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Nvidia mit Tegra für Tablets mit Dual-Core - aber kein Fermi

CES2010
Neuer Handheld-Prozessor für Surftablets und Navigationssysteme. Mobile Anwendungen von Nvidia-Technik standen im Vordergrund der Präsentation von Nvidias CEO Jen-Hsun Huang. Die lang erwarteten Fermi-Karten wie die GF100 zeigte der Firmengründer nicht, sie sollen aber Serienreife erlangt haben.
/ Nico Ernst
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Nvidias Design eines mobilen SoC mit guten Grafik- und Videoeigenschaften rund um ARM-Prozessoren ist zwar seit Jahren vielversprechend, hat aber mit dem Zune HD von Microsoft bisher nur ein prominentes Gerät vorzuweisen. Im Jahr 2010 will Nvidia das mit einer neuen Version ändern.

Der neue Tegra(öffnet im neuen Fenster) besteht aus einem Dual-Core des Cortex A9 von ARM und neuen Komponenten von Nvidia. Was diese Einheiten genau leisten, gab Jen-Hsun Huang in seinem Vortrag nicht an. Der neue Chip soll jedoch zehnmal schneller sein als der bisherige Tegra und dennoch im Mittel nur 500 Milliwatt aufnehmen. Das ist deutlich weniger als Intels Atom in der neuen Version Pine Trail .

Der Atom, der nach Intels Willen auch in Tablets und Smartphones landen soll, ist der erklärte Gegner des Tegra. Auch ohne einen HD-Zusatzchip wie bei Pine Trail soll Tegra Full-HD-Videos wiedergeben können. Huang demonstrierte das mit einem solchen Clip, der nach seinen Angaben mit 10 MBit/s von einem Tablet von Compal wiedergegeben wurde. Bei solchen Anwendungen soll das Gerät 16 Stunden Akkulaufzeit erreichen, bei der Musikwiedergabe 140 Stunden.

Neben Video und Musik soll Nvidias neues SoC auch mobiles Spielen in guter Qualität ermöglichen. Huang holte zum Beleg Epic-CEO und Programmiererlegende Tim Sweeney auf die Bühne. Die beiden führten eine mobile Version der Unreal Engine 3 vor, die durch detaillierte Texturen und Beleuchtung beeindruckte. Die Polygonzahl der Spielfiguren wirkte auf der Leinwand aber etwas gering, doch das ist auch nicht das Zielausgabegerät. Bei den typischen 1.024 x 600 Pixel eines günstigen Tablets dürfte der Detailgrad mehr als ausreichend sein.

Laut Huang entwickeln zahlreiche Hersteller, darunter Asus, Compal, MSI und Quanta, derzeit Tablets auf Basis des Tegra. Konkrete Produktankündigungen oder gar Preise nannte Nvidias CEO nicht.

Neben den Tablets soll der Tegra auch in Automobilelektronik seinen Platz finden. Matthias Halliger von Audi führte als Beispiel dafür ein Navigationssystem mit den Daten von Google Maps vor. Das Gerät konnte in wenigen Sekunden Routen berechnen oder auch Orte von Interesse (POI) per Google abrufen. Jen-Hsun Huang wünschte nämlich, bei der Darstellung der Gegend um Ingolstadt spontan eine Schweinshaxe zu verspeisen, wozu das nächstgelegene und möglichst typisch deutsche Restaurant gesucht werden musste.

Um die Entwicklung von weiteren Tegra-Geräten zu fördern, will Nvidia demnächst auch ein Entwicklerkit(öffnet im neuen Fenster) anbieten, das man ohne aufwendige Registrierung auf der Nvidia-Webseite bestellen kann. Das Gerät mit seinem Acrylgehäuse und hinten offener Platine erinnert ein wenig an die Elektronikbaukästen für Jugendliche – und genau mit solchen Kits haben auch viele der heutigen IT-Vordenker ihre Karrieren begonnen.

Der von Journalisten und Analysten erwartete Fermi wurde von Huang bei der Pressekonferenz nicht gezeigt. Auch Analyst Jon Peddie von JPR hatte im Vorfeld Golem.de gesagt: "Wo wenn nicht hier sollten sie den zeigen?" Er wurde, wie so viele, enttäuscht. Zwar erklärte Huang, die Serienproduktion sei aufgenommen. Zeigen will Nvidia die neue Architektur mit Demos, die über das DirectX-11-SDK hinausgehen, aber nur an seinem Stand oder in noch ausstehenden Einzelterminen.

Getreu seiner neuen Hackfleischtaktik war der Fermi aber schon mit einer seriennahen Grafikkarte am Rande der CES auf der Sonderveranstaltung "Digital Experience" zu sehen. Bilder davon finden sich bei Legitreviews(öffnet im neuen Fenster) . Laut den Angaben dieser Seite lief auf dem System das DirectX-11-Demo "Heaven" mit der Unigine.


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