Disney droht Kinoboykott wegen frühem DVD-Start

Neues Veröffentlichungszeitfenster könnte sich weltweit durchsetzen

Disney sieht sich in drei europäischen Ländern von einem Boykott der Kinokettenbetreiber bedroht. Grund ist ein früher DVD-Start der Neuverfilmung von Alice im Wunderland mit Johnny Depp.

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Disney droht Kinoboykott wegen frühem DVD-Start

Disney hat Streit mit mehreren Kinoketten in Europa, weil der Unterhaltungskonzern Tim Burtons Neuverfilmung von Alice im Wunderland früher in den Blu-ray- und DVD-Verleih und -Verkauf bringt. Der Marktstart auf den optischen Datenträgern soll um einen Monat vorgezogen werden. Damit würde der DVD-Film statt 17 Wochen schon 13 Wochen nach der Kinopremiere erscheinen. Die DVD-Version soll zudem in Kinos beworben werden. Die Kinobetreiber sehen ihre Einnahmen bedroht. Für den Film Alice im Wunderland mit Johnny Depp als verrückten Hutmacher ist in Deutschland bislang ein Starttermin am 4. März 2010 geplant.

 

"Disney ist vertragsbrüchig", sagte Youry Bredewold von der niederländischen Vereinigung National Board of Cinema Owners laut einem Bericht der britischen Financial Times. "Es gibt eine Vereinbarung zwischen Filmdistributoren und Kinobetreibern, dass ein Zeitfenster von mindestens vier Monaten zwischen dem Kinostart und der DVD-Veröffentlichung eingehalten werden muss." Mit Minerva, Pathe, Wolff und Jogchems wollen 80 Prozent der niederländischen Kinoketten den Film deshalb boykottieren.

Für Disney ist Alice im Wunderland ein wichtiger Testlauf. Der Konzern plant, künftig einige Titel schon 90 Tage nach dem Kinostart als DVD- und Blu-ray-Version zu vermarkten. Wie Variety, das Branchenmagazin der Unterhaltungsindustrie, berichtet, ist auch in Großbritannien und Italien mit Boykottaufrufen zu rechnen.

Um in Großbritannien eine Blockade zu vermeiden, gab es ein Treffen der Disney-Manager Bob Chapek und Chuck Viane mit den dortigen Filmtheaterbetreibern Odeon, Vue und Cineworld. Nicht alle Kinobetreiber hätten sich jedoch von Disney umstimmen lassen, berichtet Variety weiter.

Paramount hatte G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra ebenfalls früher auf DVD herausgebracht. Warner Bros. plant dasselbe mit dem 3D-Animationsfilm Guardians of Ga'hoole von Zack Snyder. In den USA ist das Zeitfenster zwischen Filmtheaterstart und DVD-Vermarktungsbeginn bereits oft auf 90 Tage verkürzt. Die Filmstudios wollen so ein weiteres Absinken der Einnahmen mit DVDs verhindern. Dabei geht es aber eher um weltweite Absatzzahlen, denn in Deutschland wurden 2009 deutlich mehr DVDs und Blu-rays verkauft als im Vorjahr.

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LX 20. Feb 2010

Wenn die Kinos es tatsächlich schaffen, den Film zu boykottieren, entgehen ihnen aber...

NotGuilty 19. Feb 2010

Sehe ich genau so!! In Russland hat man versucht den Schwarzmarkt mit kopierten noch...

milltread 19. Feb 2010

Die Heuler von wegen "ich kauf nie einen dvd-player" "ich brauch kein handy, mein telefon...

Monsieur Krombach 18. Feb 2010

Sehe ich auch so. Wenn jetzt die DVD zeitgleich zum Kinostart erscheinen würde, könnte...



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