OLPC kündigt drei neue Bildungsrechner an

Das ursprünglich als " 100-Dollar-Laptop " bekannt gewordene Modell XO will die OLPC bereits am Januar 2010 in erweiterter Form ausliefern. Statt des Geode-Prozessors von AMD soll eine nicht näher benannte CPU von VIA zum Einsatz kommen, die doppelt so schnell wie der mit 433 MHz getaktete Geode sein soll. Der Arbeitsspeicher wird von 256 MByte auf 1 GByte vervierfacht, ebenso der Flashspeicher von 1 auf 4 GByte.
Das Gehäuse und die Funktionen ändern sich nicht, weshalb das nächste Modell auch XO 1.5 heißen soll. Die OLPC(öffnet im neuen Fenster) erwartet einen Herstellungspreis von rund 200 US-Dollar, der aber laut einer Mitteilung der Organisation(öffnet im neuen Fenster) durch die Schwankungen am Halbleitermarkt auch leicht abweichen kann.
Dieser Rechner soll Regierungen und Hilfsorganisationen während des gesamten Jahres 2011 angeboten werden. Anfang 2011 soll das Modell dann erneut umgestrickt werden. Das Gehäuse bleibt bis auf Gummiarmierungen gleich, der Prozessor wird aber erneut gewechselt. Im kommenden XO 1.75 soll ein von Marvell hergestellter Prozessor mit ARM-Kern stecken, zu dem die OLPC ebenfalls noch keine genaueren Angaben macht. Gegenüber der VIA-CPU soll er nochmals doppelt so schnell werden. Das bisherige Display wird durch einen Touchscreen mit 8,9 Zoll Diagonale ersetzt.
Der erste XO dient damit noch zwei Jahre als Basis der Bildungsrechner. Die OLPC bestätigte erneut, dass das bisherige Konzept des XO 2.0 mit zwei Bildschirmen und ohne mechanische Tastatur verworfen wurde. Stattdessen soll 2012 ein vollständig neues Design als XO 3.0 erscheinen.
Von diesem Gerät gibt es zahlreiche Konzeptzeichnungen, die wie schon das erste XO vom Stardesigner Yves Béhar(öffnet im neuen Fenster) stammen. Das XO 3.0 sieht aus wie ein sehr flaches Tablet, das nur aus einem Touchscreen von 8,5 x 11 Zoll zu bestehen scheint. Display und Gehäuse sollen vollständig biegsam sein, um das Gerät vor Beschädigungen zu schützen. Über die verbauten Komponenten gibt es noch keine näheren Angaben, außer, dass sie aus den Erfahrungen mit dem Modell 1.75 abgeleitet werden sollen. Der Touchscreen soll auf der Pixel-Qi-Technik basieren.
Trotz dieser zahlreichen technischen Neuerungen will die OLPC bis 2012 für das Modell XO 3.0 einen Preis von nur 75 US-Dollar erreichen. Zwar erreichte auch das erste Gerät nie die angepeilten 100-US-Dollar, doch das ist inzwischen nicht mehr das alleinige Ziel der OLPC, die mit nach eigenen Angaben über 1,1 Millionen Bestellungen Schwung in den Markt für Bildungsrechner gebracht hat. Gegenüber Forbes(öffnet im neuen Fenster) sagte OLPC-Gründer Nicholas Negroponte über das XO 3.0: "Wir müssen es gar nicht unbedingt bauen. Wir müssen nur androhen, es zu bauen."