Abo
  • Services:
Anzeige

Roboter lernen den Cocktailparty-Effekt

Europäische Forscher geben Robotern die Fähigkeit zur selektiven Wahrnehmung

Roboter sollen in Zukunft Teil unserer Umwelt werden. Dazu gehört, dass sie in der Lage sind, genauso mit Menschen zu kommunizieren, wie Menschen es untereinander tun. Im Rahmen eines europäischen Forschungsprojektes wollen Wissenschaftler aus Deutschland, Frankreich, der Schweiz und Tschechien Robotern eine wichtige Fähigkeit für die Kommunikation in Gesellschaft beibringen: den Cocktailparty-Effekt.

Zu den Voraussetzungen für die Integration von Robotern in unseren Alltag gehört, dass sie angemessen mit den Menschen kommunizieren können. Das mag bei einem Dialog noch ganz gut funktionieren. Schwierig wird es aber bei Gesprächen in Gesellschaft. Menschen, die sich auf einer größeren Veranstaltung, etwa auf einer Party, miteinander unterhalten, schaffen es, die Geräuschkulisse um sich herum so zu unterdrücken, dass sie sich auf den Gesprächspartner konzentrieren können. Diese Form der selektiven Wahrnehmung - auch Cocktailparty-Effekt genannt - wollen Wissenschaftler Robotern beibringen.

Anzeige

Audiovisuelle Fähigkeiten für Roboter

Humanoids with auditory and visual abilities in populated spaces, kurz Humavips, heißt das von der Europäischen Union geförderte Projekt, in dessen Rahmen Roboter gesellschaftsfähig gemacht werden sollen. Ziel sei, humanoide Roboter mit den audiovisuellen Fähigkeiten für Erkundung, Erkennen und Interaktion auszustatten, heißt es in der Projektbeschreibung.

Viele Roboter nutzten auditive oder visuelle Wahrnehmung, allerdings meist für ganz andere Zwecke, sagte Projektleiter Radu Horaud vom französischen Institut National de Recherche en Informatique et Automatique (Inria) dem Technologiemagazin Wired. Das Sehen werde meist für die Orientierung des Roboters eingesetzt oder um ein Objekt zu erkennen. Das Hören diene dem Verstehen von Sprache. In dem Humavips-Projekt hingegen geht es darum, Sehen und Hören in Kombination einzusetzen, um die Wahrnehmung auf ein Gegenüber zu konzentrieren und Hintergrundgeräusche auszublenden.

Nach Abschluss des Projektes Humavips soll ein Roboter in der Lage sein, sich in einer Gesellschaft zurechtzufinden, einzelne Menschen oder kleine Gruppen auszumachen, sich zu ihnen zu gesellen und mit ihnen ein Gespräch zu beginnen, wobei er auch ein angemessenes Benehmen an den Tag legen sollte.

Bescheideneres Ziel

Horaud setzt sein Ziel indes bescheidener: "Wenn ich am Ende des Projektes einen Roboter habe, der in einem Raum mit, sagen wir, vier oder fünf Personen die Übersicht behält, wie viele Personen sprechen und wie viele nicht, der die menschlichen Sprachäußerungen von anderen Schallquellen unterscheiden kann und der in der Lage ist, eine dieser Personen auszuwählen, zu ihr hinzugehen und ihre Aufmerksamkeit zu erregen, dann ist ist das schon sehr ehrgeizig." Mehr, sagt er, sei in einem einzigen Projekt nicht zu schaffen.

Die Systeme, die im Rahmen des Projektes entwickelt werden, sollen an dem vom französischen Robotikunternehmen Aldebaran Robotics entwickelten Roboter Nao getestet werden. Die dort entwickelte Software soll unter einer quelloffenen Lizenz stehen, damit sie auch nach Ende von Humavips genutzt und weiterentwickelt werden kann.

Beteiligt an Humavips sind unter der Leitung von Inria die Universität in Bielefeld, die Technische Universität in Prag, das Schweizer Forschungsinstitut Idiap sowie das Unternehmen Aldebaran. Die Laufzeit des Projektes, das Anfang des Monats gestartet ist, beträgt drei Jahre.


eye home zur Startseite
Raven_ 17. Feb 2010

Wer den Artikel gelesen hätte, wüsste, dass es hier _nicht_ um Roboter-Barkeeper geht...

Raven_ 17. Feb 2010

Falls du mal ein ganz konkretes Beispiel willst, was aus genau diesem Projekt unter...

noiz1709 17. Feb 2010

Hallo! Da ich selber in der Hörgeräteakustikbranche arbeite hätte ich einen Tip an die...

cartman 17. Feb 2010

Nee Digger, stimmt schon so wie ich es geschrieben hab... Wenn Du auf Kerle stehst, ist...

Rainer Tsuphal 17. Feb 2010

So ein Roboter schluckt mindestens ein Megabit pro Sekunde.



Anzeige

Stellenmarkt
  1. PUSCH WAHLIG LEGAL, Berlin
  2. Bosch SoftTec GmbH, Hildesheim
  3. Dirk Rossmann GmbH, Burgwedel
  4. Stadtwerke München GmbH, München


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 59,90€
  2. 1.499,00€
  3. 237,90€ + 5,99€ Versand bei Alternate.de

Folgen Sie uns
       


  1. Dragon Ball FighterZ im Test

    Kame-hame-ha!

  2. Für 4G und 5G

    Ericsson und Swisscom demonstrieren Network Slicing

  3. FTTH

    Gewerbegebiete in Hannover und Potsdam bekommen Glasfaser

  4. Streaming

    Microsoft Store wird auf Mixer eingebunden

  5. Kubernetes

    Kryptomining auf ungesicherten Tesla-Cloud-Diensten

  6. Sounddesign

    Wie vertont man ein geräuschloses Auto?

  7. IBM

    Watson versteht Sprache und erstellt Dialoge in Unity-Games

  8. Mobilfunk

    Telefónica Deutschland gewinnt 737.000 neue Vertragskunden

  9. Burnout Paradise Remastered

    Hochaufgelöste Wettrennen in Paradise City

  10. Spectre

    Intel verteilt Microcode für Client- und Server-CPUs



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Homepod im Test: Smarter Lautsprecher für den Apple-affinen Popfan
Homepod im Test
Smarter Lautsprecher für den Apple-affinen Popfan
  1. Rückstände Homepod macht weiße Ringe auf Holzmöbeln
  2. Smarter Lautsprecher Homepod schwer reparierbar
  3. Smarter Lautsprecher Homepod-Reparaturen kosten fast so viel wie ein neues Gerät

Entdeckertour angespielt: Assassin's Creed Origins und die Spur der Geschichte
Entdeckertour angespielt
Assassin's Creed Origins und die Spur der Geschichte
  1. Assassin's Creed Denuvo und VM Protect bei Origins ausgehebelt
  2. Sea of Thieves angespielt Zwischen bärbeißig und böse
  3. Rogue Remastered Assassin's Creed segelt noch mal zum Nordpol

Axel Voss: "Das Leistungsschutzrecht ist nicht die beste Idee"
Axel Voss
"Das Leistungsschutzrecht ist nicht die beste Idee"
  1. Leistungsschutzrecht EU-Ratspräsidentschaft schlägt deutsches Modell vor
  2. Fake News Murdoch fordert von Facebook Sendegebühr für Medien
  3. EU-Urheberrechtsreform Abmahnungen treffen "nur die Dummen"

  1. Re: Jetzt sind Autos endlich leise

    ChMu | 14:37

  2. Re: IQ Test - hast Du HD+

    cherubium | 14:36

  3. Wer natürliche Auslese...

    Kondratieff | 14:35

  4. Netzclub

    toastedLinux | 14:35

  5. Re: So ein Blödsinn

    stereo12 | 14:34


  1. 14:02

  2. 13:51

  3. 12:55

  4. 12:40

  5. 12:20

  6. 12:02

  7. 11:56

  8. 11:32


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel