Fuchteln vor dem Handy: Gestenerkennung für das Mobiltelefon
Ein Team von Wissenschaftlern der Tokioter Universität um Masatoshi Ishikawa hat ein System entwickelt, mit dem sich ein mobiles Gerät über Gesten steuern lässt. Das Besondere an diesem "Vision-based Input Interface(öffnet im neuen Fenster)" ist, dass es Gesten im dreidimensionalen Raum erkennt, dabei aber mit nur einer Kamera auskommt. Normalerweise bedarf es dazu zweier Kameras.
Der Nutzer vollführt vor dem Gerät mit einem Finger Gesten. Die Kamera erfasst den Finger und setzt die Bewegungen in Mausbewegungen und Steuersignale um. Damit die Gesten konstant und sicher erfasst werden, setzen die Forscher eine Hochgeschwindigkeitskamera ein, die 154 Bilder pro Sekunde aufnimmt. Die Kamera hat ein Weitwinkelobjektiv, um einen möglichst großen Bereich zu erfassen.
Vordefinierte Gesten
Für die Bedienung eines Gerätes haben die Forscher eine Reihe von Gesten vordefiniert: Eine schnelle Fingerbewegung in Richtung der Kamera etwa interpretiert das System als Mausklick. Der Nutzer kann beispielsweise auf einer virtuellen Tastatur einen Text schreiben, indem er den Finger auf einen Buchstaben bewegt und ihn durch eine Klickgeste drückt.
In einem Bildbetrachtungsprogramm kann er ein Foto vergrößern, indem er seinen Finger auf die Kamera zubewegt. Bewegt er den Finger vom Gerät weg, wird das Bild kleiner. Klickt er auf ein Bild, kann er es auf dem Bildschirm verschieben. Durch einen weiteren Klick fixiert er es an der entsprechenden Stelle.
Dreidimensionale Fingerzeichnung
In einem Malprogramm kann der Nutzer mit seinem Finger zeichnen. Bewegt er ihn dabei im dreidimensionalen Raum, erkennt das System das und setzt die Gesten entsprechend in eine dreidimensionale Zeichnung um.
In der aktuellen Version kann das System nur mit einem einzigen Finger bedient werden. Nach einem Bericht der Wirtschaftszeitung Nikkan Kōgyō Shimbun(öffnet im neuen Fenster) ist es jedoch möglich, das System so zu erweitern, dass es auch mit mehreren Fingern bedient werden kann.



