Kabelnetzbetreiber Tele Columbus verkauft?
Der TV-Kabelnetzbetreiber Tele Columbus ist nach Informationen der Financial Times Deutschland(öffnet im neuen Fenster) an ein Gläubigerkonsortium verkauft worden. In der nächsten Woche könnte der Verkauf offiziell bekanntgegeben werden. Bis zu Redaktionsschluss dieses Beitrages war bei Tele Columbus für Golem.de niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.
Die Hedgefonds York Capital, Goldentree und die Bank of Ireland planen nach einer erfolgreichen Entschuldung einen Weiterverkauf, so die Zeitung weiter. Als Kaufinteressenten gelten Konkurrenten wie Kabel Deutschland und Unitymedia, aber auch die Telekommunikationskonzerne Vodafone und Telefónica.
Mit rund 3 Millionen angeschlossenen Haushalten zählt die Tele-Columbus-Gruppe zu den größten Kabelnetzbetreibern Deutschlands. Die Firma ist besonders im Osten stark. Vom Mutterkonzern Orion Cable kontrolliert wird auch der Kabelnetzanbieter Primacom. Eine Investorengruppe unter Führung der britischen Private-Equity-Gesellschaft Aletheia Capital Partners hatte seit 2005 mehrere deutsche Kabelnetzbetreiber aufgekauft und daraus die Dachmarke Orion Cable gebildet. Orion Cable sollte bislang auf Druck der Gläubiger versteigert werden. Die Auktion sei aber abgesagt worden, so die Zeitung.
Im Juni 2009 war bekanntgeworden, dass die Konzernmutter ihre Tochter Tele Columbus mit 1,8 Milliarden Euro Schulden belastet habe. Tele Columbus erwirtschaftete zwar eine operative Gewinnmarge von 40 Prozent, die jedoch von horrenden Zinszahlungen, von Januar bis April 2009 allein 77 Millionen Euro, aufgezehrt wurde. Dazu kamen jährliche Beraterhonorare von 20 Millionen Euro und Managementgebühren in Millionenhöhe. Die Kreditgeber wollten den Rücktritt von Unternehmenschef Robert Fowler und ein Schuldenmoratorium erreichen.
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