Abo
  • Services:

Joel Tenenbaum will neuen Filesharing-Prozess

Die Mitschuld der Musikindustrie

Der im vergangenen Jahr in den USA wegen illegalen Filesharings zu 675.000 Dollar Schadensersatz verurteilte Student Joel Tenenbaum hat die Neuauflage des Prozesses beantragt.

Artikel veröffentlicht am , Meike Dülffer

Die Musikindustrie war in der Vergangenheit selbst schuld, dass Millionen Musikliebhaber sich in Tauschbörsen bedienten. Diese Auffassung vertreten die Anwälte von Joel Tenenbaum in ihrer am Montag vorgelegten Begründung zum Antrag auf Neuauflage des Prozesses gegen ihren Mandanten. Tenenbaum war im vergangenen Jahr im zweiten großen Filesharing-Prozess zu insgesamt 675.000 US-Dollar Schadensersatz verurteilt worden. Die Jury befand ihn für schuldig, 30 urheberrechtlich geschützte Musikstücke illegal in Tauschbörsen angeboten zu haben.

Stellenmarkt
  1. CRM Partners AG, Eschborn, München, Frankfurt am Main
  2. SEW-EURODRIVE GmbH & Co KG, Bruchsal

Tenenbaums Anwälte machen nun geltend, dass die Musikfirmen der Komplizenschaft schuldig seien, weil sie "die von ihnen auf CD veröffentlichten Musikstücke nicht verschlüsselten und sich weigerten, die Musikstücke legal online zum Erwerb anzubieten". Tenenbaum sei wie "Millionen anderer College-Studenten" quasi dazu gezwungen gewesen, seinen Musikbedarf bei Tauschbörsen zu decken. Zudem hätten die Plattenfirmen die Nachfrage nach populären Titeln noch mit ihrer aggressiven Marketingstrategie angeheizt. Das alles sei fahrlässig gewesen und habe das rechtswidrige Verhalten von Tenenbaum geradezu herausgefordert.

Als Analogie für ihre Argumentation führen die Anwälte das Beispiel eines nicht eingezäunten Swimmingpools an, der Kinder anlocke und so Unfälle provoziere. Es sei im US-Recht lange anerkannt, dass den Grundstücksinhaber in solchen Fällen eine Mitschuld treffe. Die Musikindustrie habe in diesem Sinne dazu beigetragen, dass "Tenenbaum mit Millionen anderen in den großen, nicht eingezäunten Pool des nichtautorisierten Filesharings fiel".

Die Anwälte argumentieren in ihrem Wiederauflageantrag außerdem, das Gericht habe Tenenbaum rechtswidrig die Verteidigung mit dem Fair-use-Argument verweigert, der Prozess sei nicht ordnungsgemäß durchgeführt worden und die Höhe des festgelegten Schadensersatzes sowie das Verfahren seiner Berechnung seien verfassungswidrig. Sollte eine Neuauflage des Prozesses abgelehnt werden, fordern die Anwälte zumindest eine deutliche Reduktion der Schadensersatzhöhe. [von Robert A. Gehring]



Anzeige
Top-Angebote
  1. 6,99€
  2. 5,55€
  3. 7,42€
  4. 359,99€ (Vergleichspreis ab 437,83€)

Wikifan 08. Jan 2010

Ne, die Künstler hungern, weil sie von der Musikindustrie vermarktet werden, anstatt...

Wikifan 08. Jan 2010

Wie gesagt, solange nicht ein höherer Schaden nachgewiesen wird, in dubio pro reo. Wenn...

nurso.. 07. Jan 2010

Habe darüber nachgedacht. Diebstahl bleibt Diebstahl. Auch, wenn man hier argumentiert...

zowak 07. Jan 2010

Du hast die Analogie misverstanden. Es geht darum, dass auch die Angebotsseite gewisse...

_Michael_ 07. Jan 2010

Der Beitrag ging nicht an dich, btw. :) Lies dir lieber meine Antwort nochmal durch, dann...


Folgen Sie uns
       


Cryorig Taku - Test

Das Cryorig Taku ist ein ungewöhnliches Desktop-Gehäuse, bei dem die Montage leider fummelig ausfällt.

Cryorig Taku - Test Video aufrufen
Underworld Ascendant angespielt: Unterirdische Freiheit mit kaputter Klinge
Underworld Ascendant angespielt
Unterirdische Freiheit mit kaputter Klinge

Wir sollen unser Können aus dem bahnbrechenden Ultima Underworld verlernen: Beim Anspielen des Nachfolgers Underworld Ascendant hat Golem.de absichtlich ein kaputtes Schwert bekommen - und trotzdem Spaß.
Von Peter Steinlechner

  1. Otherside Entertainment Underworld Ascendant soll mehr Licht ins Dunkle bringen

Physik: Maserlicht aus Diamant
Physik
Maserlicht aus Diamant

Ein Stickstoff-Fehlstellen-basierter Maser liefert kontinuierliche und kohärente Mikrowellenstrahlung bei Raumtemperatur. Eine mögliche Anwendung ist die Kommunikation mit Satelliten.
Von Dirk Eidemüller

  1. Colorfab 3D-gedruckte Objekte erhalten neue Farbgestaltung
  2. Umwelt China baut 100-Meter-Turm für die Luftreinigung
  3. Crayfis Smartphones sollen kosmische Strahlung erfassen

Datenschutz: Der Nutzer ist willig, doch die AGB sind schwach
Datenschutz
Der Nutzer ist willig, doch die AGB sind schwach

Verbraucher verstehen die Texte oft nicht wirklich, in denen Unternehmen erklären, wie ihre Daten verarbeitet werden. Datenschutzexperten und -forscher suchen daher nach praktikablen Lösungen.
Ein Bericht von Christiane Schulzki-Haddouti

  1. Soziales Netzwerk Facebook will in Deutschland Vertrauen wiedergewinnen
  2. Denial of Service Facebook löscht Cybercrime-Gruppen mit 300.000 Mitgliedern
  3. Facebook-Anhörung Zuckerbergs Illusion von der vollen Kontrolle

    •  /