Gemalto-Chef schließt Austausch von Bankkarten nicht aus
Olivier Piou, Chef des französischen Chipkartenherstellers Gemalto, schließt nicht aus, dass die defekten deutschen Bankkarten ausgetauscht werden müssen. "Wir arbeiten derzeit daran, das Problem dauerhaft zu lösen, ohne die Karten eintauschen zu müssen. Das Verfahren testen wir derzeit", sagte Piou dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster). Nach Angaben aus Bankenkreisen soll versucht werden, die fehlerhafte Software beim Einführen in den Geldautomaten zu patchen.
Von Gemalto stammen die fehlerhaften EMV-Chips auf rund 30 Millionen deutschen Bankkarten. Die Software hat Probleme, die neue Jahreszahl 2010 korrekt zu verarbeiten und blockiert das Geldabheben am Automaten und das Bezahlen im Geschäft. Piou: "Ein Sicherungssystem hat sich unerwartet beim Datumsvergleich aktiviert und dann die Transaktionen blockiert."
Mittlerweile werden Rufe nach Schadenersatzforderungen gegen Gemalto laut. Zu möglichen finanziellen Folgen des Chipkartendesasters wollte Piou keine Angaben machen. Die Gemalto-Aktie verlor gestern rund drei Prozent.
Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hat die Banken aufgefordert, den Kunden die Kosten, die aus der Panne bei Girocards, den früheren EC-Karten, und Kreditkarten entstanden sind, zu erstatten. Dem Tagesspiegel(öffnet im neuen Fenster) sagte Aigner, "die Verantwortlichen müssen mehr Sorgfalt an den Tag legen, um die Sicherheit und Funktionsfähigkeit von Bank- und Kreditkarten zu gewährleisten". [aus Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) und von Achim Sawall]
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