Ray Kurzweil entwickelt Software für E-Books
Das Unternehmen K-NFB Reading Technology hat eine E-Book-Software entwickelt, die deutlich mehr Möglichkeiten bietet als vergleichbare Software, die heute für Computer oder mobile Geräte wie E-Book-Reader verfügbar ist. K-NFB ist ein Gemeinschaftsunternehmen des US-Blindenverbandes National Federation for the Blind und Kurzweil Technologies, dem Unternehmen von Ray Kurzweil.
Videos und Webinhalte einbinden
Das Programm mit dem Namen Blio(öffnet im neuen Fenster) stellt digitale Bücher genauso dar wie gedruckte, also im gleichen Layout, mit der gleichen Schrifttype, in Farbe und mit Bildern. Das können viele andere E-Reader nicht. Außerdem erlaubt es Blio, Internetinhalte oder Videos in ein digitales Buch einzubinden.
Wie die Software mancher E-Book-Reader biete auch Blio die Möglichkeit, mit Texten zu interagieren: Der Nutzer kann Textstellen unterstreichen oder Randbemerkungen machen. Die Anmerkungen müssen allerdings nicht unbedingt nur Schriftform haben: Der Nutzer kann auch Bilder oder Videos in einen Text einfügen.
Vorlesefunktion
Daneben verfügt die Software über ein Sprachausgabesystem, wie es auch Amazons E-Book-Reader bieten. Der Nutzer kann sich einen digitalen Text per Sprachsynthese vorlesen lassen. Allerdings bereitete diese Funktion Amazon rechtliche Probleme: Der US-Schriftstellerverband Authors Guild sah darin eine Verletzung von Tonaufführungsrechten und verlangte, sie abzuschaffen. Amazon räumte daraufhin Verlagen die Möglichkeit ein, die Sprachausgabe zu deaktivieren.
Angeschlossen ist zudem ein Shop für digitale Bücher, über den Verlage ihre Bücher anbieten. Über den Shop haben Nutzer aber auch Zugriff auf mehrere Millionen kostenlose digitale Bücher.
Verfügbar für PC und iPhone
Kurzweil hat die Software in einem kurzen Auftritt im Rahmen der CES-Präsentation von Microsoft-Chef Steve Ballmer vorgestellt. Blio soll im kommenden Monat verfügbar sein, zunächst für Windows-Computer sowie für das iPhone und den iPod touch. Geplant ist aber, die Software auch für andere Geräte bereitzustellen, etwa für E-Book-Reader.
Die Software heutiger E-Book-Reader ist mit aufwendigen Layouts meist überfordert. Das ist beispielsweise ein Problem für Zeitschriftenverlage, die Hochglanzmagazine nicht in der gleichen Qualität wie gedruckt auf die Lesegeräte bringen können. Der US-Verlag Condé Nast entwickelt deshalb derzeit zusammen mit Adobe ein Format für Zeitschriften auf E-Book-Readern. Kurzweil ist überzeugt, dass die Geräte nur dann dauerhaft eine Chance haben, wenn sie mehr bieten als die Möglichkeit, digitale Bücher darauf zu lesen.
Kurzweil ist heute vor allem als Zukunftsforscher bekannt. Er war in den 1970er Jahren entscheidend an der Entwicklung von Texterkennungssystemen (OCR), Spracherkennung und Sprachsynthese beteiligt.
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