taktfrequenzen und Leistungsaufnahme) lassen die Aufnahmen auch nicht zu. Dass die GTX 480 maximal 300 Watt aufnehmen darf, ergibt sich schon aus der Tatsache, dass sie bei mehr Energiebedarf die Spezifikationen für PCI-Express-Karten verletzen würde. Zudem hatte Nvidia selbst die Karte schon gezeigt, und dabei waren dieselben Strombuchsen zu sehen.

Anderen Quellen auf der Cebit zufolge dreht Nvidia derzeit auch noch an den Taktfrequenzen, und daher ist laut der Bedienungsanleitung für den ersten Messeauftritt der GTX 480 die Diskussion der Takte den Grafikkartenanbietern auch verboten. Mehr noch: Alle Anfragen von Journalisten zu den noch nicht genannten Daten sind unverzüglich an Nvidia weiterzuleiten. Den Firmen, welche die Grafikkarten schließlich verkaufen sollen, ist darüber hinaus auch verboten, mit Pressevertretern selbst Vertraulichkeitsvereinbarungen (NDA) abzuschließen. Dieses Vorgehen ist unüblich, bei Prozessoren beispielsweise können PC-Anbieter in Absprache mit den Chipherstellern durchaus Journalisten vorab über neue Produkte informieren.

In einem Punkt widerspricht Nvidia sich in dem Dokument sogar selbst: Preise und Verfügbarkeit sollen die Kartenhersteller verschweigen. Dennoch gab aber Nvidia am ersten Cebit-Abend den Termin für die Auslieferung der GTX 480 bekannt. Dass der 29. März 2010 stimmt, dürfen die Anbieter von Grafikkarten aber dennoch auch danach eigentlich nicht sagen, sofern sie den Vertraulichkeitsvertrag unterschrieben haben. Auch wenn die Rechtswirksamkeit solcher NDAs in Deutschland umstritten ist, sind die Folgen unangenehm, denn dann gibt es eben kein Demosystem für die Messe.

Fast schon niedlich ist dagegen Nvidias Verbot, keine funktionslosen Muster, sogenannte "mechanical samples", von GF100-Karten zu zeigen. Mit einem solchen auch "mockup" genannten Muster war Nvidia bereits im Oktober 2009 auf die Nase gefallen. Die Attrappe wurde schnell als solche entlarvt, was Nvidia dann auch zugeben musste.

Bedenklicher sind da schon andere Angaben. Auf den Bildern der GF100-GPU ist stets "A2" zu lesen, was für das dritte Stepping nach A0 und A1 steht. Ausgeliefert werden soll aber Stepping A3 des Chips - das steckt aber offenbar noch nicht in den Demosystemen auf der Cebit.

Folglich gibt es schon Gerüchte, dass die angekündigten 512 Rechenwerke, die für den GTX 480 erwartet wurden, vielleicht nicht alle freigeschaltet werden. Die Produktdifferenzierung durch mehr oder weniger aktive Kerne hat bei Nvidia Tradition. Ebenso ist fraglich, wie Nvidia in nicht einmal vier Wochen genügend A3-GPUs beschaffen will, wenn es jetzt nicht einmal eine Handvoll davon für einen Messeauftritt gibt.

In jedem Fall ist Nvidias Bemühen um volle Kontrolle über Chips, die von anderen an Endkunden verkauft werden sollen, auf der Cebit ein viel diskutiertes Thema der Hardwarebranche. Ob es sich dabei auch nur um virales Marketing handelt und Nvidia ein vorgebliches Versteckspiel um die GTX 480 mit kalkulierten Indiskretionen im eigenen Sinne sogar gewonnen hat, wird sich erst noch zeigen: Abgerechnet wird erst mit unabhängigen Tests - falls Nvidia diese denn zulässt, und nicht wie früher geschehen, auch Testern die Verfahren und Programme vorschreibt. Alleine ist Nvidia mit solchen Taktiken jedoch nicht: Auch AMD griff auf der Cebit 2007 zu ähnlichen Mitteln für seinen verspäteten R600.

 Nvidia verliert Versteckspiel um GTX 480 auf der Cebit
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de
  2. 259€ + Versand oder kostenlose Marktabholung (aktuell günstigste GTX 1070 Mini)
  3. (u. a. Grafikkarten, Monitore, Mainboards)
  4. 83,90€

nie (Golem.de) 05. Mär 2010

Ja, kurz nach meinem Posting haben wir auch eine Meldung dazu veröffentlicht ;)

HD user 05. Mär 2010

Wer hat atm nen neuen Treiber rausgebracht der reihenweise Grakas killt? da sind die...

bloober 05. Mär 2010

Joa, dann ist doch alles Bestens für dich mit deiner 9600Gt. Toll!

highrider 04. Mär 2010

Ich fordere Kennzeichnungspflicht für Ironie im Internet!

highrider 04. Mär 2010

Blöd nur, dass die Spiele nur mit Tesselation allein nicht laufen :-D Warten wir auf...


Folgen Sie uns
       


Huawei P30 Pro - Test

5fach-Teleobjektiv und lichtstarker Sensor - das Huawei P30 Pro hat im Moment die beste Smartphone-Kamera.

Huawei P30 Pro - Test Video aufrufen
Bug Bounty Hunter: Mit Hacker 101-Tutorials zum Millionär
Bug Bounty Hunter
Mit "Hacker 101"-Tutorials zum Millionär

Santiago Lopez hat sich als Junge selbst das Hacken beigebracht und spürt Sicherheitslücken in der Software von Unternehmen auf. Gerade hat er damit seine erste Million verdient. Im Interview mit Golem.de erzählt er von seinem Alltag.
Ein Interview von Maja Hoock

  1. White Hat Hacking In unter zwei Stunden in Universitätsnetzwerke gelangen

Strom-Boje Mittelrhein: Schwimmende Kraftwerke liefern Strom aus dem Rhein
Strom-Boje Mittelrhein
Schwimmende Kraftwerke liefern Strom aus dem Rhein

Ein Unternehmen aus Bingen will die Strömung des Rheins nutzen, um elektrischen Strom zu gewinnen. Es installiert 16 schwimmende Kraftwerke in der Nähe des bekannten Loreley-Felsens.

  1. Speicherung von Überschussstrom Wasserstoff soll bei Engpässen helfen
  2. Energiewende DLR-Forscher bauen Kohlekraftwerke zu Stromspeichern um
  3. Erneuerbare Energien Wellenkraft als Konzentrat

Kontist, N26, Holvi: Neue Banking-Apps machen gute Angebote für Freelancer
Kontist, N26, Holvi
Neue Banking-Apps machen gute Angebote für Freelancer

Ein mobiles und dazu noch kostenloses Geschäftskonto für Freiberufler versprechen Startups wie Kontist, N26 oder Holvi. Doch sind die Newcomer eine Alternative zu den Freelancer-Konten der großen Filialbanken? Ja, sind sie - mit einer kleinen Einschränkung.
Von Björn König


      •  /