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EU-Kommission will britische Schnüffelsoftware untersuchen

Provider Virgin Media will Ausmaß des illegalen Dateientauschs ermitteln

Der britische Provider Virgin Media will mit einer Software den Datenverkehr seiner Kunden durchforsten, um festzustellen, wie viele Dateien illegal getauscht werden. Datenschützer haben bei der Europäischen Kommission Beschwerde gegen den Einsatz der Schnüffelsoftware eingelegt.

Artikel veröffentlicht am ,

Die Europäische Kommission hat angekündigt, die von dem britischen Unternehmen Detica entwickelte Software Cview zu überprüfen. Mit diesem System will der britische Provider Virgin Media feststellen, wie viel illegalen Datentausch seine Kunden betreiben.

Beschwerde von Bürgerrechtlern

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Die Kommission kündigte an, die Rechtmäßigkeit der Software zu prüfen und Tests des Systems genau zu überwachen, berichtet die BBC. Die britische Bürgerrechtsorganisation Privacy International hatte eine Beschwerde wegen des Systems eingereicht.

Cview soll den Datenverkehr der Virgin-Kunden per Deep Packet Inspection (DPI) analysieren. Es schaut in die Datenpakete hinein. Die Daten, die aus Peer-To-Peer-Tauschbörsen stammen, werden dann näher betrachtet, um festzustellen, ob diese unrechtmäßig getauscht wurden.

Keine personenbezogenen Daten

Virgin beteuert, Cview stelle keinen Eingriff in die Privatsphäre dar, da das System keine IP-Adressen sammelt. "Es war nie dazu bestimmt, die Identität von Nutzern zu erfassen", sagte Virgin-Sprecher Asam Ahmad der BBC. "Wir wollen herausfinden, was wir tun können, um den illegalen Dateitausch zu vermindern." Von Cview verspricht sich der Provider Aufschluss darüber, welche Dateien am häufigsten illegal getauscht werden und wie hoch der Anteil des legalen Dateitausch gegenüber dem illegalen ist.

Für Alexander Hanff, Vorsitzender von Privacy International, stellt Cview jedoch einen Verstoß gegen britisches Recht dar. Das Abhören von Kommunikation sei immer illegal, egal zu welchem Zweck die Daten gesammelt würden. Hanff kündigte an, Strafanzeige gegen Virgin zu stellen, sollte das Unternehmen Cview einsetzen.

Virgin Media hat nach eigenen Angaben alle relevanten Stellen auf nationaler und europäischer Ebene, darunter den obersten britischen Datenschützer, und die Regulierungsbehörde Ofcom über das System und einen geplanten Test informiert. Dieser solle in Kürze stattfinden, teilte das Unternehmen dem Branchenmagazin eWeek mit. Ein genauer Termin steht noch nicht fest.

Ähnlich wie Phorm

Vom Prinzip her ähnelt Cview dem Werbesystem Webwise des britischen Anbieters Phorm: Das System analysiert ebenfalls per DPI den Datenverkehr. Es analysiert, welche Seiten ein Nutzer besucht und was er sich dort anschaut. Webwise erstellt daraus ein Nutzerprofil und liefert dazu passende Werbung aus.

Wegen Phorm - der Provider British Telecom hatte das System zum Teil ohne das Wissen seiner Kunden getestet - kam es im vergangenen Jahr zu einer Auseinandersetzung zwischen der Europäischen Kommission und Großbritannien.

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Jurastudent 27. Jan 2010

Danke für den Tip! Die beste Quelle für "Dummheiten auf der Insel" ist übrigens http...

Tantalus 27. Jan 2010

Naja, eigene Ermittlungen anstellen müssen sie schon. Allein auf Hörensagen...

RS 27. Jan 2010

http://www.whatdotheyknow.com/request/deticacview_and_virgin_media

falscherfuffziger 27. Jan 2010

Ist schon der Hammer und genau wie früher in der DDR - Briefe und Pakete öffnen und...

iProll 27. Jan 2010

Klar, jedes abgefangene Datei-Fragment wird solange durch den VLC gezogen bis es mit viel...


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