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Ballmer: Microsoft bleibt in China

Urheberrechtsschutz als größtes Problem in China. Microsoft wird auch weiterhin in China Geschäfte machen. Das Softwareunternehmen werde Googles möglichen Rückzug nicht mitmachen, stellt Unternehmenschef Steve Ballmer klar. Cyberattacken, die Anlass für Googles Strategiewechsel waren, bezeichnete er als globales, nicht als chinesisches Problem.
/ Werner Pluta
26 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)

Microsoft will Googles Schritt, sich möglicherweise aus China zurückzuziehen, nicht folgen. Das sagte Steve Ballmer, Chef des Softwareunternehmens, in einem Interview mit dem US-Fernsehsender CNBC(öffnet im neuen Fenster). "Für uns ist die Sache klar: Wir werden in China aktiv sein, und wir werden uns an die Gesetze halten."

Problem Urheberrechtsschutz

Das größte Problem beim China-Geschäft sei der mangelnde Schutz des geistigen Eigentums. Der sei "sehr, sehr schlecht, miserabel", sagte Ballmer. China könnte eine Wachstumsquelle sein. Die USA importierten viele Waren aus China. Doch das, was aus dem Land nach China exportiert werde – Arzneimittel, Medien, Software -, sei geistiges Eigentum und Design, und dafür wird in China nicht bezahlt".

In China werden sehr viele Microsoft-Produkte ohne Lizenzierung eingesetzt. Zum Anti-Piracy Day im Herbst 2008 hatte sich das Unternehmen deshalb eine drastische Maßnahme einfallen lassen, um darauf aufmerksam zu machen: Computer, deren Windows-Betriebssystem oder Office-Programm eine Onlinegültigkeitsprüfung nicht bestanden, wurden einmal in der Stunde schwarz, und es erschien ein Pop-up, das vor dem Gebrauch unrechtmäßig genutzter Software warnte.

Cyberattacken als ein globales Problem

Cyberattacken scheinen für Ballmer nicht zu den vorrangigen Problemen zu gehören. Sie seien ein unseliger Teil des Lebens. Sie seien ein globales Problem, es gebe sie in China ebenso wie außerhalb, sagte der Microsoft-Chef. Anlass für Googles Strategiewechsel bei seinem China-Geschäft waren Cyberattacken auf Googles Infrastruktur.

Dazu, dass sich Google künftig in China den Zensurvorgaben nicht mehr beugen will, äußerte sich Ballmer nicht direkt. Er sagte lediglich, wer in China Geschäfte machen wolle, der müsse sich auf die dortigen Probleme einstellen und die dortigen Gesetze genauso beachten wie in den USA.

Nachdem Menschenrechtsgruppen mehrfach heftig das China-Engagement einiger US-Unternehmen kritisiert hatten, stellten 2008 eine Reihe von US-Unternehmen mit Wissenschaftlern und Menschenrechtlern einen Verhaltenskodex für Länder, die Privatsphäre und Meinungsfreiheit beschränken, auf. Darin verpflichten sich die Unternehmen, eine solche Politik nicht zu unterstützen. Beteiligt waren unter anderem Google, Microsoft und Yahoo.

Cyberattacken auf US-Anwaltskanzlei

Unterdessen wurde die Anwaltskanzlei, die das US-Softwareunternehmen Solid Oak vertritt, Opfer von Cyberattacken, die ihren Ausgangspunkt in China haben sollen, berichtet das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster). Angestellte hätten E-Mails mit Trojanern erhalten, die Daten von den Computern der Kanzlei stehlen sollten. Die Mails hätten wie Mails von Kollegen ausgesehen. Die Angriffe glichen denen, die im vergangenen Jahr gegen Solid Oak selbst durchgeführt wurden.

Solid Oak hat kürzlich Klage gegen zwei chinesische Softwareunternehmen und den chinesischen Staat wegen Urheberrechtsverletzung eingereicht und fordert Schadensersatz in Höhe von 2,2 Milliarden US-Dollar. Das Filterprogramm Green Dam Youth Escort, das die chinesische Regierung im vergangenen Jahr einführen wollte, basiere in großen Teilen auf dem von Solid Oak entwickelten Filterprogramm Cybersitter.


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