Security-Forscher: Bezahlen mit Kreditkarte und PIN unsicher

Britische Forscher finden angeblichen Fehler im EMV-Protokoll

Das Protokoll EMV, das in Europa von Millionen EC- und Kreditkarten verwendet wird, soll einen schwerwiegenden Fehler aufweisen. Britische Forscher wollen nachgewiesen haben, dass sich mit einer fremden Karte bezahlen lässt, auch wenn die PIN unbekannt ist.

Artikel veröffentlicht am ,

Das von Europay, Mastercard und Visa entwickelte EMV ist heute in Europa das dominierende Verfahren für Chipkarten im Zahlungsverkehr. Auch die im Januar 2010 millionenfach in Deutschland ausgefallenen EC-Karten setzten auf EMV. Das Protokoll soll jedoch laut einem Bericht von ZDnet UK eine Schwachstelle haben.

Stellenmarkt
  1. Mitarbeiter (m/w/d) First Level Support/IT-Service Desk
    WDR mediagroup digital GmbH, Köln
  2. Digital Transformation Manager (m/w/d)
    OEDIV KG, Bielefeld
Detailsuche

Mittels einer Man-in-the-middle-Attacke soll ein Terminal, wie es beispielsweise in Geschäften für Zahlungen verwendet wird, ausgetrickst werden können. Selbst wenn eine falsche PIN eingegeben wird, soll das Terminal durch eine Lücke in EMV die Eingabe als korrekt akzeptieren. Nötig ist dafür etwas Hardware, die jedoch handelsüblich sein soll. Laut Darstellung der Forscher von der Universität Cambridge, welche diese auch in einem PDF veröffentlicht haben, sollen sich die Geräte - dazu zählen ein Notebook und ein FPGA-Board - aber auch leicht in einem Rucksack unterbringen lassen.

Ob sich so auch mit gestohlenen Karten unauffällig bezahlen lässt, scheint damit noch nicht bewiesen. Das wäre fatal, da eine Zahlung mittels PIN meist zulasten des Kunden geht. Kreditunternehmen gehen dann häufig davon aus, dass etwa die PIN zusammen mit der Karte aufbewahrt wurde. Ein Sprecher der "UK Payments Administration" sagte gegenüber ZDnet UK auch, ein Einsatz des Verfahrens in der kriminellen Praxis sei noch nicht beobachtet worden.

Wie sich jüngst beim Ausfall von EC-Karten in Deutschland gezeigt hat, akzeptieren viele Terminals auch noch den Magnetstreifen der Karten, der sich jedoch schon seit Jahren sehr einfach nachbilden lässt. Schnell verbreitete sich der "Geheimtipp", den Chip mittels eines Klebestreifen für das Lesegerät unzugänglich zu machen. Der Umstieg auf Chipkarten und das EMV-Verfahren sollte die bargeldlose Zahlung dabei sicherer machen.

Golem Karrierewelt
  1. Elastic Stack Fundamentals – Elasticsearch, Logstash, Kibana, Beats: virtueller Drei-Tage-Workshop
    26.-28.09.2022, Virtuell
  2. Container Management und Orchestrierung: virtueller Drei-Tage-Workshop
    22.-24.08.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Die britischen Wissenschaftler wollen ihre Ergebnisse im Mai 2010 auf dem IEEE Symposium on Security & Privacy im kalifornischen Oakland näher erläutern und zur Diskussion stellen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Eule 16. Feb 2010

"Bankenverband: Deutsche EC-Karten nicht für Manipulationsversuche anfällig" Warum wußte...

kirsche40 15. Feb 2010

Nur von Dir. :) Falsch. Bankautomaten gehen in D grundsätzlich online. Bleiben nur noch...

peonxeon 14. Feb 2010

Naja - aber es geht ja nicht um 'noch einmal verifizieren'... die Bank hat den PIN ja gar...

peonxeon 14. Feb 2010

Ich denke was du übersiehst, ist, dass dieses Problem auch EC-Karten betrifft. Im...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Krypto-Gaming
Spieleentwickler wollen nichts mit NFT zu tun haben

Die Gamesbranche wehrt sich bislang vehement gegen jedes neue Blockchain-Projekt. Manager und Entwickler erklären warum.
Von Daniel Ziegener

Krypto-Gaming: Spieleentwickler wollen nichts mit NFT zu tun haben
Artikel
  1. Mojo Lens: Erster Tragetest mit Augmented-Reality-Kontaktlinse
    Mojo Lens
    Erster Tragetest mit Augmented-Reality-Kontaktlinse

    Ein winziges Micro-LED-Display, ein Funkmodem, ein Akku - und kein Kabel: Der Chef von Mojo Lens hat seine AR-Kontaktlinse im Auge getragen.

  2. Ouca Bikes: E-Lastenrad für eine Viertel Tonne Fracht oder acht Kinder
    Ouca Bikes
    E-Lastenrad für eine Viertel Tonne Fracht oder acht Kinder

    Ouca Bikes hat ein elektrisches Lastenrad vorgestellt, das eine Zuladung von rund 250 kg transportieren kann. Das E-Bike fährt auf drei Rädern.

  3. Bill Nelson: Nasa-Chef warnt vor chinesischem Weltraumprogramm
    Bill Nelson
    Nasa-Chef warnt vor chinesischem Weltraumprogramm

    Gibt es Streit um den Mond? Nasa-Chef Bill Nelson fürchtet, dass China den Trabanten als militärischen Außenposten für sich haben möchte.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MindStar (G.Skill Trident Z Neo 32 GB DDR4-3600 149€) • The Quarry + PS5-Controller 99,99€ • Alternate (Acer Nitro QHD/165 Hz 246,89€, Acer Predator X28 UHD/155 Hz 1.105,99€) • Samsung GU75AU7179 699€ • Kingston A400 480 GB 39,99€ • Top-PC mit Ryzen 7 & RTX 3070 Ti 1.700€ [Werbung]
    •  /