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Südkoreanisches Gericht erlaubt Umtausch von Rollenspielgeld

Spieler von Lineage dürfen künftig Ingame-Währung verkaufen. Virtuelles Zahlungsmittel gegen harte Münzen tauschen – Anbietern von Onlinerollenspielen ist das oft gar nicht recht. Das höchste südkoreanische Gericht hat nun Spielern von Lineage zugestanden, mit der Kunstwährung "Adena" echtes Geld zu verdienen.
/ Peter Steinlechner
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Das höchste Gericht in Südkorea hat laut Medienberichten zwei Spielern von Lineage das Recht zugebilligt, das innerhalb des MMORPGs verdiente Kunstgeld "Adena" gegen echte Won – die Währung in Südkorea – zu verkaufen. Damit hebt das Gericht zwei vorinstanzliche Urteile auf, mit denen der Handel unterbunden wurde. Die Richter geben den Spielern laut The Korea Times(öffnet im neuen Fenster) nun generell das Recht, ihr durch Zeit oder Können verdientes virtuelles Geld weiterzuverkaufen – ausgenommen seien lediglich Spiele, bei denen das Element Glück im Vordergrund steht, etwa Poker. Allerdings sollen beim Geldverdienen keine Bots oder Makros zum Einsatz kommen dürfen.

Bislang unterbinden fast alle Publisher von Onlinerollenspielen den Handel mit ihrer Ingame-Währung. Blizzard etwa geht gegen die oft abfällig als "Goldfarmer" bezeichneten Händler vor – ohne allerdings deren Verstoß gegen die Nutzerbestimmungen allzu stark eindämmen zu können.

In Südkorea sind MMORPGs wie das von NC Soft betriebene Lineage oder Aion extrem beliebt, Computerspiele sind viel stärker von der Bevölkerung akzeptiert als in westlichen Ländern. Die Gerichtsentscheidung stößt laut The Korean Times auf ein geteiltes Echo: Elternverbände sähen das Urteil kritisch, weil es Jugendliche zum vermehrten Spielekonsum verleiten könnte. Andere, darunter Industrievertreter, erwarteten frischen Schwung für die Titel, der langfristig Auswirkungen auch in Europa haben könnte.


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