Abo
  • Services:

Nvidia verliert Versteckspiel um GTX 480 auf der Cebit

Ausdrücklich verboten ist den offiziell immer noch "Boardpartnern" genannten Firmen, andere Programme als die installierten zu zeigen, oder die Karte in einem anderen Rechner zu betreiben oder sie gar selbst zu zeigen. Folglich fotografierten einige Journalisten durch die Lüftungsschlitze der Rechner, um zumindest einen winzigen Ausschnitt der Platine zeigen zu können, auf welcher der GF100 sitzt.

Stellenmarkt
  1. Bezirk Mittelfranken, Ansbach
  2. Robert Bosch GmbH, Reutlingen

Manche Pressevertreter wollten dieses Spiel nicht mitspielen, und so fotografierte zuerst Martin Fischer von Heise Online die GPU der GTX 480 - und zwar ohne Kühlkörper. Andere Journalisten wollten noch eins draufsetzen, und so gibt es auf der niederländischen Webseite Tweakers.net Bilder der gesamten Grafikkarte. Sie ist 26,7 Zentimeter lang, verfügt über einen acht- und einen sechspoligen Stromanschluss sowie laut Tweakers.net 1,5 GByte Speicher.

 

Warum Nvidia die Karten selbst nicht zeigen will, ist angesichts dieser Bilder rätselhaft: Das Gerät sieht serienreif aus, und sichere Rückschlüsse auf die ach so geheimen Daten (Benchmarks, Taktfrequenzen und Leistungsaufnahme) lassen die Aufnahmen auch nicht zu. Dass die GTX 480 maximal 300 Watt aufnehmen darf, ergibt sich schon aus der Tatsache, dass sie bei mehr Energiebedarf die Spezifikationen für PCI-Express-Karten verletzen würde. Zudem hatte Nvidia selbst die Karte schon gezeigt, und dabei waren dieselben Strombuchsen zu sehen.

Anderen Quellen auf der Cebit zufolge dreht Nvidia derzeit auch noch an den Taktfrequenzen, und daher ist laut der Bedienungsanleitung für den ersten Messeauftritt der GTX 480 die Diskussion der Takte den Grafikkartenanbietern auch verboten. Mehr noch: Alle Anfragen von Journalisten zu den noch nicht genannten Daten sind unverzüglich an Nvidia weiterzuleiten. Den Firmen, welche die Grafikkarten schließlich verkaufen sollen, ist darüber hinaus auch verboten, mit Pressevertretern selbst Vertraulichkeitsvereinbarungen (NDA) abzuschließen. Dieses Vorgehen ist unüblich, bei Prozessoren beispielsweise können PC-Anbieter in Absprache mit den Chipherstellern durchaus Journalisten vorab über neue Produkte informieren.

In einem Punkt widerspricht Nvidia sich in dem Dokument sogar selbst: Preise und Verfügbarkeit sollen die Kartenhersteller verschweigen. Dennoch gab aber Nvidia am ersten Cebit-Abend den Termin für die Auslieferung der GTX 480 bekannt. Dass der 29. März 2010 stimmt, dürfen die Anbieter von Grafikkarten aber dennoch auch danach eigentlich nicht sagen, sofern sie den Vertraulichkeitsvertrag unterschrieben haben. Auch wenn die Rechtswirksamkeit solcher NDAs in Deutschland umstritten ist, sind die Folgen unangenehm, denn dann gibt es eben kein Demosystem für die Messe.

Fast schon niedlich ist dagegen Nvidias Verbot, keine funktionslosen Muster, sogenannte "mechanical samples", von GF100-Karten zu zeigen. Mit einem solchen auch "mockup" genannten Muster war Nvidia bereits im Oktober 2009 auf die Nase gefallen. Die Attrappe wurde schnell als solche entlarvt, was Nvidia dann auch zugeben musste.

Bedenklicher sind da schon andere Angaben. Auf den Bildern der GF100-GPU ist stets "A2" zu lesen, was für das dritte Stepping nach A0 und A1 steht. Ausgeliefert werden soll aber Stepping A3 des Chips - das steckt aber offenbar noch nicht in den Demosystemen auf der Cebit.

Folglich gibt es schon Gerüchte, dass die angekündigten 512 Rechenwerke, die für den GTX 480 erwartet wurden, vielleicht nicht alle freigeschaltet werden. Die Produktdifferenzierung durch mehr oder weniger aktive Kerne hat bei Nvidia Tradition. Ebenso ist fraglich, wie Nvidia in nicht einmal vier Wochen genügend A3-GPUs beschaffen will, wenn es jetzt nicht einmal eine Handvoll davon für einen Messeauftritt gibt.

In jedem Fall ist Nvidias Bemühen um volle Kontrolle über Chips, die von anderen an Endkunden verkauft werden sollen, auf der Cebit ein viel diskutiertes Thema der Hardwarebranche. Ob es sich dabei auch nur um virales Marketing handelt und Nvidia ein vorgebliches Versteckspiel um die GTX 480 mit kalkulierten Indiskretionen im eigenen Sinne sogar gewonnen hat, wird sich erst noch zeigen: Abgerechnet wird erst mit unabhängigen Tests - falls Nvidia diese denn zulässt, und nicht wie früher geschehen, auch Testern die Verfahren und Programme vorschreibt. Alleine ist Nvidia mit solchen Taktiken jedoch nicht: Auch AMD griff auf der Cebit 2007 zu ähnlichen Mitteln für seinen verspäteten R600.

 Nvidia verliert Versteckspiel um GTX 480 auf der Cebit
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 14,99€ + 1,99€ Versand oder Abholung im Markt
  2. 54,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie
  3. 14,99€ + 1,99€ Versand oder Abholung im Markt

nie (Golem.de) 05. Mär 2010

Ja, kurz nach meinem Posting haben wir auch eine Meldung dazu veröffentlicht ;)

HD user 05. Mär 2010

Wer hat atm nen neuen Treiber rausgebracht der reihenweise Grakas killt? da sind die...

bloober 05. Mär 2010

Joa, dann ist doch alles Bestens für dich mit deiner 9600Gt. Toll!

highrider 04. Mär 2010

Ich fordere Kennzeichnungspflicht für Ironie im Internet!

highrider 04. Mär 2010

Blöd nur, dass die Spiele nur mit Tesselation allein nicht laufen :-D Warten wir auf...


Folgen Sie uns
       


Fünf smarte Lautsprecher von 200 bis 400 Euro im Vergleich

Link 300 und Link 500 von JBL, Onkyos P3, Panasonics GA10 sowie Apples Homepod treten in unserem Klangvergleich gegeneinander an. Die beiden JBL-Lautsprecher lassen die Konkurrenz blass aussehen, selbst der gar nicht schlecht klingende Homepod hat dann das Nachsehen.

Fünf smarte Lautsprecher von 200 bis 400 Euro im Vergleich Video aufrufen
VR-Rundschau: Retten rockende Jedi-Ritter die virtuelle Realität?
VR-Rundschau
Retten rockende Jedi-Ritter die virtuelle Realität?

Der mediale Hype um VR ist zwar abgeflaut, spannende Inhalte dafür gibt es aber weiterhin - und das nicht nur im Games-Bereich. Mit dabei: das beliebteste Spiel bei Steam, Jedi-Ritter auf Speed und ägyptische Grabkammern.
Ein Test von Achim Fehrenbach

  1. Grafikkarten Virtual Link via USB-C für Next-Gen-Headsets
  2. Oculus Core 2.0 Windows 10 wird Minimalanforderung für Oculus Rift
  3. Virtual Reality BBC überträgt Fußball-WM in der virtuellen VIP-Loge

Battlefield 5 Closed Alpha angespielt: Schneller sterben, länger tot
Battlefield 5 Closed Alpha angespielt
Schneller sterben, länger tot

Das neue Battlefield bekommt ein bisschen was von Fortnite und wird allgemein realistischer und dynamischer. Wir konnten in der Closed Alpha Eindrücke sammeln und erklären die Änderungen.
Von Michael Wieczorek

  1. Battlefield 5 Mehr Reaktionsmöglichkeiten statt schwächerer Munition
  2. Battlefield 5 Closed Alpha startet mit neuen Systemanforderungen
  3. Battlefield 5 Schatzkisten und Systemanforderungen

KI in der Medizin: Keine Angst vor Dr. Future
KI in der Medizin
Keine Angst vor Dr. Future

Mit Hilfe künstlicher Intelligenz können schwer erkennbare Krankheiten früher diagnostiziert und behandelt werden, doch bei Patienten löst die Technik oft Unbehagen aus. Und das ist nicht das einzige Problem.
Ein Bericht von Tim Kröplin

  1. Medizintechnik Künstliche Intelligenz erschnüffelt Krankheiten
  2. Dota 2 128.000 CPU-Kerne schlagen fünf menschliche Helden
  3. KI-Bundesverband Deutschland soll mehr für KI-Forschung tun

    •  /