Here Be Dragons: Hackerkongress eröffnet in Berlin
Der Hackerkongress 26C3 eröffnet am heutigen 27. Dezember 2009 offiziell die Pforten. Auf drei Säle verteilt gibt es wieder ein umfangreiches Programm rund um das Hacken, Zensur, Netzwerke und soziale Effekte der Technik auf den Menschen.
Ein großes Thema ist auch dieses Jahr wieder die Politik. Sei es das Zugangserschwerungsgesetz von Ex-Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU), die Vorratsdatenspeicherung oder der Hackerparagraph und dessen Auswirkungen auf Netzwerkspezialisten. Außerdem wird Harald Welte OpenBSC präsentieren(öffnet im neuen Fenster) . Er hofft ein funktionierendes GSM-Netzwerk inklusive Handover(öffnet im neuen Fenster) zwischen den Zellen betreiben zu können. Auf dem 25C3 präsentierte Welte bereits seine auf eBay erstandene Funkzelle .
Wer will bringt zu diesem Kongress neben dem DECT-Telefon auch ein GSM-Telefon mit und bucht sich in das dortige, von der Bundesnetzagentur zugelassene Test-Netzwerk ein. Zuvor muss das GSM-Telefon (1.800 MHz) beim POC, dem Phone Operation Center(öffnet im neuen Fenster) , angemeldet werden.
Dafür ist allerdings die IMSI-Nummer(öffnet im neuen Fenster) der SIM-Karte notwendig. Um diese zu bekommen muss das Kommando AT+CIMI genutzt werden. Wer das nicht auf Anhieb mit seinem Telefon schafft, kann sich mit einem UMTS-Modem behelfen, dort die SIM-Karte einlegen und anschließend mit der Software MWConn(öffnet im neuen Fenster) die Kommandos absetzen. Wichtig bei diesem Weg: zuvor muss die PIN mit dem Kommando AT+CPIN=xxxx eingegeben werden, erst dann funktioniert AT+CIMI. Damit gelang es im kurzen Test auch IMSIs ausländischer oder nicht mehr aktiver SIM-Karten auszulesen. Ob diese IMSIs dann auch beim 26C3 funktionieren, ließ sich noch nicht herausfinden.
Auch schnurlose DECT-Telefone sind wieder im Programm. Eric Tews, der letztes Jahr demonstrierte wie einfach das Abhören von DECT ist , schaut auf das vergangene Jahr zurück, das damit begann, dass der Herstellerverband DECT-Forum nur ein geringes Risiko sah , und will zeigen, wie mit einem DECT-Telefon sicher telefoniert wird.
Aber auch abseits des Vortragsprogramms gibt es Interessantes zu entdecken. So sind zahlreiche Projekte(öffnet im neuen Fenster) wie etwa OpenStreetMap , GIMP(öffnet im neuen Fenster) und der Mikrokopter(öffnet im neuen Fenster) anwesend.
Aber auch der 26C3 wird zu einem Großprojekt. Erstmals in diesem Jahr wird es laut Veranstalter ein 802.11n-WLAN geben. Der Standard wird sowohl auf dem 2,4-GHz- als auch auf dem 5-GHz-Band angewendet. Allerdings wird bei 2,4 GHz keine Leistungsverbesserung erwartet. Dafür gibt es noch zu viele 802.11g-Geräte. Die Empfehlung: Wer kann, sollte seinen WLAN-Adapter auf 5 GHz nach Access Points suchen lassen. Nur dort wird es ein schnelles WLAN geben.
Die Veranstalter wünschen sich außerdem, das alte 802.11- und 802.11b-Geräte aus bleiben. Allein die Präsenz eines solchen Netzwerkgerät bremst die WLAN-Zelle für alle anderen um 30 Prozent aus. Wird das Gerät auch noch benutzt, bremst dies noch mehr. Das betreiben eigener WLAN-Infrastruktur oder Ad-Hoc-Netzwerke sieht der Veranstalter nicht gerne(öffnet im neuen Fenster) . Eine Ausnahme besteht allerdings. Wer am Freifunk-Netzwerk(öffnet im neuen Fenster) teilnehmen will, kann das auf Kanal 1 (2,412 GHz) tun. Wer sich nicht an die Regeln hält, wird im Zweifelsfalle des Kongresses verwiesen.
Erfahrungsgemäß werden einige Vorträge besonders voll. Wer es nicht zum Kongress schafft oder keinen Platz im Saal findet, der kann sich die meisten Vorträge auch als Stream(öffnet im neuen Fenster) anschauen, der von der Forschungsgemeinschaft elektronische Medien der TU Ilmenau zur Verfügung gestellt wird. Gelegentlich gibt es allerdings Vorträge, bei denen eine Aufzeichnung nicht gewünscht ist und der Stream abgeschaltet wird.
Der 26. Chaos Communication Congress läuft, wie die letzten Male auch, zwischen den Jahren bis zum 30. Dezember 2009. Das gesamte Programm gibt es im 26C3-Fahrplan(öffnet im neuen Fenster) . Wer nicht ständig online nachschauen möchte, kann dort auch ein PDF herunterladen oder sich ein Booklet ausdrucken. Außerdem gibt es das Programm auch als iPhone- und Android-Anwendung.
Weitere Informationen finden sich außerdem in der FAQ des 26C3(öffnet im neuen Fenster) . Der Eintritt(öffnet im neuen Fenster) zum Kongress kostet 30 Euro pro Tag oder 80 Euro für alle vier Tage. Ermäßigungen sind ebenfalls für einige Besuchergruppen verfügbar.
Nachtrag vom 27. Dezember 2009, 17:55 Uhr:
Die Dauertickets sind mittlerweile ausverkauft. Einzelne Tagestickets kann es in den nächsten Tagen aber noch geben. Allerdings ist auch hier das Kontingent begrenzt.
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