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Neue Vergütungsabgabe verteuert DVD- und Blu-ray-Rohlinge

ZPÜ hebt Preise per Mitteilung im Bundesanzeiger massiv an. Die deutschen Verwertungsgesellschaften haben die Vergütungsabgaben auf optische Rohlinge stark erhöht. Die Endkundenpreise dürften massiv steigen. Pro Blu-ray-Rohling wird eine Abgabe von 3,47 Euro gefordert.
/ Achim Sawall
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Die deutschen Verwertungsgesellschaften haben die Vergütungsabgaben auf optische Rohlinge deutlich erhöht, was zu einer massiven Preiserhöhung im Handel führen wird. Die Zentralstelle für private Überspielungsrechte (ZPÜ) hatte nach gescheiterten Verhandlungen mit dem Informationskreis Aufnahmemedien die neuen Abgaben für CD-, DVD- und Blu-ray-Rohlinge am 30. Dezember 2009 im Bundesanzeiger veröffentlicht. Das sagte die Sprecherin des Informationskreises Aufnahmemedien Golem.de.

Diese Veröffentlichung sei aus Sicht des Informationskreises rechtswidrig gewesen. "Außerdem gibt es für die Höhe der Tarife keine tatsächliche und rechtliche Grundlage" , sagte sie. Die Hersteller erwarteten, dass die zuständige Aufsichtbehörde, das Deutsche Patent- und Markenamt, dagegen vorgehen wird.

"Die neuen Abgaben sorgen für totales Chaos auf dem Speichermarkt" , erklärte Ralf Schnur, Geschäftsführer des Speichermedien-Distributors Software Partner, dem Magazin Computer Reseller News(öffnet im neuen Fenster) . Bei einer CD-RW steige die Abgabe von 2,88 Cent auf 19,7 Cent. Für DVD-Rohlinge klettert die bisherige Abgabe pro Spielstunde von 8,7 Cent auf 13,9 Cent bei DVD+/-R mit 4,7-GByte-Kapazität. 27,1 Cent sollen für DVD+/-RWs mit 4,7 GByte fällig werden und 55 Cent für DVD-RAM mit 4,7 GByte. Der Händlereinkaufspreis für eine Blu-ray mit 25 GB liegt bei 1,50 bis 2 Euro, die ZPÜ sieht eine Abgabe von 3,47 Euro pro Rohling vor. Der Endkundenpreis für einen solchen Blu-ray-Rohling liegt bisher bei circa 2 bis 4 Euro.

Damit sei der Handel mit Blu-rays eigentlich sinnlos geworden, sagte Schnur dem Magazin. Die kleineren Hersteller hätten schon begonnen, die Vergütungsabgabe auf die Preise aufzuschlagen, so Schnur. Große Hersteller wie Verbatim wollten gegen die neue ZPÜ-Festlegung klagen.


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