Sourceforge verbannt Nutzer aus sogenannten Schurkenstaaten
Ein Benutzer aus dem Sudan(öffnet im neuen Fenster) berichtete zunächst, dass ihm der Zugriff auf die Webseite des Softwareportals für quelloffene Software verwehrt blieb. Stattdessen öffnete sich eine Webseite(öffnet im neuen Fenster) mit dem Hinweis, seine Anfrage komme von einem Standort, der laut den Nutzungsbedingungen gesperrt sei. Dort wiederum wird unter dem Punkt Prohibited Persons(öffnet im neuen Fenster) eine Liste der Länder aufgezählt, die vom United States Office of Foreign Assets Control mit Sanktionen belegt sind. Dazu zählen gegenwärtig Kuba, Iran, Nordkorea, Sudan und Syrien.
Nachdem auch syrische Benutzer von der Sperre berichtet hatten, griff das Webportal Arabcrunch die Geschichte auf(öffnet im neuen Fenster) und setzte darunter einen Kommentar des syrischen Informatikstudenten und Bloggers Abdulrahman Idlbi. Darin beklagt sich Idlbi, dass Sourceforge gegen die Punkte 5 und 6 der GPL verstoße, wenn sie Personen oder Gruppen diskriminiere oder die freie Verwendung der Software behindere. Bereits 2008 hatte Sourceforge den Upload von Software aus besagten Ländern gesperrt.
Inzwischen bestätige Sourceforge in einem Blogeintrag(öffnet im neuen Fenster) die Sperrung der Webseite für Länder auf der US-amerikanischen Sanktionsliste: "Als eine der ersten Firmen, die den Einsatz und die Verbreitung von freier und quelloffener Software gefördert haben und die weiterhin den Open-Source-Gedanken in den Mittelpunkt ihrer Firmenphilosophie stellen, gehen uns Einschränkungen des freien Informationsflusses gegen den Strich. Allerdings leben auch wir in der realen Welt, in der die Gesetze des Landes gelten, in dem wir uns befinden. Die Notwendigkeit, die Gesetze zu befolgen, tritt an die Stelle unserer Wünsche, unsere Community so offen wie möglich zu halten. Die möglichen Strafen für Verstoße gegen die Gesetze beinhalten Geld- oder Gefängnisstrafen."
Weiter heißt es dort: "Wir bedauern zutiefst, dass diese Sanktionen unter Umständen auch Menschen treffen, die keine böse Absichten hegen. Solange allerdings die Regierungen der besagten Länder die Praktiken, die sie auf diese Liste brachten, nicht ändern – oder die US-Regierung ihre Politik -, muss die Situation bleiben wie sie ist."
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