KDE SC wird fit für die Internet-Cloud
Angesichts des Trends, immer mehr Applikationen in Internet-Clouds zu verlagern, stellte Karlitschek die Frage, ob KDE SC in einer Kombinationen aus den Vorteilen Cloud-Technik, Open-Source-Philosophie und Desktopapplikationen dem Anwender auch in Zukunft eine optimale Benutzerumgebung bieten kann. Neben dem neuen Projekt Owncloud sollen auch die Projekte Libattica und GetNewHotStuff ausgebaut werden.
Neue Projekte für das Internet
Für den Datentausch in der Internet-Cloud haben KDE-Entwickler das neue Projekt Owncloud parat. Mit Owncloud sollen Anwender die Möglichkeit erhalten, eine Datenablage auf dem eigenen Server oder Desktop zu installieren und in der Cloud zu integrieren. Über Owncloud soll der Datentausch mit Funktionen wie Versionskontrolle, automatischen Backups und Datenverschlüsselung erweitert werden.
Mit der in KDE SC 4.4 enthaltenen Bibliothek Libattica ist der Zugriff auf soziale Netzwerke vereinfacht worden. Die Qt-basierte Bibliothek bietet ein API für den Zugang zu verschiedenen sozialen Netzwerken und ermöglicht auch den Austausch von Daten sowie eingebaute Authentifizierungsmechanismen. Die Bibliothek wird bereits von zahlreichen Desktop-Widgets und Anwendungen verwendet.
Die neue Technik GetNewHotStuff wurde gründlich überarbeitet. Das Framework soll zukünftig nicht nur die Verteilung von Daten erleichtern, sondern langfristig auch für Anwendungen gedacht sein. Dazu werden die Opensuse-Build-Services und auch Qt-Creator integriert. Damit erhält der Entwickler die Möglichkeit, sein Programm mit GetNewHotStuff den Build-Services zu übergeben, um Pakete zu schnüren, die jeder installieren kann.
Den KDE-SC-Desktop für die Zukunft wappnen
Nach Karlitscheks Ansicht biete vor allem Google mit seinen zahlreichen webbasierten Diensten und Anwendungen die besten Beispiele des neuen Cloud-Trends. Allerdings sei die Idee auch bei Multimediadiensten wie Flickr, Pandora oder Last.fm schon länger vorhanden, ohne dass der Begriff "Cloud" dafür angewendet wird. Laut einer von Karlitschek durchgeführten Umfrage sind die Funktionen, die sich Anwender am meisten wünschen, vor allem soziale Komponenten, der einfache Zugang zu neuen Applikationen und der vereinfachte, standortunabhängige Zugriff auf Daten und das Teilen von Daten mit anderen.
Zu den möglichen Nachteilen der neue Technologie zählt der KDE-Entwickler Probleme mit der Privatsphäre und Datensicherheit sowie die Abhängigkeit von der Infrastruktur von Drittanbietern. Google "benehme sich gegenwärtig ordentlich" , so Karlitschek, aber das könne sich "in fünf oder zehn Jahren ändern" .
Da KDE-Entwickler ein "technischer Haufen" seien und deshalb "Google nicht mit Anwälten bekämpfen könnten und wollten und auch keine politische Bewegung gründen möchten" , müssten sie etwas "Besseres und Cooleres kreieren" . Mit einer Kombination aus Diensten für soziale Netzwerke, Datentausch und der einfacheren Verteilung von Applikationen wollen die KDE-Entwickler "das Netz zurückerobern" .
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