EA-Chef Riccitiello gerät in die Kritik
"EA ist im falschen Geschäft, mit der falschen Kostenstruktur und dem falschen Team", schreibt Mitch Lasky(öffnet im neuen Fenster), der früher selbst bei Electronic Arts in führenden Managementpositionen tätig war und jetzt bei einer Investmentfirma arbeitet, in seinem Blog. Lasky spricht besonders klar aus, was auch andere Analysten in den USA zunehmend äußern: Dass EA-Chef John Riccitiello die falsche Strategie verfolgt und sich die Serie von Negativmeldungen rund um das Unternehmen fortsetzen wird.
Lasky vertritt die Auffassung, dass bei EA nur noch eines von drei wesentlichen Standbeinen intakt sei, nämlich das Vertriebsgeschäft und der Bereich digitale Inhalte (etwa Handyspiele). Anders sehe es bei EA Sports und EA Games aus: Die Sportabteilung sei von steigenden Lizenzkosten betroffen, außerdem habe sie den Trend zu neuen Geschäftsmodellen auf Onlinebasis verschlafen.
Noch schlimmer stehe es um den Geschäftsbereich EA Games, der sich auf klassische Vollpreisspiele konzentriert. Dort habe man jahrelang zu viel Geld in überteuerte Produktionen gesteckt: "Die Budgets für Spore und Der Pate hatten ein lächerliches Niveau erreicht, und sogar die Ausgaben für halbwichtige Produkte wie Die Simpsons und Superman waren viel zu hoch". Trotz der hohen Investitionen seien zu viele Flops dabei gewesen. Lasky nennt neben Spore auch Dead Space, Mirror's Edge und Need for Speed: Underground. Auch von künftigen Titeln wie Dante's Inferno oder Star Wars: The Old Republic erwarte er nicht viel, weil die grundlegende Strategie falsch sei.
Lasky schreibt, er habe dem Riccitiello-Vorgänger Larry Probst schon im Februar 2007 vorgeschlagen, sofort die Kosten um 200 Millionen US-Dollar zu senken, unter anderem durch Entlassungen, gleichzeitig aber extrem viel Geld in Forschung und Entwicklung sowie in Übernahmen zu stecken, die vor allem auf digitale Distribution und langfristige Onlinegeschäftsmodelle abzielen sollten.
Abschließend wundert sich Lasky, dass Electronic Arts angesichts des Firmenwerts, der mittlerweile unter vier Milliarden US-Dollar liegt, nicht längst aufgekauft worden ist. Seinen Angaben nach hat Disney schon seit den 1990er Jahren immer wieder ein Auge auf EA geworfen, aber auch für einige chinesische Unternehmen wäre sein alter Arbeitgeber durchaus interessant und leicht zu schlucken.
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