Betrüger fliegen aus Jobbörse der Bundesagentur
Fast zwei Monate nachdem der Bundesdatenschutzbeauftragte öffentlich die Missbrauchsmöglichkeiten im Stellenportal der Bundesagentur kritisiert hatte, hat die Behörde nun reagiert. Nach einer Welle von fingierten Stellenanzeigen wurden circa 34.000 Arbeitgeber überprüft und Datensätze von etwa 400 Stellenanbietern gelöscht, erklärte eine Sprecherin der Nürnberger Behörde der Süddeutschen Zeitung(öffnet im neuen Fenster).
Bei der Onlinejobbörse war es zuvor zu massivem versuchtem Datenmissbrauch gekommen. Die Berliner Firma Econsulting24 soll 2.500 Stellenangebote geschaltet haben, um so Bewerberprofile einzusammeln. Geboten wurden fingierte Facharztstellen, Arbeit in pädagogischen Berufen sowie Ingenieur- und Managerjobs.
Die Arbeitgeber seien schriftlich zur Vorlage von einer Gewerbeanmeldung aufgefordert worden. 280 Firmen wurde gelöscht, weil die Post die Briefe nicht zustellen konnte.
Das Stellenportal der Bundesagentur lade zum Missbrauch geradezu ein, hatte der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar am 29. Oktober 2009 beklagt. Wer sich als Arbeitgeber ausgebe, könne ohne Legitimation eine persönliche Identifikationsnummer erhalten und Stellenanzeigen schalten. Eine Betriebsnummer oder ein Gewerbeschein mussten nicht vorgelegt werden. Der angemeldete "Arbeitsgeber" erhalte Zugang zu einem Teil der Bewerbungsunterlagen und könne sich Bewerbungen mit Adresse, Telefonnummer, Geburtsdaten, Zeugnissen und Lebenslauf zuschicken lassen.
Die Bundesagentur begründet das lockere Registrierungsverfahren damit, dass die Behörde Einstiegsbarrieren für die Jobbörse niedrig halten wolle. Es sei "nicht hinnehmbar, dass Arbeitssuchende zum Freiwild von skrupellosen Unternehmen und Datenkriminellen werden", hatte Jan Korte, Datenschutzbeauftragter der Bundestagsfraktion der Linken, gesagt.
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