Firefox 3.6 veröffentlicht
Firefox 3.6 wartet wieder einmal mit einer schnelleren Javascript-Engine auf, die auch dafür sorgen soll, dass der Browser schneller reagiert. Schließlich nutzt Firefox Javascript auch zur eigenen Darstellung. Im Vergleich zu Firefox 3.5 lässt sich ein deutlicher Geschwindigkeitszuwachs feststellen, mit den aktuellen Entwicklerversionen von Opera, Chrome und Safari kann Firefox 3.6 aber nicht mithalten. Auch im Test Acid 3 erreicht Firefox noch immer nicht die volle Punktzahl.
Personas sorgen für ein neues Outfit
Für die weitere Anpassung des Aussehens des Browsers an die Nutzerbedürfnisse wandert die Erweiterung Personas direkt in den Browser. Mit seiner sehr einfachen Art von Themes lässt sich das Erscheinungsbild von Firefox in engen Grenzen äußerlich anpassen.
Engere Grenzen für Erweiterungen
Der neue Browser ändert den Umgang mit Softwareerweiterungen anderer Hersteller, indem das Components-Verzeichnis gesperrt wird. Dort befindet sich viel von Firefox' eigenem Code und einige Erweiterungen versuchen dort anzusetzen, um den Browser mit neuen Funktionen auszustatten. Das hat allerdings keine Vorteile, so die Entwickler. Nachteile gibt es dafür umso mehr: Nutzer können diese Erweiterungen nicht über den Addon-Manager verwalten und es gibt keine Versionsnummernkontrolle. Die Folge sind unter anderem Abstürze, weil durch ein Update des Firefox-Codes diese Erweiterungen inkompatibel werden. Dieses Eingangstor ist nun geschlossen worden. Normale Addons sind davon nicht betroffen.
Firefox 3.6 weiß bei Addons zudem, wann diese abgelaufen sind. So soll der Browser unter anderem den Anwender vor unsicheren Flash-Playern direkt warnen und zur Aktualisierung auffordern. Das sollte Sicherheitslücken und Stabilitätsprobleme schneller beseitigen als beim Updatemechanismus von Adobe.
Neue CSS-Eigenschaften und Attribute
In Sachen CSS wartet Firefox mit Unterstützung für lineare und radiale Farbverläufe(öffnet im neuen Fenster) für Hintergründe auf (-moz-linear-gradient und -moz-radial-gradient). Zudem werden nun mehrere Hintergründe(öffnet im neuen Fenster) unterstützt, die sich überlagern. Das umfasst Eigenschaften wie background-color ebenso wie background-image, background-position, background-repeat und background-attachment. Die Eigenschaft background-size aus CSS 3 wird mit -moz-background-size ebenfalls unterstützt, um Hintergrundbilder zu skalieren(öffnet im neuen Fenster). Erweitert wurde zudem die Unterstützung von Media-Querys(öffnet im neuen Fenster), mit denen sich beispielsweise Touch-Unterstützung sicherer feststellen lässt.
Darüber hinaus kann Firefox 3.6 mit Schriftarten im WOFF-Format umgehen, unterstützt das Attribut text-align:end(öffnet im neuen Fenster) und kann mit der Größenangabe rem(öffnet im neuen Fenster) umgehen, die sich auf die Schriftgröße des Root-Elements bezieht. Mit der Eigenschaft image-rendering(öffnet im neuen Fenster) können Webentwickler explizit angeben, wie der Browser Bilder skalieren soll. Mit Hilfe von pointer-events(öffnet im neuen Fenster) lässt sich festlegen, unter welchen Umständen ein Element Mausevents auslösen soll, wenn überhaupt.
Erweiterte HTML5-Unterstützung
Erweitert wurde auch die HTML5-Unterstützung: So unterstützt das Videotag nun das Attribut "poster", mit dem sich gezielt festlegen lässt, welches Bild gezeigt werden soll, solange noch kein Video angespielt wird. Über das Kontextmenü können eingebettete Videos zudem im Vollbild abgespielt werden.
Checkboxen und Radiobuttons unterstützen die Eigenschaft "indeterminate" und Webentwickler können mit mozImageSmoothingEnabled(öffnet im neuen Fenster) festlegen, ob Bilder im Canvas-Element beim Skalieren geglättet werden sollen.
File API für komfortablere Uploads
Neu ist auch die Unterstützung des File API aus HTML5. Darüber können Webapplikationen beispielsweise auf lokale Dateien zugreifen, der Upload mehrerer Dateien ist möglich.
Unterstützung für Javascript 1.8.2
Die neue Firefox-Version führt zudem Javascript 1.8.2 ein, das einige Funktionen aus dem Standard ECMAScript 5 unterstützt. Die Funktion Date.parse() kann Datumsangaben nach ISO 8601 verarbeiten, also im Format YYYY-MM-DD. Das Objekt Datatransfer unterstützt nun Dateien, so dass sich diese per Drag-and-Drop hinzufügen lassen.
Mehr Orientierung für Firefox
Web Worker können sich nun mit der Funktion close() selbst beenden und Firefox kann erkennen, wie ein Gerät gehalten wird, sofern es über entsprechende Lagesensoren verfügt. In Firefox 3.6 werden die Lagesensoren von Apples Macbooks unterstützt. Mittels mozInnerScreenX(öffnet im neuen Fenster) und mozInnerScreenY(öffnet im neuen Fenster) können die Koordinaten der linken oberen und der rechten unteren Ecke des Browser Viewports abgefragt werden. Die Eigenschaft mozScreenPixelsPerCSSPixel übersetzt zwischen Bildschirm- und CSS-Pixeln, steht aber nur innerhalb des Browser-Chromes bereit. Sie kann sich je nach Zoomstufe ändern.
Neues Ereignis hashchange
Neu ist auch das Ereignis hashchange(öffnet im neuen Fenster), das ausgelöst wird, wenn sich der Teil einer URI hinter dem Hashtag ("#") ändert. Zudem wird das Attribut document.readyState (öffnet im neuen Fenster) unterstützt. Es gibt "loading" beim Laden der Seite und "complete" zurück, wenn das Laden abgeschlossen ist.
Entwickler von Erweiterungen können in Firefox 3.6 HTTP-Transaktionen und die damit zusammenhängenden Anfragen und Antworten in Echtzeit überwachen(öffnet im neuen Fenster).
Firefox 3.6 steht ab sofort unter mozilla.com(öffnet im neuen Fenster) zum Download bereit. Sämtliche Änderungen im Detail sind im Dokument Firefox 3.6 for developers(öffnet im neuen Fenster) aufgeführt.
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