Depressive surfen auch im Web

Studie bringt Depressionen und Surfverhalten in Zusammenhang

Forscher von der britischen Leeds-Universität haben festgestellt, dass Internet-Abhängige häufiger an Depressionen leiden als der Bevölkerungsdurchschnitt. Die Bedeutung der Studienergebnisse lässt sich aber nur schwer beurteilen.

Artikel veröffentlicht am , Meike Dülffer

Surfen Depressive häufiger im Web oder macht Websurfen depressiv? Eine klare Antwort auf diese Frage kann Catriona Morrison von der Universität im britischen Leeds nicht geben. Die Psychologin hat zusammen mit einer Kollegin den möglichen Zusammenhang zwischen Depressionen und Surfverhalten untersucht. In ihrer jetzt veröffentlichten Studie konnten die Forscherinnen aber feststellen, dass Internet-Abhängigkeit "im Zusammenhang mit Depressionen" steht. Wer sich selbst als abhängig von der Internetnutzung beschreibt, macht statistisch gesehen häufiger "starke Depressionssymptome" an sich selbst aus als Vergleichssubjekte, denen keine Abhängigkeit bescheinigt wird.

Morrison sagte der britischen Tageszeitung Guardian zu ihren Ergebnissen: "Unsere Forschung legt nahe, dass es einen Zusammenhang zwischen exzessiver Internetnutzung und Depressionen gibt. Allerdings wissen wir nicht, was von beiden zuerst kommt... Klar ist, dass für eine kleine Gruppe von Menschen die exzessive Nutzung des Internets ein Warnsignal für depressive Tendenzen sein könnte."

Für die Studie wurden 1.319 Personen im Rahmen von drei verschiedenen Tests befragt: Internet-Abhängigkeitstest (Internet Addiction Test), Internet-Funktionstest (Internet Function Questionnaire) und Beck-Depressionsinventar (Beck Depression Inventory, BDI). Von den befragten Personen wurden 18 (1,2 Prozent) als internetabhängig eingestuft. Sie wiesen mehr oder weniger starke Depressionssymptome auf. Laut BDI gehören dazu sowohl Stimmungsprobleme wie Schuldgefühle oder Selbstmordgedanken als auch somatische Probleme wie Appetitverlust oder Lustlosigkeit.

Der aus 21 Elementen bestehende BDI ist in der Medizin seit Jahren etabliert. Bei der Internet-Abhängigkeit sieht es jedoch anders aus. Zwar wurden von 1996 (M. O'Reilly: Internet addiction: a new disorder enters the medical lexicon) bis heute hunderte Fachaufsätze zur Diagnose und Behandlung von Internet-Abhängigkeit veröffentlicht. Ein klar zu diagnostizierendes Symptombild fehlt aber immer noch. Die Gemeinschaft der Mediziner streitet seit Jahren darüber, was genau als Internet-Abhängigkeit gelten soll. Die Aussagekraft der Studie ist daher kaum zu beurteilen. Sicher ist nur eins: Auch Depressive surfen im Web. [von Robert A. Gehring]

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Norfuk 08. Feb 2010

@Blair, schöner Post - Full Ack!

Hotohori 04. Feb 2010

Eben, da gibt es ganz andere Dinge die da depressiv machen können, z.B. manche Kommentare...

d3wd 04. Feb 2010

Solche Leute hören auch "Die Mannequin". ;D

Anonymer Nutzer 04. Feb 2010

denn es kommt auf die Ursache an. Wenn diese durch selbsterzeugten Leistungsdruck...



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