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Ausprobiert: Dune BD Prime 3.0 - Blu-rays von der Platte

Vielversprechender netzwerkfähiger Blu-ray-Player mit störenden Geräuschen. Der Blu-ray-Player Dune BD Prime 3.0 verspricht Besonderes. Er soll unter anderem auch Blu-ray-Rips wiedergeben und lässt sich mit einer internen Festplatte bestücken. Leider hapert es am verbauten Blu-ray-Laufwerk.
/ Christian Klaß
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Der Dune BD Prime 3.0 stammt vom chinesischen Hersteller HDI Dune und ist seit Ende November/Anfang Dezember 2009 lieferbar – mit und ohne interne Festplatte. Von der Konkurrenz soll sich der mit Sigma-Designs' 8642-Chip, 512 MByte RAM, 128 MByte Flashspeicher, Gigabit-Ethernet und Blu-ray-Laufwerk bestückte Prime 3.0 vor allem dadurch absetzen, dass er zusätzlich zu vielen unterstützen Kompressions- und Containerformaten für Audio und Video auch Blu-ray-Rips etwa aus ISO-Images wiedergibt.

Das scheint bei Blu-ray-Rips wie bei DVD-Rips derzeit nur ohne Menüs möglich zu sein – zumindest wenn es sich nicht um ISOs handelt – und erfordert aufgrund der hohen Datenraten entweder ein sehr schnelles Heimnetzwerk mit flinkem NAS oder eine Wiedergabe von der internen oder einer extern Festplatte. Dazu bringt der Dune 3.0 insgesamt drei USB-2.0-Schnittstellen und einmal eSATA mit sich. Die interne 2,5-Zoll-SATA-Festplatte sollte vom Händler vorinstalliert werden, damit die Gerätegarantie nicht erlischt. Über USB kann auch WLAN nach 802.11b/g/n nachgerüstet werden.

Viele Formate, einige Anfangsschwierigkeiten

Zu den unterstützten Videoformaten zählen laut Hersteller: MKV, MPEG-TS, MPEG-PS, M2TS, VOB, AVI, MOV, MP4, QT, ASF, WMV, Blu-Ray-ISO, BDMV, DVD-ISO und VIDEO_TS. Auch DivX- und Xvid-Filme lassen sich abspielen, das funktionierte bei einem kurzen Test auch. Mit Quicktime-HD-Trailern von Apple.com gab es jedoch Probleme – ebenso wie mit den H.264-Videos, die wir für die Einbettung in Golem.de erstellen.

Wer bei der Wiedergabe alles in Rosa sieht, sollte die Audio-Wiedergabe über HDMI wieder aktivieren, das ist ein bekannter Bug, der nur aus dem Laufwerk abgespielte Blu-ray-Filme zu betreffen scheint und mit der aktuellen Beta-Firmware beseitigt werden kann. Die Tonausgabe über SPDIF (optisch/koaxial) funktioniert auch mit aktiviertem HDMI-Audio. Auf analogen 8-Kanal-Raumklang muss beim Prime 3.0 ebenfalls nicht verzichtet werden, das gilt auch für eine hochauflösende analoge Videoausgabe über Komponente.

Mit Patch zum Region-Code-Free-Player

Der neue Blu-ray-Player ist auch für Fans von Importfilmen interessant, denn seine Firmware lässt sich durch einen bequem einzuspielenden Region-Free-Patch(öffnet im neuen Fenster) von Ländercode-Beschränkungen bei DVDs und Blu-rays befreien. Anders als bei DVDs muss der Nutzer bei Blu-rays noch vor der Wiedergabe des entsprechenden Films manuell auf den entsprechenden Ländercode umschalten, das geschieht jedoch einfach über die Fernbedienung. Sie ist leider nicht hintergrundbeleuchtet, was in abgedunkelten Räumen zum Problem wird.

Lautwerk statt Laufwerk

Leider machte beim Testgerät ausgerechnet das verbaute Blu-ray-Laufwerk gar keinen guten Eindruck. Dass das Laufwerk zum Start der DVD- und Blu-ray-Wiedergabe und beim Wechsel zwischen Menü, Hauptfilm und einzelnen Kapiteln auffällig hochdreht, wäre noch zu verschmerzen. Doch leider war auch bei der Wiedergabe ein unangenehmes Sirren zu vernehmen, das auch aus über 2 Metern Entfernung noch deutlich wahrnehmbar war.

Vom Hersteller gab es dazu auf Anfrage noch keine Reaktion, in verschiedenen Foren beklagen sich jedoch noch andere Besitzer wegen der Geräuschentwicklung(öffnet im neuen Fenster). So mancher hat deshalb schon angekündigt, das Gerät umtauschen oder auf eine neue Hardware-Revision warten zu wollen. Zwar ist es laut eines Erfahrungsberichts möglich, ein PC-Laufwerk zu verbauen, doch funktioniert dann die Wiedergabe von Blu-ray-Kauffilmen nicht mehr. Die im Player gespeicherten AACS-Schlüssel setzen wie auch bei anderen Blu-ray-Playern ein bestimmtes Laufwerk voraus.

Nicht jeden scheint das laute Laufwerk zu stören – oder es sind nicht alle Geräte betroffen. Wer jedoch empfindlich auf Störgeräusche während der Filmwiedergabe reagiert, wird mit der aktuellen Version des Prime 3.0 derzeit nicht glücklich.

Firmwareentwicklung mit Kundenwünschen

Das ist schade, denn der Hersteller hat bereits bewiesen, dass er es mit der Firmware-Weiterentwicklung(öffnet im neuen Fenster) ernst meint und kurz nach der Auslieferung der ersten Geräte mit einer Betaversion einen Teil der Anfangsschwierigkeiten beseitigt. Auf der Website können Kunden sogar abstimmen(öffnet im neuen Fenster), welche neuen Funktionen und Verbesserungen als nächstes berücksichtigt werden sollen. So viel Gehör für Kunden hat sonst kaum ein Hersteller.

Der Blu-ray-Player Dune BD Prime 3.0(öffnet im neuen Fenster) ist in Deutschland derzeit ab 389 Euro zu haben – ohne interne Festplatte. Ab 439 Euro gibt es dann eine vorinstallierte 250-GByte-Festplatte, für die derzeitige Maximalausstattung mit einer 1-TByte-Festplatte ist der Prime 3.0 ab 569 Euro zuzüglich Versandkosten zu haben. Für die WLAN-Option fallen noch einmal 30 bis 40 Euro an – so viel kostet derzeit der einzige offiziell unterstützte WLAN-USB-Stick(öffnet im neuen Fenster), ein D-Link DWA-140 802.11n in der aktuellen Hardwarerevision "B1".


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