Kein HDTV-Showcase - Kabel Deutschland bleibt stur
Ein ZDF-Sprecher sagte Golem.de: "Das ZDF hat allen Kabelnetzbetreibern angeboten, die HDTV-Showcases kostenlos in ihren Netzen zu verbreiten. Dieses Angebot haben die großen regionalen Kabelnetzbetreiber auch angenommen, weil dies im Interesse ihrer Kunden liegt und der Förderung von HDTV insgesamt zugute kommt. Für die Kabelkunden ist der Kabelanschluss dadurch nicht teurer geworden."
Kabel Deutschland (KDG) weigert sich jedoch, ohne Kostenbeteiligung der öffentlich rechtlichen Sender, deren HDTV-Showcase einzuspeisen. Auch andere Free-HDTV-Sender finden sich im KDG-Portfolio weiterhin nicht, lediglich das HD-Angebot des PayTV-Senders Sky kann gegen Bezahlung bezogen werden. Dass es auch anders geht, zeigt HDTV-Vorreiter Kabel BW mit derzeit 19 hochauflösenden Fernsehsendern – bestehend aus Free- und PayTV-Angeboten. Warum das bei KDG anders ist, wollte ein Sprecher gegenüber Golem.de nicht im Detail erklären, mit Rücksicht auf Verhandlungen mit den Sendern. Stattdessen gibt es nur ein allgemeines Statement, als Reaktion auf eine Petition unzufriedener Kunden.
"Das Argument der Sender, das HD-Signal sei 'kostenlos und KDG könne es ohne Probleme sofort einspeisen', ist scheinheilig. Dabei wird völlig außer acht gelassen, dass dem Kabelnetzbetreiber durch die Einspeisung der HD-Sender ins Kabelnetz Kosten entstehen", so ein Kabel-Deutschland-Sprecher in einer Stellungnahme. "Ferner ist es ein über Jahre unverändertes Geschäftsmodell, dass die Sender für die Verbreitung ihrer Programme im Kabel Einspeiseentgelte je nach genutzter Kapazität und Reichweite bezahlen, ganz so wie die Sender auch die Kapazitäten bei Satellit und DVB-T bezahlen. Anders als beim Satelliten weigern sich die Sender aber nun, sich auch an den Kosten für eine HD-Verbreitung zu beteiligen und versperren somit den Kabelkunden den Weg zu hochauflösendem Fernsehen."
Beim ZDF sieht man das ganz anders: "Nur die KDG macht von diesem Angebot – anders als noch im Sommer zur Leichtathletik-WM – keinen Gebrauch und verärgert damit nicht nur ihre Kunden, sondern trägt zur Verunsicherung in der Branche insgesamt bei. Die von der KDG zur Rechtfertigung herangezogene Parallele zur Satellitenverbreitung ist unzutreffend, weil der Satellitenkunde – anders als der Kabelkunde – kein zusätzliches Entgelt für den Empfang der Programme zu bezahlen hat."
KDG sieht HD zwar als "ganz wichtigen Digitalisierungstreiber" und würde den Kunden Free-TV HD am liebsten ohne zusätzliche Kosten und ohne Nutzungsbeschränkungen zur Verfügung stellen. Doch bisher ist für den Kunden nichts davon zu sehen, auch wenn es seitens KDG heißt, man befinde sich "mit den betreffenden Sendern noch in intensiven Gesprächen". KDG empfiehlt seinen Kunden, Druck auf die Sender auszuüben, "damit diese nicht länger ihre Marktmacht zu Lasten der Kunden missbrauchen".
Stattdessen üben die Kunden nun Druck auf KDG aus, sie wollen nicht länger die Leidtragenden sein. In einer Onlinepetition mit dem Titel 'ARD, ZDF und Eins Festival HD-Showcases – Einspeisung von Kabel Deutschland – Jetzt und sofort !'(öffnet im neuen Fenster) fordern sie die Kabel-Deutschland-Geschäftsführung zum Handeln auf: "Führen Sie intensive Gespräche, verhandeln Sie 14 Stunden am Tag mit den Anbietern – Aber zuerst einmal Einspeisung der HD-Programme – Jetzt !"
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