USA nur bedingt cyberabwehrbereit

Simulationsspiel zeigt, dass USA ungenügend gegen Cyberattacken gewappnet sind

US-Computersicherheitsexperten haben schon mehrfach Sicherheitslücken bei wichtigen Infrastrukturbetrieben aufgespürt. Ein Simulationsspiel hat nun gezeigt, dass eine große und koordinierte Cyberattacke das Land hart treffen kann. Politiker fordern als Konsequenz mehr Kompetenzen für einen solchen Notfall.

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Im Falle eines konzertierten Cyberangriffs sind die USA nur ungenügend vorbereitet. Zu dem Ergebnis kommt das gestern durchgeführte Simulationsspiel Cyber Shockwave, das vom Thinktank Bipartisan Policy Center organisiert wurde.

Malware auf Mobiltelefonen und Computern

Inhalt:
  1. USA nur bedingt cyberabwehrbereit
  2. USA nur bedingt cyberabwehrbereit

Das Szenario sah vor, dass Angreifer Schadcode auf Mobiltelefone von Millionen US-Bürgern schmuggelten. Zuerst transferierten sie Millionen US-Dollars auf ausländische Banken. Dann wiesen sie die Geräte an, ein bestimmtes Video herunterzuladen und damit die Netze der Mobilfunkanbieter zu überlasten.

Im nächsten Schritt infizierten die Smartphones bei der Synchronisierung die Computer, woraufhin diese ebenfalls das Video herunterluden und so auch das Festnetz lahmlegten. Als ob das nicht genug wäre, schrieben die Autoren noch eine Hitzewelle mit Wirbelsturm in das Drehbuch des Simulationsspiels. Diese ließen zusammen mit einem Softwarefehler in einer Stromhandelsplattform und einem Sprengsatz die Stromversorgung an weiten Teilen der Ostküste zusammenbrechen.

Rechtlich an der Grenze

Die Teilnehmer des hochkarätig besetzten Spiels hatten die Aufgabe, den Präsidenten zu beraten und eine angemessene Antwort auf die Cyberattacke zu finden. Dabei waren unter anderem Michael Chertoff, der ehemalige US-Heimatschutzminister, in der Rolle des Nationalen Sicherheitsberaters, oder der ehemalige Direktor Nationale Nachrichtendienste John Negroponte als Außenminister. Die Spieler sahen sich angesichts der Bedrohung jedoch ziemlich schnell vor das Problem gestellt, dass der Regierung rechtlich die Hände gebunden waren: So ging das Szenario etwa davon aus, dass es einen Patch für das Smartphone gibt, den ein Teil der Nutzer einspielte und die Geräte sicher machte. Aber was ist mit den anderen? Kann die Regierung in einem solchen Notfall einfach ihre Mobiltelefone aus der Ferne abschalten?

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Sie kann nicht: Sie habe nicht das Befugnis, die Mobiltelefone der Bürger unter Quarantäne zu stellen, stellte die Justizministerin in der nachgestellten Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates fest. Diese Rolle hatte Jamie Gorelick, stellvertretende Justizministerin unter Präsident Bill Clinton, übernommen, berichtet die Washington Post.

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