Schützt Handystrahlung vor Alzheimer?
Ein Tierexperiment(öffnet im neuen Fenster) scheint vielversprechend: Die Arbeitsgruppe um Gary Arendash aus dem Alzheimer Disease Research Center in Tampa (Florida) setzte hundert Mäuse, die gentechnisch verändert waren und somit die Anlage zum Alzheimer in sich trugen, einer Antenne aus. Die funkte zweimal täglich für jeweils eine Stunde Handystrahlen (918 MHz; 250 mW/kg).
Das Ergebnis war verblüffend: Die der elektromagnetischen Strahlung ausgesetzten transgenen Mäuse zeigten keine der erwarteten typischen Alzheimer-Veränderungen des Gehirns. Diese werden durch spezielle Ablagerungen von Beta-Faltblatt-Proteinen verursacht, die dann zu kognitiven Einbußen führen – beim Menschen unter anderem zu den bekannten Störungen des Gedächtnisses. In Leistungstests schlossen die "Alzheimermäuse" genauso gut wie ihre gesunden Artgenossen ab.
Warum die elektromagnetische Strahlung so wirkt, kann Arendash noch nicht im Detail erklären: Während des Versuches kam es zu einer Temperaturerhöhung im Gehirn mit besserer Durchblutung, gesteigerter neuronaler Aktivität und einem gesteigerten Abbau der Beta-Faltblatt-Vorstufen aus dem Gehirn. Wie diese Parameter mit der Faltblattbildung zusammenhängen, wissen die Wissenschaftler noch nicht. Auch nicht, ob die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind und sich daraus vorbeugende Maßnahmen ableiten lassen. [von Dr. K. Höhne]
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