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Bono gegen Dateitausch

Gewinne der Provider spiegeln Verluste der Musikindustrie wider

U2-Sänger Bono Vox hat sich in einem Zeitungsartikel für den Kampf gegen illegalen Dateitausch ausgesprochen. Den Providern warf er vor, sie verdienten am Filesharing. Er plädiert dafür, die Provider in den Kampf gegen Tauschbörsennutzer einzubinden und erntet dafür harsche Kritik.

Artikel veröffentlicht am ,

Der Musiker Bono Vox hat den Kampf gegen den illegalen Tausch von Dateien über das Internet als eine wichtige Aufgabe für die kommenden zehn Jahre bezeichnet. In einem Beitrag in der New York Times kritisierte der Sänger der irischen Band U2 die Provider, die dem Datentausch Vorschub leisteten, und verlangte indirekt, sie sollten helfen, die Nutzer, die Dateien tauschen, aufzuspüren.

Jahrzehnt des Tauschens und Klauens

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Bono Vox bezeichnete des erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts als eines "des Tauschens und Klauens von Musikdateien". Die Leidtragenden seien die Künstler, "in diesem Fall die jungen, aufstrebenden Liederkomponisten, die nicht von den Verkäufen und Eintrittskarten und T-Shirts leben können". Von dieser "umgekehrten Robin-Hood-Methode" profitierten die "reichen Diensteanbieter, deren dicke Profite genau die verlorenen Einkünfte der Musikindustrie widerspiegeln", kritisierte der Musiker.

Bislang hatten sich die Mitglieder der Band mit Kommentaren zum illegalen Dateitausch zurückgehalten. Allerdings hat sich der Manager Paul McGuinness in der Vergangenheit wiederholt zu dem Thema geäußert und sich dabei für Internetsperren für Wiederholungstäter ausgesprochen. In Frankreich ist mit Beginn des Jahres 2010 die Loi Hadopi in Kraft getreten, die Internetsperren für den illegalen Dateitausch vorsieht. In Großbritannien will Wirtschaftsminister Peter Mandelson mit der Digital Economy Bill ein vergleichbares Gesetz einführen.

Provider in dem Kampf einbeziehen

Bono hat sich indirekt ebenfalls dafür ausgesprochen, die Anbieter in die Pflicht zu nehmen, um Nutzer aufzuspüren, die illegal urheberrechtlich geschützte Inhalte verbreiten. Technisch sei es problemlos möglich, Inhalte aufzuspüren. Das hätten "Amerikas edle Bemühungen, Kinderpornografie zu stoppen" ebenso wie "Chinas unehrenhafte Bemühungen, abweichende Meinungen im Internet zu unterdrücken" gezeigt.

Der Blogger Cory Doctorow übte harsche Kritik an Bonos Beitrag. Der Sänger glaube, man könne mit weltweiter Zensur und Überwachung chinesischer Art der illegalen Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Inhalten beikommen, schreibt Doctorow über Twitter und wirft Bono vor, Regierungen aufzufordern, die Zensur- und Überwachungsmaßnahmen totalitärer Regime zu übernehmen, um die eigenen Tantiemen zu retten. Dabei zeige sich immer wieder, dass es unmöglich sei, effizient Netzinhalte zu kontrollieren, resümiert Doctorow.

Gegen Netzsperren

Der Kanadier ist ein erklärter Gegner von Netzsperren. Das Internet sei viel zu wichtig, als dass man den Zugang dazu sperren dürfe, hatte er 2009 im Interview mit Golem.de gesagt. "Über das Internet bekommen wir medizinische Informationen, wir halten Kontakt mit unserer Familie. Wir arbeiten damit, wir kontaktieren darüber unsere Politiker. Offline gesetzt zu werden ist eine furchtbare Strafe."

In seinem Beitrag für die New York Times hat Bono eine Liste mit "zehn Ideen, die die nächsten zehn Jahre interessanter, gesünder oder bürgerlicher machen könnten", aufgestellt. Dazu gehören neben dem Urheberrechtsschutz der Emissionshandel, die Idee eines Festes für Abraham, um Juden, Christen und Muslime auszusöhnen, oder die Organisation der Menschen über das Internet, um politische Macht aufzubauen. Diese Ideen hätten inhaltlich wenig gemeinsam, erklärte Bono, außer dass er von ihrem Potenzial gepackt sei, die Welt zu verändern.



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brianthebrain 06. Feb 2010

bodo kann mich mal am aschermittwoch besuchen;

gu 07. Jan 2010

Hmmm... in Irland sind Künstler von der Steuer befreit...

Schallplattenkä... 07. Jan 2010

Falls ich es heute noch nicht häufig genug getan habe: Ihr Schergen von Gorny und der...

Schallplattenkä... 07. Jan 2010

Klar wird die Produktion von Musik immer besser werden. Die technischen Möglichkeiten...

Wikifan 06. Jan 2010

Ich könnte wetten, dass außer dir keiner ein "Urheberschutzgesetz" kennt.


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