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MySQL: Stallman warnt vor Lizenzänderung durch Oracle

Bisheriger Verkauf von Ausnahmen bedenklich, aber nicht verwerflich. Der Präsident und Gründer der Free Software Foundation (FSF) und Initiator der GNU GPL Richard Stallman hat in seinem Blog Bedenken zur Vergabe von Ausnahmen bei freier Software geäußert. Die Lizenzbestimmungen der Datenbanksoftware MySQL sollten vom Käufer Oracle nicht verändert werden.
/ Jörg Thoma
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Grundsätzlich sei nichts gegen den Verkauf von sogenannten Ausnahmen (Exceptions) einzuwenden, schreibt Stallman in einem Essay(öffnet im neuen Fenster). Ausnahmen verstoßen nicht gegen die GNU GPL, unter der MySQL gegenwärtig steht. Allerdings sollte die Vergabe von Ausnahmen immer nur den Entwicklern der ursprünglichen Software, also den Haltern des Copyrights, vorbehalten sein. Die kostenpflichtige Vergabe von Ausnahmen erlaubt unter den Bedingungen des Entwicklers auch die Verwendung des Codes in proprietärer Software und sei nur mit einer Copyleft-Lizenz realisierbar.

Die Datenbanksoftware MySQL ist im Zuge der Übernahme vom jetzigen Betreuer Sun durch Oracle an einen proprietären Konkurrenten gegangen, der den Code unter die GPL stellte. Vor wenigen Wochen hatte Stallman bereits eine Petition unterzeichnet, die gegen die Übernahme protestierte. Stallman äußerte sich besorgt, dass wegen Lizenzänderungen durch Oracle der Status von MySQL verändert werde und so dem Projekt schade.

Anhand der X11-Lizenz, die ebenfalls die Einbettung von und in proprietäre Software vorsieht, argumentiert Stallman, dass Lizenzen, die nicht unter das Copyleft fallen, nicht grundsätzlich falsch seien, sondern vielmehr gegenüber freier Software minderwertig seien. Somit seien auch Ausnahmen grundsätzlich zulässig. Dies sei im Einklang mit dem Grundsatz der FSF, alle Benutzer gleich zu behandeln und nicht zu diskriminieren.

Stallman besteht allerdings darauf, dass freie Lizenzen grundsätzlich proprietären vorzuziehen und die Verwendung von Software unter GPL zu fördern sei. Die FSF selbst werde auch weiterhin den Verkauf von Ausnahmen nicht akzeptieren, denn dies sei für die Förderung von freier Software nicht förderlich. Allerdings sehe er die Verwendung von Ausnahmen unter bestimmten Umständen als angebracht und würde sich auch selbst für die Vergabe einsetzen.


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