768-Bit-RSA von Wissenschaftlern geknackt
In einem Dokument(öffnet im neuen Fenster) hat die internationale Forschergruppe Details zu dem Verfahren veröffentlicht. Insgesamt 80 Rechner benötigten ein halbes Jahr, um zunächst geeignete Polynome auszuwählen. Die daraus resultierenden Tabellen beanspruchten etwa 5 TByte Speicherplatz. Im zweiten Schritt wurden die gefundenen Zahlen kombiniert und aussortiert, was wiederum zwei Jahre auf hunderten Rechnern in Anspruch nahm. Umgerechnet betrug dabei die benötigte Prozessorleistung 1.500 Jahre auf einem Kern eines Opteron-Prozessors mit 2,2 GHz.
Im vorletzten Schritt übertrugen die Wissenschaftler die aussortierten Zahlen in eine Matrix, was wenige Wochen auf einigen Rechnerkernen benötigte. Um aus der Matrix einen geeigneten Schlüssel zu generieren, war dann weniger als ein Tag notwendig.
Die letzte Entschlüsselung des RSA-Kryptosystems mit 512-Bit-Stärke wurde vor weniger als zehn Jahren gemeldet, so die Wissenschaftler, also sei es durchaus denkbar, dass die 1.024-Bit-Verschlüsselung auf Grund der immer weiter steigenden Rechnerleistung in den kommenden drei bis vier Jahren ebenfalls geknackt werde. Sie empfehlen, bereits heute auf die 2.048-Bit Verschlüsselung umzusteigen.
RSA-Verschlüsselungen kommen in verschiedenen Stärken unter anderem in X.509-Zertifikaten im Internet und in der Telefonie vor sowie in den Übertragungsprotokollen IPSec und TLS oder in den Verschlüsselungen PGP und S/MIME.
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