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IMHO: Warum HTML5-Video derzeit keine Alternative ist

Flash bietet derzeit noch Vorteile gegenüber HTML5

HTML5 bietet mit dem Videotag die Möglichkeit, Videos direkt in Webseiten einzubetten, ohne Plugins wie Flash. Warum setzen nur wenige Seiten auf diese Technik? Und warum gibt es Videos bei Golem.de nur im Flash-Player?

Artikel veröffentlicht am ,

Flash ist zwar weit verbreitet, aber bei einigen Nutzern nicht sonderlich beliebt. Neben Abstürzen führen die Kritiker vor allem den unnötigen Ressourcenverbrauch an, wenn es um das Abspielen von Videos geht. Trotzdem wird Flash bei Webvideos so schnell nicht bedeutungslos werden. Es ist zwar keineswegs perfekt, dürfte aber mit der kommenden Version 10.1 dank hardwarebeschleunigter Videowiedergabe einen deutlichen Schritt nach vorn machen.

Flash weit verbreitet

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Derzeit ist Flash die einzige Plattform mit hoher Verbreitung, über die betriebssystem- und browserübergreifend Videos im Browser abgespielt werden können. Dass HTML5 hier noch nicht mithalten kann, liegt daran, dass vergleichsweise wenige Nutzer mit einem Browser unterwegs sind, der diese Technik unterstützt. Firefox, Opera, Safari und Chrome unterstützen HTML5-Video nur in aktuellen Versionen, der immer noch am häufigsten genutzte Browser Internet Explorer kann mit dem Tag in keiner Version umgehen - abgesehen von speziellen Erweiterungen, denen aber eine nennenswerte Verbreitung fehlt.

Wer also eine einheitliche Plattform sucht, um Videos abzuspielen, die möglichst weit verbreitet ist, kommt an Flash derzeit nicht vorbei. Wie wichtig das ist, zeigen immer wieder gescheiterte Versuche, neue Funktionen über Plugins zu verbreiten. Das bedeutet: Es reicht nicht, dass es für alle Systeme ein Plugin oder eine andere Möglichkeit gibt, die Inhalte wiederzugeben. Sie müssen auch auf den Rechnern der Nutzer vorhanden sein.

Kein einheitlicher Codec für HTML5

Und es gibt einen weiteren kritischen Punkt bei HTML5-Videos: Derzeit existiert kein einheitlicher Codec, der von allen Browsern unterstützt wird. Wer also HTML5 unterstützen will, muss seine Videos in zusätzlichen Formaten vorhalten. Das bedeutet zusätzlichen Aufwand, auch wenn er durch automatisierte Konvertierung und die damit einhergehenden leichten Abstriche an der Bildqualität in Grenzen gehalten werden kann. Hinzu kommt bei HTML5 ein noch fehlendes Rechtemanagement, Streaming mit unterschiedlichen Bitraten und es fehlt die Möglichkeit, Videos abzuspielen, ohne sie lokal zu speichern.

In Bezug auf Golem.de sieht die Situation etwas anders aus, denn die Mehrheit der Leser nutzt einen Browser, der das Videotag aus HTML5 unterstützt. Doch die Mehrheit sind eben noch nicht fast alle Nutzer, und so führt für uns derzeit kein Weg an Flash vorbei. Gern würden wir als zusätzliche Option HTML5-Video anbieten, um Nutzern, die kein Flash installiert haben, die Videos zugänglich zu machen. Wir würden auch den Aufwand, zusätzliche Formate bereitzuhalten, durchaus in Kauf nehmen.

Doch es gibt noch einen dritten, wesentlichen Punkt: die Refinanzierung.

Fehlende Vermarktungsinfrastruktur

Auf Basis von Flash existiert eine über Jahre gewachsene Infrastruktur, die bei Videos zwar noch am Anfang steht, es aber erlaubt, werbefinanzierte Videoinhalte anzubieten und die Kosten für Traffic und Inhalte halbwegs abzudecken.

Für HTML5 fehlt diese Infrastruktur noch. Mit den gängigen Systemen lassen sich die bei Webvideos derzeit am stärksten verbreiteten Werbeformen nicht wirtschaftlich realisieren. Für Angebote wie Wikipedia, die durch Spenden finanziert werden, stellt sich dieses Problem so nicht. Andere beschränken sich bei ihren Experimenten derzeit auf nicht vermarktete Inhalte, die im Fall von Youtube von Nutzern geliefert werden.

Wenn wir also im regulären Angebot überall dort, wo es möglich wäre, Videos über das Videotag von HTML5 ausliefern würden, würde uns ein Großteil der Einnahmen in diesem Bereich fehlen. Letztendlich könnten wir uns das Angebot von Videos dann schlicht nicht mehr leisten.

Doch der Markt ist in Bewegung. Adobe reagiert auf die neuen Herausforderungen, die Browserhersteller rüsten weitere Funktionen nach, beispielsweise um Videos auch im Vollbild abzuspielen.

Wir verfolgen diese Entwicklung aufmerksam, was sich auch in der Berichterstattung niederschlägt. Den Einsatz auf Golem.de werden wir nach pragmatischen Gesichtspunkten entscheiden. Beim Thema Video stehen derzeit zwei Aspekte im Vordergrund: Wir wollen unsere Inhalte möglichst vielen Nutzern zugänglich machen und sie vermarkten, um den Ausbau dieses Bereichs finanzieren zu können.

Flash ist nicht generell ressourcenhungriger

Was den Ressourcenverbrauch betrifft, sei an dieser Stelle auf eine aktuelle Analyse von Jan Ozer verwiesen: Er hat den Ressourcenverbrauch beim Abspielen von Videos mit Flash mit direkt per HTML-5-Tag eingebetteten Videos verglichen, unter verschiedenen Browsern und Betriebssystemen. Demnach hängt eine effiziente Videowiedergabe vor allem davon ab, ob eine vorhandene Hardwarebeschleunigung genutzt werden kann. Das wird mit Flash 10.1 unter Windows der Fall sein, so dass es hier keine nennenswerten Leistungsunterschiede gibt. Anders ist die Situation unter Mac OS X: Hier ist die Wiedergabe via HTML5 unter Safari besonders effizient, während der Flash Player unter Mac OS X auch in der kommenden Version 10.1 die Hardwarebeschleunigung nicht nutzen kann. Allerdings waren nicht alle Browser bei der Wiedergabe von direkt eingebetteten Videos deutlich schneller als Flash: Unter Chrome beispielsweise war der Ressourcenverbrauch sowohl bei der Wiedergabe per Flash als auch HTML5 etwa gleich.

Ozer kommt zu dem Schluss, dass angesichts der CPU-Auslastung nicht generell gesagt werden könne, dass Flash schlecht und HTML5 gut sei.

Wir wissen, dass ein Teil unserer Nutzer ein Interesse daran hat, Videos ohne Flash zu betrachten. Sobald das mit HTML5 für uns wirtschaftlich umsetzbar ist, werden wir diese zusätzliche Option anbieten. Noch ist das nicht der Fall. Wo aber kein anderer Weg existiert, beispielsweise auf vielen mobilen Endgeräten, arbeiten wir an einer Lösung auf Basis von HTML5.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de.
IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)



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hhhhd 12. Apr 2010

Bei diesem IMHO-Schwachsinn stört bereits die Überschrift, daher wird es mit dem...

Stefab 24. Mär 2010

Hallo! Ich verwende Safari am Mac, nicht unbedingt weil er dabei ist, aber er hat nun mal...

corianda 14. Mär 2010

Im Gegensatz zu Flash lädt der Cache sofort vollständig, ich kann sofort vorspulen oder...

Missingno. 12. Mär 2010

Hier könnte AdBlock stehen.

FlashHTML5 12. Mär 2010

Es gibt eine Menge, das stimmt. Aber trotzdem schätze ich, dass es höchstens 10% allen...


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