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Test: Core i5 661 - Intels Mittelklasse mit On-Chip-Grafik

Neue Dual-Cores für Desktops und Notebooks. Mit den Kernen "Clarkdale" für Desktops und "Arrandale" für Notebooks bringt Intel die ersten Dual-Core-CPUs mit Nehalem-Architektur auf den Markt. Da die Prozessoren auf 32 Nanometer geschrumpft wurden, ist im Chipgehäuse Platz für einen Grafikkern. Golem.de hat beides unter die Lupe genommen.
/ Nico Ernst
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Drei Tage vor Beginn der CES, der wichtigsten Technikmesse der USA, startet Intel den Verkauf seiner neuen Prozessorserien Core i3/5/7 mit zwei Kernen. Mit diesen Bausteinen, die schon ab 113 US-Dollar OEM-Preis zu haben sind, ist der im November 2008 begonnene Wechsel zur Nehalem-Architektur technologisch vollzogen. Sie soll im Laufe der Jahre 2010 und 2011 die Core-Architektur ablösen, die Intel bereits Mitte 2006 auf den Markt brachte.

Die neuen Prozessoren hatten bisher die Codenamen "Clarkdale" für Desktops und "Arrandale" für Notebooks und bestehen aus zwei Dies: Eines beherbergt nur noch die Prozessorkerne, Cache, Steuerungseinheiten und Busse, es ist nun in 32 Nanometern Strukturbreite gefertigt.

Daneben sitzt ein zweites Die im Chipgehäuse, es besteht aus dem Grafikkern "HD Graphics" und dem Speichercontroller. Dieser ist also wieder einmal umgezogen, nachdem er bei den bisherigen Nehalems erstmals in einer Intel-CPU in den Prozessor integriert wurde. Da vor allem die Grafik, die sich ihren Speicher mit der CPU teilen muss, viel Speicherbandbreite benötigt, ist der Speichercontroller nun im Grafikchip besser aufgehoben.

Da die Grafik schon im Prozessor sitzt, kann der Rest des PCs sehr einfach gehalten werden: Ein Baustein reicht als Chipsatz, was Intel mit dem P55 für die Lynnfield-Prozessoren (Core i5/7) schon begonnen hatte. Da die Dales aber einen viel weiteren Preisrahmen abdecken sollen, gibt es für Notebooks wie Desktops je vier neue Chipsätze, die sich in der Ausstattung nur leicht unterscheiden. Vor allem bieten nur die teureren Versionen mit der Ziffer 57 in der Modellbezeichnung Unterstützung für Intels neue SATA-Treiber " Rapid Storage Technology ".

Welcher Core i kann was?

Schon bei den Chipsätzen zeigt sich, wie unübersichtlich Intels Produktpalette rund um die Nehalem-Architektur inzwischen geworden ist. Die Namensgebung der Prozessoren ist, wie Intel schon bei der Umstrukturierung seiner Marken mit dem Sternesystem betonte , nur noch ein grober Hinweis auf die Leistungsklasse. So ist aktuell ein "Core i7" entweder mit zwei oder vier Kernen zu haben, oder aber auch mit zwei oder drei Speicherkanälen.

Auch bei der Serie Core i5 ist diese Marke allein kein verlässliches Merkmal der Ausstattung: Hatte Intel beim ersten Core i5 mit Lynnfield-Kern (Core i5-750) diesem das Hyperthreading abgeschaltet, aber den Turbo-Boost beibehalten, so erscheinen nun die Core i5 mit Clarkdale-Kern wieder mit Turbo und Hyperthreading, aber eben nur mit zwei statt bisher vier Kernen.

Etwas durchsichtiger wird dieses Verwirrspiel erst, wenn man sich auch an den Modellnummern der Prozessoren orientiert. Die Serie Core i7 900 hat durchgehend vier Kerne mit allen Funktionen der Nehalem-Architektur, die Serie Core i7 800 aber nur zwei statt drei Speicherkanäle. Ein Core i5 700 besteht aus vier Kernen, kann aber auf Hyperthreading nicht zurückgreifen. Ein Core i5/7 der Serien 600, 500, 400 und ein Core i3 300 ist ein Clarkdale mit zwei Kernen und Grafik im Chipgehäuse.

Bei diesen drei Serien gibt es weitere Unterscheidungen, die bisher stringent sind: Die mobile Serie Core i7 600 besitzt 4 MByte L3-Cache, alle kleineren Modelle der neuen Serien 3 MByte. Beim Core i3 ist zudem der Turbo-Boost nicht vorhanden.

Die bisher genannten Unterschiede treffen so auf die Desktop- und Notebookversionen zu, wobei es noch eine Ausnahme von den Regeln gibt. Die Desktop-CPUs mit Clarkdale-Kern verfügen allesamt über 4 MByte L3-Cache, 1 MByte weniger haben nur die kleineren Serien der neuen mobilen Prozessoren.

Auch die letzte Ziffer der Modellnummer ist nun von Bedeutung, sie weist auf den Takt des Grafikkerns hin. Steht hier eine Eins, so handelt es sich um ein schnelleres Modell. So läuft beispielsweise in der Serie Core i5 600 für Desktops der Grafikkern mit 733 MHz, nur beim Core i5 900 sind es 900 MHz. Dafür hat diese CPU aber eine TDP von 87 Watt gegenüber 73 Watt der restlichen Modellreihe.

Einfacherer und flexiblerer Systemaufbau

Dass die Grafik nun im Gehäuse des Prozessors sitzt, spart nicht nur deren Unterbringung im Chipsatz ein – es vereinfacht auch das Design von Mainboards und senkt damit die Kosten. Wie sehr Intel diesen Aspekt bei der Entwicklung der Dales berücksichtigt hat, zeigt auch ein Hinweis des Chipherstellers am Rande der Vorstellung der neuen Chips: PC-Hersteller können nach ausgiebigen Tests auch 65-Watt-Kühler für die Desktopprozessoren verwenden, die eigentlich mit einer TDP von 73 Watt angegeben sind.

Der Grund: Die Wärme verteilt sich durch die zwei Dies gleichmäßiger über den auch als Heat Spreader bekannten Blechdeckel der Prozessoren, so dass sie auch schneller an den Kühlkörper übergeben wird. Die Einhaltung des "thermal envelope" einer bereits getesteten Plattform ist für PC-Hersteller ein großer Vorteil, da sie aufwendige Neuentwicklungen und anschließende Tests erspart.

Was gut für Intel und seine Kunden sein soll, ist für andere Chipsatzhersteller vorerst noch ein Nachteil: Den FSB gibt es nicht mehr, auch den QPI der Core i7 900 nicht, sondern das schon bekannte Desktop Management Interface (DMI) und den neuen Port "Flexible Display Interface" (FDI). Für beides sind neue Lizenzen von Intel zu kaufen, falls der Chiphersteller sie überhaupt herausrücken will. AMD ist hier durch das vor kurzem erneuerte Patentaustauschabkommen im Vorteil, Nvidia klagt sich derzeit noch durch die Instanzen.

Der FDI ist ein wichtiges Element, um mit den Dales erweiterbare Rechner zu bauen. Die Monitoranschlüsse stellt nämlich nicht der Grafikkern der CPU alleine zur Verfügung, er braucht für die Ansteuerung der Displays Hilfe vom Chipsatzbaustein. Drei Ports (DVI, HDMI, VGA) verbaut beispielsweise Intel auf seinem H55-Board DH55TC (Codename: "Tom Cove"), zwei davon lassen sich in beliebiger Kombination gleichzeitig nutzen.

Bis zu zwei Displayports sind jedoch auch möglich, dazu wird der FDI nicht zum Chipsatz, sondern den weiterhin vorhandenen 16 PCIe-2.0-Lanes geroutet. In einem normalen PEG-Steckplatz für Grafikkarten kann dann eine einfache Karte mit der Ansteuerung der Displayports stecken. Ebenso ist dort auch eine Grafikkarte möglich, zwei x16-Boliden beherrschen die 5er Chipsätze aber ebenso wenig wie der P55 der Lynnfield-Prozessoren.

Enge Verwandtschaft zu Lynnfield

Die Dales sind – im besten Sinne – ein halber Lynnfield . Statt vier Kernen gibt es zwar nur noch zwei, diese sind aber genauso leistungsfähig wie bei der Serie Core i7 800. Sie erreichen ihre hohe Rechengeschwindigkeit durch die Nehalem-Architektur, die wir bereits ausführlich vorgestellt haben .

Ein wesentlicher Leistungsträger ist dabei der Turbo-Boost , welcher im Falle der Dales den Takt um bis zu zwei Stufen (Desktops) oder fünf Stufen (Notebooks) von je 133 MHz steigern kann. Das steuert die Power Control Unit (PCU), die nun auch für die Grafik zuständig ist. Hat diese also viel zu tun, werden die Kerne unter Umständen nicht nach oben geregelt. Wir konnten diesen Effekt im Test aber nicht provozieren.

Umgekehrt ist das als "Graphics Turbo" nur beim noch nicht verfügbaren Core i7-620M für Notebooks der Fall. Intel will diese Funktion aber nicht aktiv bewerben. Liegt jedoch nur Grafiklast an, so soll sich diese Einheit von 500 auf 733 MHz steigern – im Zweifel hat aber der Turbo für den Prozessor Vorrang, wie Intel auf Nachfragen erklärte.

Die vielen Turbostufen sind, insbesondere bei den Notebookprozessoren, ein Grund, die neuen CPUs nicht alleine nach ihrem Basistakt einzuordnen. Ein mobiler Core i5-520M mit nominal 2,4 GHz kommt dank Turbo auf 2,93 GHz, wenn nur ein Kern belastet ist.

Neben dem unveränderten Sockel LGA 1156 sind auch die Chipsätze eng verwandt mit dem P55 der Lynnfield-Plattform. Das bringt Nachteile wie die mit nur 2,5 GT/s halb so schnell wie üblichen PCI-Express-Lanes am Chipsatzbaustein, aber auch Vorteile wie die geringe Leistungsaufnahme von um 5 Watt. Aufwendige Chipsatzkühler sind somit nur Zierrat, bestenfalls massive Übertaktungsreserve. Intel belässt es bei seinen Boards bei einem winzigen Aluhütchen von 31 Millimetern Kantenlänge und 12 Millimetern Höhe.

Die Die-Größen haben sich aber naturgemäß verändert. Der CPU-Anteil mit 32-Nanometer-Technik ist nur 81 Quadratmillimeter groß und besteht aus 383 Millionen Transistoren. Das 45-Nanometer-Die mit Grafik und Speichercontroller ist 114 Quadratmillimeter groß und dennoch aus nur 177 Millionen Transistoren aufgebaut. Ein Lynnfield mit vier Kernen und ohne Grafik besteht bei 45-Nanometer-Technik aus 774 Millionen Transistoren und ist 296 Quadratmillimeter groß.

Testsysteme und Verfahren

Intel schickte zum Test den Core i5-661 für Desktops mit 900-MHz-Grafik und einem Basistakt von 3,33 GHz für die Prozessoren zusammen mit dem H55-Mainboard DH55TC "Tom Cove". Neben diesem Micro-ATX-Board gibt es noch vier weitere Modelle, deren Daten sich in der Bildergalerie finden. Ein Notebook mit Arrandale-CPU oder auch den schnellsten Clarkdale (Core i5-670, 3,46 GHz) konnte der Chiphersteller noch nicht zur Verfügung stellen.

Für diesen Test verwenden wir die Benchmarksuite der Lynnfield-Messungen auf Windows Vista in der 64-Bit-Version. Bedingt durch die drei Speicherkanäle des Core i7 900 ergeben sich für die anderen Mainboards mit ihren vier Speicherslots als gleich große Speichermenge als praxisnaher Wert nur 6 GByte. Diese setzen wir aus 2 x 2 GByte von Corsairs "Dominator"-Serie zusammen sowie zwei 1-GByte-DIMMs von Kingston. Auf dem Core i7 900 laufen drei der Corsair-Riegel. Diese Mischbestückung lief auf allen Mainboards mit gleichen Timings von 8-8-8-22 bei effektiv 1.333 MHz stabil.

Ausgerechnet bei Intels erstem Clarkdales-Board lassen sich die Speichertimings aber nicht von Hand einstellen, das Gerät beharrte auf 8-9-9-24 und benachteiligte die neue Plattform so in der Theorie ein wenig. Intel konnte das reproduzieren und verwies darauf, dass diese Boards nicht für Tuning gedacht sind.

Als Mainboards für die Core i7 900 diente das Asus P6T Deluxe, die Core-2-Prozessoren liefen im Gigabyte X48T-DQ6 und der Phenom II X4 965 im Gigabyte MA790FXT-UDP. Außer Prozessor, Mainboard und Kühler waren für jeden Test alle anderen Komponenten identisch: Die von Kingston vertriebene Intel-SSD X25-M mit 80 GByte und aktueller Firmware lieferte Betriebssystem und Anwendungen, die zu verarbeitenden Daten eine Seagate Barracuda ES.2 mit 1 TByte. Als Grafikkarte kam AMDs Radeon HD 4870 X2 mit Catalyst 9.8 in der 64-Bit-Version zum Einsatz, als Netzteil das Dark Power Pro von BeQuiet mit 850 Watt.

PCMark Vantage und Winrar 3.9 haben wir in der 64-Bit-Version betrieben, nicht aber den Cinebench R10, da er auch für 32-Bit-Systeme und ebensolche Prozessoren noch als Vergleich dienen soll. Dieser Benchmark liefert in der 64-Bit-Version deutlich höhere Werte, die aber vergleichbar skalieren wie die 32-Bit-Ergebnisse. Die prozentualen Unterschiede des 64-Bit-Cinebench fallen ähnlich aus wie die der 32-Bit-Version.

Windows Vista Ultimate in der 64-Bit-Version wurde mit Service Pack 2 betrieben, sämtliche leistungszehrende Hintergrunddienste wie die Datenträgerindizierung, Systemwiederherstellung oder das Mediacenter wurden deaktiviert. Ein kurzer Versuch mit der endgültigen Fassung von Windows 7 zeigte, dass Intels Universaltreiber für dieses Betriebssystem und Vista alle Geräte richtig installieren.

Von besonderem Interesse war bei diesem Test, wie sich die neuen Dual-Cores im Vergleich zu den Core-2-Duos schlagen. Der hier verwendete E8500 mit Penryn-Kern ist mit seinen 3,16 GHz nur fünf Prozent langsamer als der Basistakt des Core i5-661.

Ebenso haben wir für die Messungen der Leistungsaufnahme mit dem Mini-ITX-Board DQ45EK mit Q45-Chipsatz von Intel für den Core 2 Duo E8500 eine besonders sparsame Plattform für die Messungen der Leistungsaufnahme aufgesetzt.

Synthetische Benchmarks

Cinebench R10 von Maxon basiert auf der Rendering-Anwendung Cinema4D und lastet laut Angaben des Herstellers bis zu 16 Kerne voll aus. Bei den acht virtuellen Kernen der Nehalem-CPUs war das auch gut zu beobachten, sie liefen stets zu 100 Prozent, ebenso die vier Hyperthreading-Kerne des Clarkdale, der dabei stets mit 3,46 GHz lief.

Erwartungsgemäß können die Core-i-Prozessoren das Hyperthreading hier voll ausspielen, und das Fehlen dieser Funktion wirft den Core i5 750 deutlich zurück. Wie gut ein Raytracer mit vielen Kernen skalieren kann, zeigt das Ergebnis des Core 2 Duo, der aber vom neuen Core i5 deutlich geschlagen wird – neue Architektur und der Turbo bringen hier den Vorteil.

Das in der ersten Version bereits 1995 veröffentlichte Programm SuperPi (hier in der Ausgabe 1.5 XS, die auch unter Vista läuft) ist bei Übertaktern und Rekordjägern immer noch sehr beliebt. Es berechnet die Kreiszahl Pi auf Millionen von Nachkommastellen und gibt sehr exakte Werte aus, kleine Werte sind hier besser.

Da SuperPi kaum in Threads aufgeteilt ist, zeigt sich hier gut die Effizienz der Rechenwerke und Caches. Die Optimierung des Nehalem auf kleine Schleifen verschafft ihm offenbar einen deutlichen Vorteil gegenüber den Core-2-CPUs, denen unter anderem der L3-Cache fehlt. Das Duell zwischen Core i5 750 und 661 endet fast unentschieden, der neue Dual-Core mit höherem Takt kommt hier in die Regionen eines aktuellen Quad-Core.

Was die erweiterten Turbo-Stufen bringen können, zeigt sich beim CPU-Test von 3DMark Vantage im Profil "Performance". Das Programm arbeitet hier mit einer Physiksimulation kombiniert mit Wegfindungsalgorithmen und ist sehr fein in Threads aufgeteilt, so dass alle CPUs mit Hyperthreading deutlich vorne liegen. Der Clarkdale kommt hier sogar in die Regionen eines Core 2 Quad Q9400, der nur mit 2,66 GHz arbeitet. Die anderen Nehalem-CPUs mit ihren vier Kernen ziehen jedoch davon.

PC Mark Vantage

Der Test von Futuremark basiert nicht auf echten Anwendungen, nutzt aber zahlreiche Funktionen von Windows Vista aus. In der "Overall"-Suite bildet er von Medienverarbeitung über Webbrowsing bis zu Office-Programmen nahezu alle Alltagsaufgaben ab. Zudem startet er viele Threads, wie das auch der Fall ist, wenn viele Anwendungen gleichzeitig geöffnet sind.

Folglich gewinnt auch hier die Core i7, der QX9770 mit seinen insgesamt 12 MByte L2-Cache und hohem Takt schlägt aber den Core i5. Der hohe Takt von 3,4 GHz lässt auch den Phenom II vor dem Core i5 landen, er kommt auch fast an den kleinsten Core i7 heran. Der neue Core i5-661 ist aber nur 10 Prozent langsamer als das frühere Core-2-Quad-Flaggschiff.

Die Suite "Music" des PC Mark arbeitet mit mehr Komprimierungstests als der Overall-Test. Hier können die Lynnfields ihren erweiterteten Turbo-Boost ausspielen, ebenso wie der Phenom II seinen hohen Takt. Da es dabei weniger Threads zu bearbeiten gibt, ist auch der Dual-Core noch nicht so weit abgeschlagen wie beim Overall-Test. Der Clarkdale spielt daher ebenfalls auf dem Niveau eines QX9770, der bei seiner Markteinführung dreimal so teuer war.

Medienbearbeitung

Mit der Version 8.2.1.6 von iTunes konvertierten wir eine 700 MByte große WAV-Datei in ein MP3 mit variabler Bitrate von höchstens 256 Kilobit pro Sekunde bei maximaler Qualitätseinstellung. Dies entspricht der Zeit, die für eine randvolle CD nötig wäre, so deren Dateien sich schon auf der Festplatte befinden.

Alle Prozessoren liegen hier dicht beisammen, weil die Routine nur zwei Kerne voll auslastet, der neue Clarkdale ist dabei auch kaum schneller als der Core 2 Duo. Der Phenom II kann sich außerdem nicht durchsetzen, weil seine SSE-Einheiten langsamer als die der Intel-CPUs sind.

Recht ordentlich lastet alle acht virtuellen Kerne einer Nehalem-CPU der Windows Movie Maker aus. Eine 41 Minuten lange Datei aus einer HD-Kamera im Format AVCHD (1.440 x 1.080 Pixel) sind mit dem 965 in weniger als Echtzeit in eine WMV-Datei mit 720p verpackt. Dieses Format schlägt das Programm für eine Xbox 360 zur Wiedergabe vor.

Hier zeigt sich wie bei anderen Multithreading-Programmen, dass dem Core i5-661 gegenüber den anderen Nehalems eben doch zwei Kerne fehlen. Die Architektur und sein hoher Takt rücken ihn aber in die Nähe eines Core 2 Quad Q9400, wer deutlich mehr Tempo als Echtzeit braucht, muss aber dennoch zu einem teuren und hoch getakteten Quad-Coe greifen.

Weniger gut in Threads aufgeteilt ist Nikons Capture NX, das unter anderem der Konvertierung von RAW-Fotos dient. Das Programm muss in unserem Test 257 Bilder von 1,36 GByte in unkomprimierte TIFF-Dateien wandeln. Die hohe Datenmenge mit kurzen Rechenzeiten lastet auch die schnelle Intel-SSD aus, dennoch zeigt sich auch hier der Vorteil, wenn der Prozessor viele Threads parallel verarbeiten kann, weil insbesondere die Threads des Betriebssystems ständig den Kern wechseln. Die Hyperthreading-CPUs bringt das weniger durcheinander als den Rest des Testfeldes. Wie schon bei anderen Tests ist der Clarkdale hier fast so schnell wie ein kleinerer Core 2 Quad.

Die gleichen RAW-Dateien wie beim Konvertierungstest muss Winrar 3.9 in der 64-Bit-Version mit normaler Kompressionsstufe in ein RAR-Archiv verpacken. Der Hersteller hatte für die neue Version unter anderem eine bessere Aufteilung in Threads versprochen, und das zeigt sich deutlich: Die Core i7 mit vier Kernen sind klar vorn. Dass auch ein schneller Dual-Core einen langsameren Quad-Core schlagen kann – noch dazu wenn dieser einen weniger großen L2-Cache hat -, zeigt der Vergleich von Core 2 Duo E8500 und Core 2 Quad Q9400. Dazwischen platziert sich der Core i5-661, der wiederum den Q9400 knapp hinter sich lässt.

Leistungsaufnahme

Um auszuloten, wie sparsam die Plattformen sein können, haben wir die 4870-X2-Karte durch eine Radeon HD 4670 ersetzt, die für den Vista-Desktop laut AMD nur 11 Watt benötigt. Core 2 Duo E8500 und Core i5-661 werden mit ihrer integrierten Grafik gemessen. Auf die Messergebnisse des Render-Tests von Cinebench R10, den wir für die Volllastmessung verwendet haben, hat diese Karte keinen Einfluss. Das gilt auch für den neuen Test mit Windows Movie Maker, bei dem nie alle Kerne voll belastet sind.

Die sparsamste Plattform ist bei allen Tests der Core i5-661, der mit 53 Watt auf dem Vista-Desktop für unsere Testumgebung sogar eine neue Rekordmarke setzt. Mit sparsameren Netzteilen und nur einem Laufwerk lässt sich die Leistungsaufnahme sogar deutlich unter 40 Watt drücken – das empfielt die neue Prozessorfamilie klar für Bürorechner.

Trotz deutlich höherer Rechenleistung im Cinebench als Test unter Volllast ist Intels neue Plattform sogar noch einmal 10 Watt sparsamer als die ohnehin schon ressourcenschonende Core-2-Plattform mit ihren 45 Nanometern Strukturbreite. Wieder einmal zeigt sich auch, wie hungrig die Core i7 900 sind: Sie nehmen im Cinebench-Test doppelt so viel elektrische Leistung auf wie der neue Dual-Core, dafür liefern sie aber auch doppelt so viel Rechenleistung.

HD Graphics – gut für Video und einfachste Spiele

Rund 50 Prozent mehr Grafikleistung hatte Intel für seinen ersten im Prozessorgehäuse integrierten Kern versprochen, und das belegen auch unsere Messungen. Nur sind 50 Prozent mehr von sehr wenig Leistung eben immer noch nicht schnell genug für aktuelle Spiele. Wir haben die Tests mit Stalker – Call of Pripyat, Crysis und Anno 1404 mit 1.280 x 1.024 Pixeln und mittleren Details durchgeführt, und selbst dabei ergeben sich mit dem neuen Kern "HD Graphics" nur völlig unspielbare Frameraten von unter 15 Bildern pro Sekunde. Immerhin konnten wir mit den getesteten Titeln keine Bildfehler ausmachen, für die Intel-Grafik früher berüchtigt war. Die neuen DirectX-10-Einheiten scheinen auf den ersten Blick gut zu funktionieren.

Zum Vergleich haben wir die 70-Euro-Grafikkarte Radeon HD 4670 herangezogen, die bei diesen Einstellungen bis zu sechsmal schneller ist. Intel empfiehlt seine Lösung zwar nur für "Casual Gaming" wie etwa mit World of Warcraft, aber dennoch scheint der Name "HD Graphics" wohl zutreffender, als Intel das geplant hatte.

Mit HD-Videos macht der neue Grafikkern aber eine gute Figur. Mit einer Betaversion von PowerDVD 9 von Cyberlink wurde die Videobeschleunigung "Intel ClearVideo" anstandslos erkannt, so dass sich auch Blu-ray-Discs mit 8 bis 15 Prozent CPU-Last wiedergeben ließen. In diesem Bereich schwankte die Last bei der Eröffnungssequenz von "The day after tomorrow".

Schnell genug für Blu-rays ist der Clarkdale aber auch ohne seine Grafikeinheit, wie wir mit einer älteren Version von PowerDVD (Augabe 8 ohne Patches) überprüft haben, dann liegt die Rechenlast aber schon bei 60 Prozent. Richtig sparsame Mediacenter lassen sich aber mit Desktopboards und entsprechenden Netzteilen aber auch mit dem Core i5-661 noch nicht bauen: Selbst mit Videobeschleunigung lag die Leistungsaufnahme der Plattform bei der Testszene bei rund 65 Watt, aktuelle Blu-ray-Player begnügen sich mit einem Viertel davon.

Nur für die Notebookversion "Arrandale" hat Intel zudem eine Umschaltung der Grafik im Prozessor auf einen externen Grafikchip vorgesehen. Diese "switchable graphics" sind nun unter Windows 7 einfacher zu realisieren, weil das Betriebssystem mehrere Grafiktreiber unterstützt, was unter Windows Vista nur mit Klimmzügen für die Programmierer möglich ist. Intels Lösung soll aber auch unter Vista funktionieren. Warum diese nützliche Funktion den Desktops vorenthalten bleibt, konnte Intel bisher nicht erklären.

Fazit

Intels neuer Dual-Core beeindruckt vor allem durch seine im Vergleich geradezu winzige Leistungsaufnahme. Bürorechner und einfache Heimcomputer für Web, Mail und Medienverwaltung mit unter 50 Watt beim Nichtstun – was für diese Maschinen eher Regel als Ausnahme ist – sind nun auch mit aktueller Technik möglich. Dazu kommt Rechenleistung, die auf dem Niveau der Quad-Cores von vor zwei Jahren liegt.

Dieser Umstand belegt aber auch, dass ein Vierkernprozessor für viele Anwendungen knapp drei Jahre nach den ersten Quad-Cores immer noch nicht zwingend nötig ist. Das weiß auch Intel, was die Vielfalt der Modelle erklärt – nicht aber deren schwere Unterscheidbarkeit anhand der verwirrenden Serien und Modellnummern, wo der Kunde bis auf die letzte Stelle der Produktbezeichnung genau hinsehen muss.

Das Thema "Grafik" bleibt bei Intel nach wie vor ein wunder Punkt, auch wenn Darstellungsfehler nun der Vergangenheit anzugehören scheinen. Die Leistung bei aktuellen Spielen bleibt aber immer noch indiskutabel. Im Bereich der HD-Wiedergabe kann der neue Kern "HD Graphics" jedoch überzeugen, wenn die Software mitspielt.

Die müssen die PC-Hersteller nun mitliefern, ebenso sind sie gefordert, wenn es darum geht, günstige und sparsame Rechner aus den Intel-Komponenten zu bauen. Der Aufpreis für besonders kompakte Bürorechner, die wenig Platz wegnehmen und keine hohen Betriebskosten verursachen, ist durch den einfacheren Aufbau der Plattform nun nicht mehr gerechtfertigt.


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