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AMD-Interview: "Unsere Treiber sind die besten"

Developer Relations Manager Richard Huddy im Gespräch. Richard Huddy(öffnet im neuen Fenster) ist bei AMD zuständig für die Zusammenarbeit mit Spieleentwicklern. Im Gespräch mit Golem.de erklärt er, warum derzeit der Umstieg auf DirectX-11 so rasant erfolgt, obwohl die schnellsten Karten kaum lieferbar sind. Die AMD immer wieder vorgeworfenen Treiberprobleme weist Huddy weit von sich.
/ Nico Ernst
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Unter dem Titel "The future of gaming" hatte AMD am 20. Januar 2010 einige Journalisten nach London geladen. Das angesetzte Roundtable-Gespräch mit Entwicklern von Codemasters, Rebellion und den Hardwareherstellern Arlt und Sapphire ergab schöne Einigkeit: Die Branche ist begeistert von der Akzeptanz von DirectX-11 auf allen Seiten.

Die Programmierer freuen sich, weil es mit Funktionen wie Compute Shadern und Tesselation endlich wieder neue Features gibt, welche die Bildqualität steigern können. Für manche Projekte soll es in Zukunft sogar nur zwei Codepfade geben: DirectX-9 und DirectX-11. DirectX-10 erweist sich zunehmend als Flop, was neue Funktionen betrifft, weil die Anwender Windows Vista scheuten.

Dennoch war diese Version der Spieleschnittstelle wichtig, weil sie die Handhabung für die Programmierer erleichterte und mit einem neuen Treibermodell vieles vereinheitlichte, was zuvor in 15 Jahren DirectX-Geschichte an Wildwuchs ausuferte.

Eitel Freude herrscht an der Grafikfront dennoch nicht: AMD sieht sich vor allem in Foren immer wieder mit Vorwürfen zu angeblichen Treiberproblemen konfrontiert, und immer wieder gibt es Spiele – wie zuletzt Anno 1404 und zuvor GTA 4 -, die auf Karten des Unternehmens Probleme machen. Zudem ist die Verfügbarkeit der Serie Radeon 5800 seit Vorstellung im September 2009 konstant schlecht .

Im Gespräch mit Golem.de erklärte das Huddy mit den anhaltenden Problemen bei TSMC . Alles, was AMD von seinem taiwanischen Chiphersteller erhalte, werde aber sofort verkauft. Insgesamt will das Unternehmen schon "weit über 2 Millionen Karten" verkauft haben, so Huddy.

Auch Vorwürfe zu den Treibern wies der Brite zurück. Wenn ein PC einmal alle drei Wochen abstürze, sei das zwar ärgerlich, aber immer noch weit seltener als bei Grafiklösungen von Intel oder Nvidia. Dazu gebe es auch Untersuchungen, deren konkrete Zahlen er aber nicht preisgab.

Schwere Probleme, wie bei Anno 1404 oder GTA 4, lägen zumeist an unglücklichem Timing: Die Studios würden oft "Änderungen in letzter Minute" an den Programmen vornehmen, welche die Chiphersteller dann nicht mehr zu sehen bekämen. Ein Hotfix-Treiber dafür würde dann leicht ein bis zwei Wochen in Anspruch nehmen, weil das außerhalb des Rhythmus von vier Wochen liege, in dem die Catalyst-Versionen erscheinen würden.

Da AMD derzeit der einzige Lieferant für DirectX-11-Chips ist, sollen solche Effekte aber deutlich seltener werden: "Wir werden Spiele sehen, die konsequent auf AMD-Hardware optimiert sind" , sagte Huddy. Dabei will sich sein Unternehmen aber strikt an Standards halten, was auch für OpenGL gelten soll.

Um das zu erreichen, hat AMD laut Huddy vor dem Marktstart der Radeon-5000-Generation mehr Prototypenboards an Spieleentwickler verschickt, als bei jeder Generation davor. Das seien "einige hundert Karten" gewesen, sagte Huddy, und im Laufe des Jahres 2010 sollen diese Zahlen in die Tausende gehen. Ein Logo-Programm wie Nvidias "The way it's meant to be played" soll es aber bis auf weiteres nicht geben.


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