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Mehrheit der Kernel-Entwickler bei großen Firmen angestellt

Ein Viertel arbeitet dem Projekt als Selbständige und Freiwillige zu. 75 Prozent der Programmierer, die am Linux-Kernel arbeiten, stehen in einem Beschäftigungsverhältnis und werden für ihre Arbeit entlohnt. Das sagte Kernel-Entwickler John Corbett bei der Konferenz Linux.conf.au(öffnet im neuen Fenster) in Wellington.
/ Jörg Thoma
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Die meisten Linux-Entwickler sind bei Red Hat angestellt (12 Prozent), gefolgt von etwa 8 Prozent, die bei Intel tätig sind. Mit jeweils 6 Prozent teilen sich die Firmen IBM und Novell den dritten Platz, während Oracle etwa 3 Prozent der Kernel-Entwickler beschäftigt. Auch wenn diese Firmen untereinander konkurrieren, funktioniere die gemeinschaftliche Entwicklung an dem Linux-Kernel gut.

Firmen wie Google schließen diese Zahlen allerdings aus, so Corbett. Dort würde man zwar den Linux-Kernel in einigen Technologien verwenden, allerdings fließe wenig Code wieder in die Kernel-Entwicklung zurück. Google hat aber angekündigt, enger mit dem Kernel-Team zusammenzuarbeiten und dabei von seinem traditionell verschlossenen Ansatz abzurücken. Diesen Prozess müssten etliche Firmen noch durchlaufen, so Corbett.

Hardwareunterstützung immer besser

Auch die Integration von neuen Hardwaretreibern wurde laut Corbett enorm rationalisiert. Die Hardwareunterstützung sei fast universal, der Linux-Kernel unterstütze mehr Hardware als jedes andere System. Auch Grafikkarten seien seit Ende des Jahres 2009 kein Hindernis mehr, den Linux-Kernel zu verwenden, sagte Corbett mit Hinblick auf den Einzug des quelloffenen Nouveau-Treibers für Grafikkarten mit Nvidia-Chipsatz.

Für einige Geräte müssten zwar immer noch Treiber per Reverse-Engineering programmiert werden, darunter auch einige Netzwerkgeräte, weil Hersteller immer noch nicht bereit seien, Informationen zu ihrer Hardwarearchitektur zu teilen. Solche Fälle seien aber selten und Alternativen gebe es reichlich. "Das Beste wäre, solche Hersteller zu meiden. Wir brauchen sie eigentlich nicht mehr."

Freiwillige Programmierer gefragt

Zwischen Weihnachten 2008 und dem 10. Januar 2010 seien 2,8 Millionen Zeilen Code und 55.000 bedeutende Änderungen in den Kernel geflossen, so Corbett. Das wären mehr als 7.000 Zeilen pro Tag. Damit unterstreicht Corbett die Vitalität des Projekts, um eines der Hauptkritikpunkte an Open-Source-Software zu entkräften: Open-Source-Projekte seien mitunter durch Vernachlässigung gefährdet.

Auf eine Zuschauerfrage hin gab Corbett allerdings auch zu, dass der Zugang zum Entwicklungsteam um den Kernel für Freiwillige bisweilen sehr schwer wenn nicht gar "einschüchternd" sei. "Ein Entwicklungsprozess, der Quellcode von 2.700 Entwicklern pro Jahr einbinde, darf nicht zu exklusiv sein." Es habe Ansätze gegeben, der Community den Zugang zu erleichtern, doch es bleibe noch viel zu tun.


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