Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Terahertzkamera: Eine Alternative zum Nacktscanner?

Forschungspreis für passive Kamera, die Sicherheit und Privatsphäre wahren soll. Wissenschaftler aus Jena haben eine Kamera entwickelt, die möglicherweise eine Alternative zu Nacktscannern darstellt. Sie misst elektromagnetische Strahlen, die der menschliche Körper aussendet. Auf dem Bild sollen am Körper getragene Gegenstände zu erkennen sein, nicht aber anatomische Details.
/ Werner Pluta
112 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)

Nach dem vereitelten Attentat auf ein US-Passagierflugzeug Ende Dezember 2009 ist die Diskussion um die Nacktscanner wieder aufgeflammt. Kritiker sehen in deren Einsatz einen erheblichen Eingriff in die Privatsphäre.

Scannen ohne Spannen

Wissenschaftler am Institut für Photonische Technologien(öffnet im neuen Fenster) (IPHT) in Jena haben eine passive Kamera entwickelt, die es ermöglichen soll, versteckte Gegenstände am Körper von Flugpassagieren zu erkennen, ohne dabei ihre Intimsphäre zu verletzen.

Die Kamera misst die Strahlen im Terahertzspektrum, die der Körper aussendet. Das sind elektromagnetische Wellen mit einer Länge von unter einem Millimeter, weswegen sie auch Submillimeterwellen genannt werden. Das Spektrum liegt zwischen Infrarot- und Mikrowellenstrahlen.

Körper nur als Umriss

Das Bild, das die Kamera aufnimmt, gleicht dem einer Infrarotkamera: Der Körper erscheint nur als Umriss. Trägt eine Person Gegenstände am Körper, erscheinen diese als Schatten auf dem Bild.

Da das IPHT-System lediglich Strahlen misst und selbst keine aussendet, sind anatomische Details wie Genitalien oder Prothesen auf dem Bild nicht zu sehen. Solche Merkmale erfassen nur die aktiven Systeme, die die zu untersuchende Person einer Bestrahlung aussetzen. Je nach eingesetzter Art der Strahlen wird der Mensch dabei zusätzlich gefährdet. Auch das ist bei der Terahertzkamera aus Jena nicht der Fall.

Schnellere Kontrolle

Schließlich habe die Kamera noch einen weiteren Vorteil gegenüber den Nacktscannern, erklären die Thüringer Wissenschaftler: Da sie sehr empfindlich ist, muss der Reisende nicht direkt vor ihr stehen. Es reiche, wenn er in einigen Metern Entfernung an ihr vorbeigehe.

Das Land Thüringen hat die IPHT-Forscher für ihre Entwicklung mit dem Thüringer Forschungspreis 2009 ausgezeichnet. Christoph Matschie, Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Bundeslandes, wird den Preis am 11. Februar 2010 überreichen.


Relevante Themen