Radeon HD 5670: DirectX-11 unter 100 Euro
Nach September, Oktober und November im vergangenen Jahr bringt AMD nun Anfang Januar 2010 bereits seine vierte Modellvariante der Serie Radeon 5000 auf den Markt – planmäßig. Zwar bessert sich die anfangs sehr schlechte Verfügbarkeit insbesondere der größeren Modelle nur langsam, AMD rückt jedoch von seinem Produkttrommelfeuer nicht ab, das vor allem Nvidia treffen soll.
Bis zu 61 Watt sind es bei der 5670 mit 1 GByte, die kleineren Versionen mit 512 MByte sind erfahrungsgemäß kaum sparsamer. Im 2D-Betrieb sollen die Karten nur 14 Watt aufnehmen, was auf dem gleichen Niveau wie beim Vorgänger 4670 liegt. Wie diese benötigt auch die 5670 keine zusätzliche Stromversorgung, so dass sie bald in günstigen PCs landen dürfte, die mit Slogans wie "Neueste DirectX-11-Technik" beworben werden, aber kein potentes Netzteil für schnellere Karten besitzen.
Die Preisempfehlung von AMD liegt bei der 1-GByte-Version bei 109 Euro, die 512-MByte-Karte soll nur 79 Euro kosten. Ob sich insbesondere Onlinehändler anfangs daran halten, ist zu bezweifeln. Viele dieser Versender verlangten nach dem Marktstart der Serien Radeon 5800 und noch schlimmer bei der 5970 deutlich höhere Preise, weil die Karten knapp und sehr begehrt waren.
Ein Viertel Radeon 5800
Die größten GPUs der 5000er Serie auf Radeon 5870 und 5970 bestehen aus 1.600 Stream-Prozessoren, der Chip "Redwood" der 5670 nur aus 400 dieser Rechenwerke. Da er wie alle DirectX-11-GPUs von AMD in 40 Nanometern Strukturbreite hergestellt wird, kann AMD fast viermal so viele 5670 pro Wafer herstellen wie bei der 5870. Die Anzahl der Transistoren des Grafikprozessors beträgt bei der 5670 nur 627 Millionen, bei einer 5870 sind es 2,15 Milliarden.
Die Unterstützung für AMDs "Stream SDK" für Rechenanwendungen auf der GPU bringt die 5670 wie alle Karten nach DirectX-10 und Version 11 mit, die geringere Zahl der Rechenwerke muss dabei nicht unbedingt ein Nachteil sein, weil viele Stream-Programme ohnehin nicht alle Prozessoren ausnutzen.
Ebenso ist AMDs Technik für mehrere Monitore namens "Eyefinity" mit der 5670 nutzbar. Statt sechs Monitoren wie bei den Eyefinity-Versionen der 5870 sind mit der kleineren Karte aber nur drei Displays gleichzeitig möglich – für die allermeisten Anwendungen reicht das aber leicht aus. Noch kaum Angaben gibt es zum Videodecoder der 5670; ob dieser zwei Full-HD-Streams von einer Blu-ray 3D verarbeiten kann, ist damit nicht sicher. Flash-Videos mit Adobes Player 10.1 soll er jedoch per GPU decodieren können.
AMDs Referenzdesign sieht je einen Port für VGA, DVI und HDMI vor, die Kartenhersteller können aber auch andere Kombinationen verbauen. Hier ergeben sich Differenzierungsmöglichkeiten, insbesondere scheint eine Karte mit drei HDMI-Ports, die noch problemlos auf das Slotblech passen, recht interessant. HDMI beherrscht jeder aktuelle Monitor, die Eyefinity-Karten mit sechs Ports sprechen jedoch nur Mini-Displayport an. Dafür kann sich der Anwender entweder einen der raren DP-Monitore zulegen oder recht teure Adapter für DVI oder HDMI kaufen.
Konkurrent: Geforce GT 240
Nach der Papierform erscheint die 5670 aber dennoch interessant, vor allem wegen der Unterstützung von drei Monitoren, die für so wenig Geld und Leistungsaufnahme noch nicht zu haben war. Auch wenn die Spieleleistung für gegenwärtige Titel noch ausreichen mag, so sind ambitionierte Spieler aber dennoch mit einer größeren Karte besser beraten: Die Entwickler fangen gerade erst an, die Funktionen von DirectX-11 auszureizen. Das Demo "Heaven" fällt beispielsweise beim Zuschalten aller Optionen wie Tesselation auch auf der 600-Euro-Karte 5970 auf unter 60 Bilder pro Sekunde.
Für gelegentliches Spielen, Videobeschleunigung und das Ausprobieren von DirectX-11-Titeln – etwa in Form von Downloaddemos – reichen aber erfahrungsgemäß auch Karten der 100-Euro-Klasse.
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