Post: Brief im Internet startet im Juli 2010
Im Juli 2010 will die Post den Brief im Internet einführen, sagte Gerdes. Ein konkreter Name – der bisherige ist nur ein Arbeitstitel – soll in einer Werbekampagne im Mai 2010 bekanntgegeben werden. Als konzeptionelle Partner wurden auf der Cebit unter anderem der ADAC und die Lottogesellschaft Hessen vorgestellt.
Zentrales Argument für die Verwendung des elektronischen Briefes ist die erhöhte Sicherheit des Zustellverfahrens. Der Kunde soll sich zunächst unter Vorlage seines Personalausweises bei der Post registrieren und dann eine PostIdent-Nummer erhalten. Der elektronische Brief wird beim Kunden sofort verschlüsselt und erst beim Empfänger entschlüsselt, eine mögliche Einsicht während der Zustellung sei nicht möglich.
Als zusätzlichen Dienst will die Post auch den sogenannten Hybridbrief anbieten. Dabei wird ein elektronisch versandter Brief auch in Papierform zugestellt, wenn der Empfänger keinen Internetanschluss besitzt. Wie der Druck aussehen könnte oder ob farbiges Briefpapier verwendet werden kann, konnte noch nicht beantwortet werden.
Onlineautokauf und Spielen
Mit zusätzlichen Diensten wie Archivierung will die Post das Verfahren erweitern. Karl Oberair, Geschäftsführer des ADAC, sagte, er könne sich den elektronischen Brief vor allem bei vertraglichem Briefverkehr vorstellen, etwa wenn ein Kunde über das Internet einen Autokauf tätige oder die Mitfahrzentrale des ADAC nutze. Die Lottogesellschaft Hessen will per elektronischen Brief das Onlinespielen anbieten.
Die Zustellung eines Hybridbriefs soll nach den vorläufigen Plänen der Post mit 46 Cent zu Buche schlagen – ohne Zusatzdienste. Zu den Kosten für einen rein elektronischen Brief machte die Post keine Angaben. Die Zahlung soll über das posteigene Micropaymentsystem erfolgen.
Der Brief im Internet steht in direkter Konkurrenz zum Projekt De-Mail , das von der Bundesregierung propagiert wird und das unter anderem die Deutsche Telekom umsetzen will. Auf eine mögliche Zusammenarbeit oder einen Datenaustausch zwischen den beiden Anbietern angesprochen, reagierte Gerdes verhalten: Es gebe keine konkreten Pläne.
Im Jahre 2000 hatte die Post ein ähnliches Angebot unter dem Namen ePost eingeführt. Dieser Dienst wurde allerdings aufgrund mangelnder Nutzung 2004 stillschweigend eingestellt.



