Apples App Store: Nacktscanner fürs iPhone

Der Ton der betroffenen Verlage diesbezüglich war bislang ungerührt bis wenig kampfeslustig. "Das professionelle Business mit Apple wird erschwert, weil deren Kommunikationsprozesse dem Ansturm bisher nicht gewachsen sind", kritisierte Stern.de-Geschäftsführer Christian Hasselbring umständlich im November, als ihn das Mediennachrichten-Blog Meedia zum Rauswurf befragte. "Hier hätte eine proaktive Kommunikation von Apple viele Missverständnisse vorbeugen können. Diese Kommunikationsschwierigkeiten machen es Developern und speziell Medienanbietern unnötig schwer, mit Apple zusammenzuarbeiten." Soll heißen: Man möchte doch lieber im vorauseilenden Gehorsam eine Erotikstrecke Apple-gerecht manipulieren, als komplett aus dem Rennen zu sein.

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Der sanfte Ton hat womöglich einen geldwerten Grund: Denn groß sind die Hoffnungen der Medienindustrie, sich mit Hilfe mobiler Geräte endlich aus der sogenannten Free-Content-Falle zu befreien. Hoffen sie doch, auf dem iPhone und noch viel mehr auch auf dem iPad wieder Geld für Inhalte verlangen zu können, die sie im Netz bislang kostenlos verteilen. Gleichzeitig aber rennen sie damit offensichtlich in eine Zensurfalle. Entscheidet doch nun Apple, was der Öffentlichkeit präsentiert werden darf.

Rechtlich ist diese Zensur wohl nicht zu beanstanden. Schließlich ist Apple ein Konzern und keine staatliche Institution, der man medienrechtlich mit dem Zensurvorwurf zu Leibe rücken könnte. Und schon gar nicht mit deutschem Recht. Das Problem erwächst aus Apples (künftiger) Marktmacht und den veränderten Distributionsbedingungen. Man könnte sagen: Eine christliche Zeitung darf Wörter wie "Babe" und "Titten" ausschließen, wenn sie das will. Ein Zeitungskiosk aber darf die Nackedeis nicht aussortieren. Und noch viel weniger darf das ein Hersteller von Zeitungsständern. Apple jedoch ist Gerätehersteller und Inhaltebewerter in einem. Die Reichweite einer Apple-Entscheidung ist inzwischen deutlich größer als die der Farbe eines Bildschirmschoners.

Das hatte schon bei technisch begründeten Auswahlkriterien - so lässt Apple weder Googlevoice noch Skype noch Flash auf seinen Handys zu - so seine Tücken. Bei inhaltlichen Zensurmaßnahmen wird das richtig problematisch.

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Noch dazu, wenn der Hintergrund Verkaufskosmetik ist. Ist das iPad wohl der Grund für die Aufräumaktion: Man macht sich fit für den baldigen Start des Geräts. Denn mit diesem Tablet-Gerät zielt Apple auf den Massenmarkt, das heißt, auch auf Familien und Kinder. Und während technikbegeisterte Lifestyle-Kunden es problemlos verkraften konnten, beim Stöbern im App Store an zahlreichen nackten Hintern vorbeizumanövrieren, soll dieser Anblick den amerikanischen Familienvätern künftig erspart bleiben.

 

Allerdings ist Apple nicht das einzige Unternehmen, das künftig über das Weltangebot an mobilen Inhalten zu befinden hat. Wer diese Art von Zensur nicht wünscht, dem steht es frei, sich einen anderen Anbieter zu suchen. Das gilt nicht nur für die Endkunden. Auch das Glück der Verlage hängt nicht allein an einem weißen Ladekabel. So wie Verlage darauf angewiesen sind, künftig mobil gelesen zu werden, ist auch Apple mit seinem iPad von guten Inhalten abhängig. Durchaus ein Hebel für die Verlage, Druck zu machen gegen solche Zensur. [von Tina Klopp, Zeit Online]

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Anton I. 28. Feb 2010

I-Phones sind halt nichts für Amish-People. Und in Anbetracht des Waffenwahns in den USA...

IhrName9999 26. Feb 2010

Artikel 1, Absatz 1. Müssen sie. Nicht in Deutschland. Artikel 1, Absatz 1. Ja Und? Was...

atDragonhunter 24. Feb 2010

Witzig. Da haben wir ja direkt was gemeinsam. Ich verachte auch schmuddelige Pornofans...

falsch so 24. Feb 2010

Erzähl das nur nicht der Zensursula! Noch einfacher ist es übrigens gleich alles...

MS 24. Feb 2010

Und was ist falsch daran, sein Produkt weiter zu entwickeln? Meinst Du etwa, dass wenn Du...



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