AOL Europa wird weitgehend geschlossen (Update)

AOL Europe wird weitgehend aufgelöst. Das sagte ein Sprecher von AOL Deutschland auf Anfrage von Golem.de. In Deutschland, Frankreich, Spanien und Schweden würden die Niederlassungen komplett aufgegeben, erklärte er.
In Großbritannien wird die Mitarbeiterzahl des Internetunternehmens zwar reduziert, von dort aus soll aber weiter das Werbegeschäft und das Nutzerangebot geführt werden. Auch in den USA werde in dieser Woche eine weitere Entlassungsrunde angekündigt, hieß es.
"In Deutschland werden wir die Büros in Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und München schließen." Damit werden 140 Arbeitsplätze abgebaut, die meisten davon in Hamburg. Der Betriebsrat wurde am 11. Januar 2010 informiert. "Diese Beratungen werden hoffentlich auch einen Sozialplan ergeben" , sagte der Sprecher. Dies sei aber noch nicht sicher.
Was übrig bleibt
Das deutsche Tochterunternehmen Adtech sei nicht betroffen, hier würde sogar ein Ausbau angestrebt. Produkte wie den Audio- und Mediaplayer Winamp, die AOL-E-Mail-Konten, das Portal und die Messagingprodukte soll es auch weiter in deutscher Sprache geben.
AOL hatte im November 2009 angekündigt, in einer weiteren Abbauwelle 2.500 Arbeitsplätze im gesamten Unternehmen zu streichen. Damit sollte jeder Dritte Arbeitsplatz abgebaut werden. Da sich nicht genügend Freiwillige fanden, die gegen eine Entschädigung einen Aufhebungsvertrag unterzeichnet hätten, seien jetzt die Kündigungen angeordnet worden, sagte der Sprecher. Der Medienkonzern Time Warner hatte die Ausgründung und den Börsengang seiner Internetsparte AOL beschlossen.
Nachtrag vom 12. Januar 2010, 09:44 Uhr:
Insgesamt würden 1.200 Entlassungen ausgesprochen, gab die Konzernzentrale in den USA bekannt. Nach dem Stellenabbau wird AOL noch 4.700 Beschäftigte haben. 2004 waren 20.000 Menschen für den Onlinedienst tätig.